Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nationale Adipositas-Allianz: Gesamtgesellschaftlicher Kampf gegen Fettleibigkeit notwendig

19.06.2012
Seit Jahren wächst die Zahl derer, die krankhaft übergewichtig oder gar fettleibig sind. Heute gelten in Deutschland rund 40 Prozent der Erwachsenen als übergewichtig und 20 Prozent bereits als adipös (fettleibig).
Bei Kindern und Jugendlichen sind es eklatante 15 Prozent. Nun haben sich die führenden Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der Adipositas, zu denen neben dem Kompetenznetz Adipositas und dem Nationalen Genom-Forschungsprojekt (NGFNplus) auch das Integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) AdipositasErkrankungen Leipzig gehört, zur Nationalen Adipositas-Allianz zusammengeschlossen.

Sie erarbeiteten ein Strategiepapier als Handlungsanstoß für Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Medien. Um der Adipositasepidemie entgegenzuwirken und einen gesünderen Lebensstil in der Gesellschaft zu erreichen, sei eine neue transdisziplinäre Strategie nötig, die weit über die Medizin hinausgehe. Bis 2020 hält die Allianz verschiedene Maßnahmen für notwendig, beispielsweise eine Präventionsstrategie zu entwickeln, welche die gegenwärtigen dick-machenden (adipogenen) Umweltbedingungen mit einbezieht, aus Best-Practice und evidenzbasierten Ansätzen eine koordinierte nationale Strategie abzuleiten, Konzepte gegen Stigmatisierung und Diskriminierung Adipöser sowie frühe Präventionsmaßnahmen für Schwangerschaft und Kindheit zu entwickeln.

Die Kernbotschaft lautet: Adipositas ist längst kein individuelles, medizinisches Problem mehr. Adipositas in Deutschland ist auch eine Folge gesellschaftlicher Rahmenbedingungen. Deshalb müssen zum einen die verschiedenen Wissenschaftsfelder kooperieren und ihr Wissen in eine gesamtgesellschaftliche Adipositas-Strategie einbringen, und zum anderen muss die Politik für deren Umsetzung sorgen. Neben Medizinern sind also etwa Pädagogen, Ernährungs- und Sportwissenschaftler, Soziologen oder Stadtplaner gefragt.

Medizinische Konzepte allein reichen laut der Nationalen Adipositas-Allianz nicht aus, um das Problem krankhaften Übergewichts in den Griff zu bekommen. Vor allem wegen der adipogenen Umwelt sind die bisherigen Gewichtsreduktionsprogramme in ihrem Erfolg begrenzt sind.

Deshalb müssten auch die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen so verändert werden, dass jedem ein gesunder Lebensstil möglich ist - unabhängig von Schicht und Alter. "Wir haben viel Wissen über Adipositas gesammelt. Nun ist es an der Zeit, den nächsten Schritt zu gehen und einzugreifen", so Stumvoll. Dafür sind alle gesellschaftlichen Kräfte gefordert.

Das IFB AdipositasErkrankungen ist eines von acht Integrierten Forschungs- und Behandlungszentren, die in Deutschland vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert werden. Es ist eine gemeinsame Einrichtung der Universität Leipzig und des Universitätsklinikums Leipzig (AöR). Ziel der Bundesförderung ist es, Forschung und Behandlung interdisziplinär so unter einem Dach zu vernetzen, dass Ergebnisse der Forschung schneller als bisher in die Behandlung adipöser Patienten integriert werden können. Am IFB AdipositasErkrankungen gibt es derzeit über 40 Forschungsprojekte. Zur Patientenbehandlung stehen eine IFB AdipositasAmbulanz für Erwachsene und eine für Kinder und Jugendliche zur Verfügung.

Carmen Brückner

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Michael Stumvoll
Integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) AdipositasErkrankungen
Telefon: +49 341 97-13380

Doris Gabel
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit IFB
Telefon: +49 341 97-13361
E-Mail: presse@ifb-adipositas.de

Susann Huster | idw
Weitere Informationen:
http://www.ifb-adipositas.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Verbesserte Heilungschancen durch individualisierte Therapie bei Hodgkin Lymphom
23.10.2017 | Uniklinik Köln

nachricht Aktuelle Therapiepfade und Studienübersicht zur CLL
20.10.2017 | Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Salmonellen als Medikament gegen Tumore

HZI-Forscher entwickeln Bakterienstamm, der in der Krebstherapie eingesetzt werden kann

Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können. Jedoch ist...

Im Focus: Salmonella as a tumour medication

HZI researchers developed a bacterial strain that can be used in cancer therapy

Salmonellae are dangerous pathogens that enter the body via contaminated food and can cause severe infections. But these bacteria are also known to target...

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Magma sucht sich nach Flankenkollaps neue Wege

23.10.2017 | Geowissenschaften

Neues Sensorsystem sorgt für sichere Ernte

23.10.2017 | Informationstechnologie

Salmonellen als Medikament gegen Tumore

23.10.2017 | Biowissenschaften Chemie