Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Behandlungsansätze für Brustkrebs

19.11.2012
Rückfälle und Ausbreitung sollen verhindert werden

Neue Behandlungsansätze für Brustkrebs könnten in Zukunft ein unübliches Ziel beinhalten und zwar absolut gesunde Zellen. Krebszellen sollen laut NewScientist daran gehindert werden, gesunde Zellen für ihr Wachstum und ihre Ausbreitung zu nutzen.

Zwei neue Strategien haben Wissenschaftler und des Institute of Cancer Research auf der Jahrestagung des National Cancer Research Institute vorgestellt. Der Ansatz der University of Nottingham konzentriert sich darauf, die Schwächung des Immunsystems nach der Krebsbehandlung zu verhindern, das den überlebenden Tumorzellen eine starke Vermehrung zu ermöglichen scheint.

Die Forscher des Institute of Cancer Research http://www.icr.ac.uk versuchen, durch die Blockierung eines für die Ausbreitung entscheidenden Verbündeten zu verhindern, dass der Brustkrebs Organe wie die Lunge erreichen kann.

Medikament soll vor einem Rückfall schützen

Der erste Behandlungsansatz würde konkret bedeuten, dass Frauen, die bereits gegen Brustkrebs behandelt worden sind, zusätzlich ein kostengünstiges und relativ wenig giftiges Medikament einnehmen und zwar Cyclophosphamid. Eine Studie mit 35 Teilnehmerinnen zeigte, dass das Medikament Rückfälle vermeiden könnte, in dem es die Anzahl der regulatorischen T-Zellen verringert, die das Immunsystem unterdrücken.

Diese Zellen treten bei Frauen mit besonders großen und aggressiven Tumoren besonders häufig auf. Laut dem leitenden Wissenschaftler Oleg Eremin kann der gering dosierte Einsatz von Cyclophosphamid die Anzahl dieser Zellen deutlich verringern, ohne dass dabei die anderen Abwehrmechanismen gegen den Krebs geschwächt werden.

Krebszellen verfügen über "Verbündete"

Eremin entdeckte diese Einsatzmöglichkeit des Medikaments, als er die Menge regulatorischer T-Zellen bei Brustkrebspatientinnen vor, während und nach der Behandlung überprüfte. Alle Frauen hatten große Tumore in der Brust. Einige verfügten bei den T-Zellen über um das Sechsfache erhöhte Werte. Damit lag nahe, dass die Krebszellen die Anzahl ihrer "Verbündeten" ebenfalls erhöhten. Nach der Chemotherapie und der Behandlung mit Cyclophosphamid und zwei anderen Medikamenten sowie der Entfernung aller noch vorhandenen Tumore, sanken die Werte der regulatorischen T-Zellen deutlich.

Die Werte waren aber immer noch erhöht. Nach der Beendigung der Chemotherapie begannen sie sich wieder zu vermehren. Der Wissenschaftler geht daher davon aus, dass die resistenten Krebszellen im Körper verbleiben und die Produktion von T-Zellen anregen.

Bevor der Wissenschaftler weitere Tests durchführt, um herauszufinden, ob eine weitere Einnahme von Cyclophosphamid diesen Vorgang stoppen kann, will er die an der Studie teilnehmenden Frauen weitere sechs Monate lang begleiten. Ziel ist es, zu überprüfen, ob die Werte der T-Zellen weiter ansteigen. Sollte das der Fall sein, wäre das ein weiterer Hinweis darauf, dass es Sinn macht zu versuchen, die Werte dieser Zellen genau mit diesem Medikament kontrollieren zu wollen.

Medikament könnte eines Tages Ausbreitung verhindern

Das Team um Clare Isacke dürfte einen Fortschritt beim Kampf gegen die Ausbreitung von Brustkrebszellen auf die Lunge, die Leber und andere Organe erzielt haben. Am Anfang binden sich Krebszellen an die Oberfläche von Blutgefäßen in den Lungen an. Die Wissenschaftlerin entdeckte, dass das nur dann möglich ist, wenn es zu einer Anbindung mit einem "verbündeten" Protein im Blut kommt. Diese Verbindung kann jedoch möglicherweise durch Medikamente verhindert werden.

Isacke fand auch heraus, dass Krebszellen am wenigsten invasiv waren, wenn ihnen die Zucker an der Oberfläche fehlten, die für das Erreichen des Poteins entscheidend sind. Die Blockierung des bis jetzt nicht näher bezeichneten Proteins könnte ausreichend sein, um die Ausbreitung des Krebses zu verhindern. Die Wissenschaftlerin ist zuversichtlich, dass entsprechende Medikamente gefunden werden können.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.icr.ac.uk
http://www.ncri.org.uk
http://www.nottingham.ac.uk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Herzerkrankungen: Wenn weniger mehr ist
30.03.2017 | Universitätsspital Bern

nachricht Stoßlüften ist besser als gekippte Fenster
29.03.2017 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nierentransplantationen: Weisse Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung

30.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zuckerrübenschnitzel: der neue Rohstoff für Werkstoffe?

30.03.2017 | Materialwissenschaften

Integrating Light – Your Partner LZH: Das LZH auf der Hannover Messe 2017

30.03.2017 | HANNOVER MESSE