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Natürliches Klangerlebnis für stark Hörgeschädigte

12.02.2014
Ein neues Siemens-Hörgerät für Menschen mit sehr starkem Hörverlust ist so schmal, dass es auch hinter die Ohren schwerhöriger Babys passt.

Chips mit sehr hoher Rechenleistung sind einer der Gründe, warum das neue Gerät um ein Drittel kleiner ist als seine Vorgänger.



Mit einer kompletten Überarbeitung der Nitro-Produktreihe macht Siemens auch schwer hörgeschädigten Personen seine in der Fachwelt stark beachtete BestSound Technologie zugänglich. Selbst bei den für diese Anwender nötigen hohen Verstärkungen bieten sie ein bisher unerreichtes Klangvolumen. Das neue Nitro wird in den nächsten Wochen in Deutschland und auf weiteren Märkten verfügbar sein.

Sprache gut hörbar zu verstärken und gleichzeitig ein möglichst angenehmes/ausgewogenes Klangerlebnis zu bieten, ist ein wichtiges Leistungsmerkmal für Hörgeräte. Eine Grundlage für die BestSound Technologie sind deshalb leistungsfähige Computerchips. Sie spalten Schallwellen, die das Hörgerät über zwei Mikrofone empfängt, in einzelne Frequenzbereiche auf und berechnen daraus für jede Hörsituation ein fein abgestimmtes Klangbild.

Rückkopplungen, die ein unangenehmes Pfeifen verursachen, werden automatisch kompensiert. Auch Stimmengewirr, mit dem Hörgeräteträger zum Beispiel auf Partys zu kämpfen haben, wird so aufgearbeitet, dass Gespräche im Hintergrund leiser erscheinen. Damit kann sich der Träger besser auf seinen Gesprächspartner konzentrieren.

Grundlage der Micon-Generation der BestSound Technologie ist eine von Siemens entwickelte, extrem leistungsfähige Chipplattform. So lässt sich ein breiteres Frequenzspektrum verarbeiten und der Schall in bis zu 48 einzeln optimierte Kanäle aufspalten. Das System verarbeitet 250 Millionen Befehle pro Sekunde so schnell, dass Nutzer trotz der aufwändigen Berechnungen das Signal ohne merkbare Zeitverzögerung hören. So wird das Hören mit Hörgerät viel weniger anstrengend. Die Signale beider Richtmikrofone werden einzeln parallel verarbeitet. So lassen sich Rückkopplungen schneller auslöschen und Schallquellen besser identifizieren, um störende Hintergrundgeräusche herauszufiltern.

Siemens gehört weltweit zu den führenden Herstellern von Hörgeräten. 2004 gelang seinen Ingenieuren erstmals der Datenaustausch zwischen linkem und rechtem Hörgerät. Anwender können so Unterschiede der Signale an beiden Ohren erkennen und zum Beispiel eine Schallquelle orten. 2012 wurden die Siemens-Forscher und ihre Partner von der Universität Oldenburg dafür mit dem deutschen Zukunftspreis ausgezeichnet. Der Preis zielt speziell auf Innovationen ab, die in der Praxis erfolgreich sind und großes Marktpotenzial besitzen. (2014.02.4)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

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