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Nanoteilchen gegen Netzhauterkrankungen - Forscher legen Grundlagen für „Medikamenten-Transporter“

26.03.2013
Forscher der Universität Regensburg haben Nanoteilchen entwickelt, die künftig in der Augenheilkunde eingesetzt werden könnten.

Die nur etwa 50 Nanometer großen Teilchen setzen sich – nach der Injektion in den Blutkreislauf – an der Wand der Blutgefäße fest, die die Netzhaut versorgen. Damit ist ein erster großer Schritt hin zur Produktion von „Nano-Transportern“ gelungen, die in Zukunft Arzneistoffe über die Blutbahn ins Auge transportieren.


Mikroskopische Aufnahme der Netzhaut von Mäusen, wobei die Zellkerne blau dargestellt sind. Rot gefärbt sind die Nanoteilchen (teilweise mit Pfeilen markiert), die sich an der Wand der Blutgefäße festgesetzt haben. Foto: Universität Regensburg

Krankheiten wie die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) oder die diabetische Retinopathie könnten so therapiert werden. Die Forscher haben ihre Nanoteilchen in der renommierten Fachzeitschrift „PNAS“ (DOI: 10.1073/pnas.1220281110) vorgestellt.

Die AMD und die diabetische Retinopathie sind Erkrankungen, die zu massiven Schäden der Netzhaut führen und zu den häufigsten Ursachen für eine Sehverschlechterung bis hin zur Erblindung zählen. Weltweit leiden etwa 50 Millionen Menschen an diesen Krankheiten. Während bei der AMD genetische Faktoren eine Rolle spielen, handelt es sich bei der diabetischen Retinopathie um eine Folgeerkrankung des Diabetes Mellitus, der Zuckerkrankheit. Gemeinsam ist beiden, dass es jeweils zu krankhaften Veränderungen der Blutgefäße kommt, die die Netzhaut versorgen. Das Absterben von Nervenzellen der Netzhaut ist die Folge.

Die bislang zur Verfügung stehenden Therapien – beispielsweise die Behandlung mit Laser – können zwar den Krankheitsverlauf verlangsamen oder sogar zum Stillstand bringen. Allerdings haben sie gravierende Nachteile: So ist dabei die Zerstörung von Gewebe möglich oder die Behandlung birgt ein Infektionsrisiko, das selbst zu Erblindung führen kann. Prof. Dr. Achim Göpferich vom Institut für Pharmazie und Prof. Dr. Ernst Tamm vom Institut für Anatomie der Universität Regensburg haben deshalb einen alternativen Therapieansatz erarbeitet, der darauf abzielt, die Blutgefäße der Netzhaut besser für Arzneistoffe erreichbar zu machen.

In der neuen Online-Ausgabe der „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS) präsentieren die beiden Forscher ihre neueste Entwicklung: Ihnen gelang es, Nanoteilchen mit einem Durchmesser von etwa 50 Nanometern zu entwickeln, die sich nach der Injektion in den Blutkreislauf in der Wand der Blutgefäße festsetzen, die die Netzhaut versorgen. Zu diesem Zweck haben sie auf der Oberfläche der Nanopartikel Moleküle verankert, die an bestimmte Rezeptoren der entsprechenden Zellen anbinden. Für ihre Untersuchungen griffen Göpferich und Tamm auf ein Mausmodell zurück.

Auf der Grundlage der neuen Nanoteilchen könnten bald „Medikamenten-Transporter“ entwickelt werden, die Arzneistoffe gezielt über die Blutbahn ins Auge befördern.

Der Original-Artikel unter:
http://www.pnas.org/content/early/2013/03/21/1220281110.full.pdf+html

Ansprechpartner für Medienvertreter:
Prof. Dr. Achim Göpferich
Universität Regensburg
Institut für Pharmazie
Tel.: 0941 943-4842
Achim.Goepferich@chemie.uni-regensburg.de

Alexander Schlaak | idw
Weitere Informationen:
http://pharmtech.ur.de
http://www.uni-regensburg.de

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