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Neue Antibiotika kämpfen erfolgreich gegen resistente Bakterien

17.11.2008
"Immer häufiger leiden Patienten unter bakteriellen Infektionen , bei denen Antibiotika nicht mehr wirken, weil die Erreger resistent geworden sind. Zwei neue Antibiotika haben die forschenden Pharmafirmen in diesem Jahr gegen solche Resistenzen auf den Markt gebracht.

Elf weitere aus ihren Forschungslabors haben gute Chancen, in den in den nächsten drei Jahren zu folgen." Das sagte Cornelia Yzer, Hauptgeschäftsführerin des Verbands Forschender Arznemittelhersteller (VFA), heute im Vorfeld des "ersten europäischen Antibiotikatags" am 18. November 2008, den das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) initiiert hat.

Yzer weiter: "Der Kampf gegen bakterielle Infektionen stellt für unsere Forscher eine nie endende Herausforderung dar, denn viele Bakterien werden im Laufe der Zeit unempfindlich gegen die bisherigen Antibiotika. Diese Resistenzen gilt es immer wieder aufs Neue zu überwinden."

Ein wachsendes Problem, vor allem in Krankenhäusern, stellt MRSA dar. Die Abkürzung steht für multiresistente Staphylococcus aureus. Diese Bakterien sind gegen besonders viele der bisher verfügbaren Antibiotika unempfindlich. Sechs der Antibiotika mit Aussicht auf Zulassung bis 2011 können sie jedoch erfolgreich bekämpfen und die Gefahr nicht mehr behandelbarer Infektionen damit voraussichtlich entschärfen.

Zu den Krankheiten, bei denen Resistenzen mittlerweile international große Probleme bereiten, gehört die Tuberkulose (TB). Speziell in osteuropäischen Ländern gibt es immer mehr Patienten, denen mit den vorhandenen Mitteln oft nicht mehr geholfen werden kann. "Jahrzehntelang gab es kaum Arzneimittelforschung gegen diese Krankheit", so Yzer, "doch in den letzten Jahren haben etliche Unternehmen die Herausforderung angenommen, neue TB-Präparate zu entwickeln." Sie sollen nicht nur die älteren ersetzen, sondern die Behandlungsdauer auch von derzeit mindestens sechs Monaten auf zwei Monate oder weniger verkürzen. Auch die Minderung der Nebenwirkungen der Therapie ist ein wichtiges Ziel. Yzer: "Einige Unternehmen haben für die TB-Forschung eigens Labors in Spanien, Singapur, den USA und Indien aufgebaut. Aber auch in Frankfurt a.M., Leverkusen und im belgischen Mechelen wird bei unseren Mitgliedsfirmen an neuen TB-Medikamenten gearbeitet." Die Unternehmen kooperieren dabei meist mit der Organisation TB Alliance (http://www.tballiance.org).

"Ebenso wichtig wie die Entwicklung neuer Antibiotika ist der verantwortungsvolle Umgang mit den vorhanden Präparaten und eine genaue Überwachung der Resistenzsituation", so Yzer weiter. "Deshalb begrüßen wir die am 12. November vom Bundeskabinett verabschiedete 'Deutsche Antibiotika-Resistenz-Strategie', die genau darauf abzielt. Nur wo es medizinisch sinnvoll ist, sollten antibiotische Präparate verordnet werden. Dann jedoch sollten sie von den Patienten auch über die volle Anwendungszeit und nicht unterdosiert eingenommen werden; denn andernfalls tragen sie zur Entstehung resistenter Bakterienstämme bei und gefährden damit sich und andere."

Der Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (VFA) ist der Wirtschaftsverband der forschenden Arzneimittelhersteller in Deutschland. Er vertritt die Interessen von 47 weltweit führenden Herstellern und ihren über 100 Tochter- und Schwesterfirmen in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Die Mitglieder des VFA repräsentieren rund zwei Drittel des gesamten deutschen Arzneimittelmarktes und beschäftigen in Deutschland mehr als 90.000 Mitarbeiter. Rund 17.000 davon arbeiten in Forschung und Entwicklung.

Dr. Rolf Hömke | idw
Weitere Informationen:
http://www.tballiance.org
http://www.vfa.de/de/forschung/aktuellfo/
http://www.vfa.de

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