Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuartiges Verfahren zur Diagnostik von ADHS im Kindergartenalter

09.02.2011
Die Schätzungen fallen deutlich aus: Zwischen drei bis zehn Prozent der Kinder in der Bundesrepublik Deutschland sind von einer Aufmerksamkeits-Defizit- bzw. einer Hyperaktivitäts-Störung betroffen. Dabei tritt ADHS bei Jungen deutlich häufiger auf als bei Mädchen und äußert sich bei beiden Geschlechtern unterschiedlich.

Während sich bei Mädchen ADHS verstärkt mit Aufmerksamkeitsschwierigkeiten („Träumsuse“) zeigt, tritt bei Jungen die Hyperaktivität („Zappelphilipp“) stärker hervor. Auffälligkeiten in diesen Bereichen sind häufig Ursache für spätere schulische Probleme.

Um rechtzeitig – nämlich bereits im Kindergartenalter – eine entsprechende Diagnose zu stellen, wurde von Wissenschaftlern des Zentrums für empirische pädagogische Forschung (zepf) der Universität in Landau der „Test zur Erfassung von Aufmerksamkeit und Konzentration im Kindergartenalter" (TEA-Ch-K) entwickelt.

Mit dem Test werden - eingebettet in eine kindgemäße Geschichte - verschiedene Varianten von Konzentration und Aufmerksamkeit erfasst: selektive Aufmerksamkeit, Aufmerksamkeitskontrolle, Reaktionshemmung, Konzentration und Daueraufmerksamkeit, geteilte Aufmerksamkeit und Aufmerksamkeitskontrolle. Dabei werden die Hauptwahrnehmungskanäle Sehen und Hören getrennt und zusammen angesprochen. Diese Art des Zugangs ist dabei neu. Deshalb besitzt das Testverfahren ein Alleinstellungsmerkmal.

Mit diesem Test wollen die Wissenschaftler wesentliche Vorläuferbedingungen erfassen, die für die Aufnahme und Verarbeitung von Informationen, das Arbeitsgedächtnis, oder für die spätere schulische Leistungsfähigkeit von Bedeutung sind. Das Hauptanliegen des Testverfahrens besteht darin, möglichst frühzeitig Hinweise dafür zu gewinnen, welche Kinder im Alter zwischen 4,0 und 6,06 Jahre eine Förderung benötigen.

Zur Erleichterung für die Testanwender werden Vorschläge unterbreitet, wie auf spielerische Art und Weise diese Förderung erreicht werden kann.

Das Testverfahren ist ein Diagnostikum für die Frühdiagnostik und kann im Kindergarten ebenso eingesetzt werden wie in der Vorschule, innerhalb der ärztlichen Praxis, der Erziehungsberatung und der Physiotherapie.

Der TEA-Ch-K ist wissenschaftlich gesichert: Die Zuverlässigkeit, die Gültigkeit und die Objektivität sind nachgewiesen.

Das Verfahren ist beim Verlag Pearson Clinical and Talent Assessment (Frankfurt/Main) erhältlich (http://shop.pearsonassessment.de/index.php/cat/c161_TEA-Ch-K.html).

Kontakt:
Prof. Dr. Reinhold S. Jäger
Zentrum für empirische pädagogische Forschung (zepf) der Universität Koblenz-Landau
Bürgerstraße 23
76829 Landau
Telefon: 06341-280-32175
Fax: 06341-280-32166
E-mail: jaeger@zepf.uni-landau.de

Bernd Hegen | Universität Koblenz-Landau
Weitere Informationen:
http://www.zepf.uni-landau.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

nachricht Tropenviren bald auch in Europa? Bayreuther Forscher untersuchen Folgen des Klimawandels
21.06.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften