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Nanomaterialien in Lebensmitteln - EFSA-Gutachten veröffentlicht

11.03.2009
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat am 5. März 2009 ihre wissenschaftliche Stellungnahme zu Nanomaterialien in Lebens- und Futtermitteln veröffentlicht.

Sie beschäftigt sich darin mit den allgemeinen Risiken, die zum Einsatz nanotechnologischer Verfahren in Lebens- und Futtermitteln diskutiert werden. Eine Bewertung bestimmter Produktgruppen oder spezifischer Anwendungen der neuen Technologie enthält die Stellungnahme nicht.

Nanomaterialien messen in mindestens einer Dimension weniger als 100 Nanometer. Ein Nanometer steht für ein milliardstel Meter (1/1.000.000.000 m = 10-9m). Stoffe mit Teilchen in Nanogößenordnung haben neue chemische und physikalische Eigenschaften, die vielfältige Anwendungen ermöglichen.

Beispiele sind Veränderungen im Geschmack oder in der Textur, eine verbesserte Kontrolle von Frische und Qualität oder die gesteigerte Bioverfügbarkeit von Nährstoffen. Es werden jedoch auch Risiken für die Gesundheit von Mensch und Tier sowie für die Umwelt gesehen. Die EFSA kommt in ihrer Stellungnahme zu dem Ergebnis, dass insgesamt bislang zu wenige Informationen über Nanomaterialien vorliegen.

Es fehlten verlässliche Analyseverfahren, Methoden der Risikocharakterisierung sowie Daten zur Toxikologie, insbesondere darüber wie sich Nanomaterialien im Körper verhalten. Herkömmliche Toxizitäts-Tests müssten zum Teil methodisch angepasst werden. Dennoch hält die EFSA ihre Vorgehensweise zur Risikobewertung grundsätzlich auch bei Nanomaterialien für anwendbar. Ein besonderes Augenmerk müsse aber auf die Teilchengröße der jeweiligen Substanzen gerichtet werden, betonen die Risikobewerter. Sie plädieren generell für eine Einzelfallentscheidung bei der Bewertung von Stoffen in Nanogröße. Hier sei insbesondere zu bedenken, dass Nanomaterialien gegenüber Stoffen mit größeren Teilchen vollkommen andere Dosis-Wirkungs-Beziehungen aufweisen können.

Der wissenschaftliche Ausschuss der EFSA fasst zusammen, dass eine Risikobewertung von Nanomaterialien zum aktuellen Zeitpunkt aufgrund der unzureichenden Datenlage noch mit großen Unsicherheiten behaftet sei. Er empfiehlt, insbesondere die Entwicklung einer verlässlichen Messmethodik als Grundlage für weitere Untersuchungen zu verfolgen. Laut EFSA sind die Kenntnisse über die praktische Verwendung und die Exposition von Nanomaterialien noch sehr begrenzt. Zu dieser Frage gibt es unterschiedliche Auffassungen.

Christina Rempe | aid infodienst
Weitere Informationen:
http://www.aid.de
http://www.efsa.europa.eu/EFSA/efsa_locale-1178620753812_1211902361968.htm

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