Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Behandlungspfade optimieren Versorgung bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

16.09.2010
Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) sind nicht überall in Deutschland gut versorgt. Oft werden sie nicht nach den empfohlenen Standards therapiert. Dies ergab eine Erhebung des Kompetenznetzes Darmerkrankungen.

Mit einem dreistufigen Versorgungskonzept will das Kompetenznetz die Behandlungspfade und damit die Therapie aller Erkrankten optimieren. Ein wichtiges Ziel ist, den Behandlungsort in diesem dreigeschichtetem Behandlungskonzept künftig nach der Schwere der Erkrankung und den individuellen Beschwerden zuzuordnen. Dieses Vorgehen wird seit einigen Monaten in einem Pilotprojekt in Schleswig-Holstein geprüft.

Wie die Patienten davon profitieren, erläutern Experten am 17. September 2010 auf einer Pressekonferenz im Rahmen der Tagung Viszeralmedizin 2010 in Stuttgart. Die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa werden sehr oft schon bei jungen Menschen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren festgestellt. Die Symptome wie Übelkeit, krampfartige Bauchschmerzen und Durchfälle treten meist in Schüben auf, deren Form, Dauer und Stärke individuell deutlich variieren. Die bislang nicht heilbaren Erkrankungen schmälern die Lebensqualität der Patienten erheblich. Die Symptome schränken die Betroffenen auch im Beruf ein.

Das vom Kompetenznetz Darmerkrankungen zusammen mit der Patientenorganisation Deutsche Colitis ulcerosa/Morbus Crohn Vereinigung (DCCV) entwickelte dreistufige Versorgungskonzept soll den Patienten künftig zu einer optimaleren Therapie verhelfen. Dabei richtet sich die Betreuungsstufe vor allem nach der Schwere der Erkrankung und dem Grad der Symptome. Menschen mit leichten Symptomen könnten demnach von Hausärzten oder hausärztlichen Internisten, gegebenenfalls bei Problemen auch in Kooperation mit einem Gastroenterologen betreut werden. Patienten mit heftigeren Beschwerden sollten sich an Gastroenterologen wenden. Bei gravierenden Krankheitsverläufen raten die Experten, die Versorgung dagegen in die Hand spezialisierter Schwerpunktpraxen/ -ambulanzen zu legen. Ein in Schleswig-Holstein laufendes Pilotprojekt prüft zurzeit, wie sehr die Patienten tatsächlich von diesem Vorgehen profitieren.

Allerdings ist die Finanzierung insbesondere der Schwerpunktpraxen problematisch, wie Dr. med. Bernd Bokemeyer vom Vorstand des Kompetenznetzes Darmerkrankungen erläutert. „Die Versorgung von Patienten mit gravierender Symptomatik erfordert intensive Gespräche und komplexe Therapien“, betont der Gastroenterologe aus Minden. „Den dafür nötigen Aufwand decken die derzeit üblichen Pauschalbeträge bei weitem nicht ab. Damit lassen sich gerade die besonders wichtigen Schwerpunktpraxen kaum finanzieren.“

Daher fordert Dr. Bokemeyer eine spezielle Betreuungspauschale für CED-Patienten, die der zeitaufwendigen Versorgung in den Zentren gerecht wird. „Dies würde sich auch volkswirtschaftlich auszahlen“, ergänzt der Experte. „Denn mit einer besseren Therapie könnten gerade junge Patienten wesentlich länger arbeitsfähig bleiben.“ Einzelheiten zu dem Versorgungskonzept erläutert Dr. Bokemeyer auf einer Pressekonferenz am 17. September 2010 von 13.00 bis 14.00 Uhr im ICS Stuttgart.

Neben einer verbesserten Versorgung setzen sich das Kompetenznetz Darmerkrankungen und die Selbsthilfe DCCV für einen intensiveren Austausch von Ärzten und Betroffenen ein. Unter dem Motto „Gemeinsam HOCHAKTIV“ veranstalten sie den Crohn & Colitis-Tag 2010 am 2. Oktober 2010, der über die unheilbaren Erkrankungen informiert.

Terminhinweise:
Pressekonferenz des Kompetenznetzes CED und der Deutschen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV)
Freitag, 17. September 2010, 13.00 bis 14.00 Uhr
ICS Stuttgart, Messepiazza 1, Raum Messeclub
Crohn & Colitis-Tag 2010: am 2. Oktober 2010
Informationen im Internet: www.crohn-colitis-tag.de
Fachtagung Viszeralmedizin 2010
15. bis 18. September 2010
ICS Stuttgart, Messepiazza 1
www.viszeralmedizin.com
Kontakt für Journalisten:
Beate Schweizer
Pressestelle
Pf 30 11 20, 70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-295, Fax: 0711 8931-167
Schweizer@medizinkommunikation.org

| idw
Weitere Informationen:
http://www.viszeralmedizin.com
http://www.crohn-colitis-tag.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise