Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nachsorgetermine bei Strahlentherapie einhalten

25.01.2011
Rückfälle und Spätfolgen frühzeitig erkennen

Etwa 50 Prozent aller Krebspatienten erhalten im Laufe ihrer Erkrankung eine Strahlentherapie. Hieran schließen sich regelmäßige Nachuntersuchungen an, um eine mögliche Rückkehr der Erkrankung oder Spätfolgen der Behandlung frühzeitig zu erkennen. Diese Nachsorge ist ein fester und wichtiger Bestandteil der Tumortherapie.

Sie trägt entscheidend zum Gesamterfolg der Behandlung bei. Die Untersuchungstermine sollten deshalb unbedingt eingehalten werden, betont die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO). Wie lange und in welchen Abständen Nachuntersuchungen notwendig sind, hängt von der jeweiligen Tumorerkrankung ab.

Die Strahlentherapie ist eine wichtige Säule der Krebsbehandlung. In vielen Fällen kann sie den Tumor zerstören. „Ein Rezidiv, also die Rückkehr des Krebsleidens, lässt sich jedoch niemals ganz ausschließen“, sagt Professor Dr. med. Rita Engenhart-Cabillic, DEGRO-Präsidentin und Leiterin der Klinik für Strahlentherapie an der Universität Marburg. Zudem könne es Monate oder Jahre nach der Behandlung zu Spätfolgen am gesunden Gewebe kommen. Dies können leichte Veränderungen der Haut, Verhärtungen im Bindegewebe oder auch dauerhafte Störungen von Organfunktionen sein.

Um solche Spätkomplikationen und Rezidive frühzeitig zu erkennen, entwerfen die Behandlungszentren für ihre Patienten individuelle Nachsorgepläne. Die Nachsorge erstreckt sich in der Regel über zwei bis fünf Jahre. Für die Patienten stellen die Untersuchungstermine aber nicht nur eine Belastung dar. Im Gegenteil: „Die Nachsorge kann ein Gefühl der Sicherheit vermitteln, wenn die Befunde unauffällig ausfallen”, sagt Engenhart-Cabillic.

Bei der Planung der Nachsorge unterscheiden die Radioonkologen zwischen Patienten mit hohem, mittlerem und niedrigem Risiko. „Ein hohes Risiko besteht beispielsweise bei einer Therapie mit sehr hohen Strahlendosen“, erklärt Professor Dr. med. Michael Flentje, Leiter der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie an der Universität Würzburg. Auch bei einer begleitenden Chemotherapie müssen die Patienten über längere Zeit vom Behandlungszentrum betreut werden. Besonders wichtig ist die Nachsorge zudem bei Patienten, bei denen nach einer Strahlentherapie noch eine sogenannte Salvage-Operation durchgeführt wurde. „Diese Eingriffe bieten bei einem Rezidiv noch eine Heilungschance, die nicht verpasst werden darf“, erklärt Flentje.

Bei Patienten mit einem mäßigen Risiko kann die Nachsorge nach einiger Zeit auf telefonische Kontakte begrenzt werden. „Gezielte Interviews anhand strukturierter Fragebögen stellen sicher, dass Spätfolgen und Rezidive nicht übersehen werden”, so Flentje. Dieses Vorgehen gilt auch für Patienten mit niedrigem Risiko. Die Gespräche erfolgen hier allerdings in größeren Zeitabständen.

Zur Strahlentherapie
Die Strahlentherapie ist eine lokale, nicht-invasive, hochpräzise Behandlungsmethode mit hohen Sicherheitsstandards und regelmäßigen Qualitätskontrollen. Bildgebende Verfahren wie die Computer- oder Magnetresonanztomografie ermöglichen eine exakte Ortung des Krankheitsherdes, so dass die Radioonkologen die Strahlen dann zielgenau auf das zu bestrahlende Gewebe lenken können. Umliegendes Gewebe bleibt weitestgehend verschont.

Kontakt für Journalisten:

Silke Stark
Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie e.V.
Pressestelle
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-572
Fax: 0711 8931-167
E-Mail: stark@medizinkommunikation.org

Silke Stark | idw
Weitere Informationen:
http://www.degro.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Abstoßung von Spenderorganen: Neue Biomarker sollen Komplikationen verhindern
15.12.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

nachricht Antibiotikaresistenzen durch Nanopartikel überwinden?
15.12.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Im Focus: First-of-its-kind chemical oscillator offers new level of molecular control

DNA molecules that follow specific instructions could offer more precise molecular control of synthetic chemical systems, a discovery that opens the door for engineers to create molecular machines with new and complex behaviors.

Researchers have created chemical amplifiers and a chemical oscillator using a systematic method that has the potential to embed sophisticated circuit...

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltrekord: Jülicher Forscher simulieren Quantencomputer mit 46 Qubits

15.12.2017 | Informationstechnologie

Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke

15.12.2017 | Verfahrenstechnologie

Forscher vereinfachen Installation und Programmierung von Robotersystemen

15.12.2017 | Energie und Elektrotechnik