Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nanoraketen: Medikamente rasen durch Körper

04.10.2011
Winzige Röhrchen lassen sich in Flüssigkeiten antreiben

Nanoraketen, die von einem problemlos verträglichen Raketentreibstoff angetrieben werden, könnten eines Tages Medikamente durch den Körper transportieren.

Nanoröhrchen mit einem derartigen Antrieb funktionieren wie Raketen und bewegen sich mit höchster Geschwindigkeit durch Flüssigkeiten. Normale Treibstoffe wie Hydrazin sind giftig und können daher im Körperinneren nicht eingesetzt werden. Wissenschaftler des Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden haben jetzt winzige Raketen entwickelt, die mit einem weit weniger giftigen Treibstoff betrieben werden können.

Das Team um Samuel Sanchez stellt Nanoröhrchen her, indem es mit Platin überzogene Metallblätter zu Röhrchen formt, die im Inneren mit diesem Metall ausgekleidet sind. Als die Wissenschaftler die Röhrchen in einer warmen und schwachen Lösung mit Wasserstoffperoxid platzierten, katalysierte das Platin den Abbau des Peroxids in Wasser und Sauerstoff. In der Folge traten Gasbläschen aus einem Ende des Röhrchens aus und führten zu einem Schub in die entgegengesetzte Richtung.

Weitere Forschungen für Einsatz

Das Ergebnis ist eine Nanorakete, die mit einer Geschwindigkeit von mehr als 200 Mal der eigenen Länge angetrieben wird und damit schneller ist als bisher bekannte Bakterien. Die Wissenschaftler können die Röhrchen über ein magnetisches Feld steuern und die Geschwindigkeit über die Temperatur der Flüssigkeit kontrollieren. Der Treibstoff enthält laut NewScientist nur 0,25 Prozent Peroxid. Aber auch dieser Anteil kann noch nicht als völlig sicher für den Einsatz im Körper angesehen werden.

In einem nächsten Schritt sollen Nanoraketen entwickelt werden, die mit noch weniger Peroxid oder einer Substanz wie Glukose angetrieben werden, die bereits im Körper vorhanden ist. Laut Joseph Wang von der University of California in San Diego wäre damit einer der wenigen Antriebe denkbar, der auch in Blut, Urin oder Speichel funktionieren kann.

Details der Studie wurden im Journal of the American Chemical Society http://pubs.acs.org/doi/abs/10.1021/ja205012j veröffentlicht.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.ifw-dresden.de
http://ucsd.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Vitamin-Mangel, der Kampf gegen die Antriebslosigkeit und Nahrung für die Nerven
08.12.2016 | PhytoDoc Ltd.

nachricht Entschlüsselung von Kommunikationswegen zwischen Tumor- und Immunzellen beim Eierstockkrebs
06.12.2016 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie