Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Myrcludex B: Vorfahrt für den neuen Virusblocker für Hepatitis D

07.06.2017

Myrcludex B erhält von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) das „PRIME“-Siegel – und wird damit zu einem Medikament, dessen Entwicklung von der EMA vorrangig unterstützt wird. Der Virusblocker gegen das Hepatitis B- und D-Virus ist von DZIF-Wissenschaftlern am Universitätsklinikum Heidelberg entwickelt worden.

PRIME steht für „Priority Medicines“ und ist ein Programm, in dem die EMA die Entwicklung von besonders benötigten Medikamenten verstärkt fördert. Myrcludex B ist für die EMA ein solcher förderungswürdiger Wirkstoff.


Myrcludex B blockiert auch den Eintritt von Hepatitis-D-Viren (HDV) in die Leberzelle

modifiziert nach: Li & Urban, J Hepatol. 2016 Apr;64(1 Suppl):S32-40

Der Bedarf an einem Medikament zur Behandlung chronischer Hepatitis D (Delta) ist groß: Von den 350 Millionen Menschen, die chronisch mit dem Hepatitis B-Virus infiziert sind, tragen ca. 25 Millionen Menschen zusätzlich das Hepatitis D-Virus. Diese Koinfektion stellt die schwerste Form der viralen Hepatitis dar und ist derzeit nicht spezifisch therapierbar.

Am Universitätsklinikum Heidelberg konnte das Team um DZIF-Professor Stephan Urban mit Myrcludex B einen Wirkstoff entwickeln, der den Eintritt von Hepatitis B- und D-Viren in die Leberzelle spezifisch blockiert. In zwei klinischen Studien haben die Wissenschaftler bereits gezeigt, dass der Wirkstoff vom Menschen sehr gut vertragen wird und effizient die Vermehrung beider Viren, Hepatitis B und D, hemmt.

„Das Gütesiegel der EMA und der damit verbundene Dialog bei weiteren Entwicklungsschritten wird den Prozess bis zur Zulassung erleichtern und damit schneller die Patienten erreichen“, freut sich Prof. Stephan Urban, der den Wirkstoff entdeckt und dessen Mechanismus aufgedeckt hat. Nun leitet er die weitere Entwicklung mit den Partnern MYR GmbH und Hepatera LLC. „Myrcludex B hat im letzten Antragsverfahren als einziger von acht Anträgen im Bereich der Infektionsforschung den PRIME-Stempel erhalten“, ergänzt Urban.

Myrcludex B ist ein Beispiel für die sehr erfolgreiche translationale Forschung im DZIF. Die klinische Entwicklung des Wirkstoffs mit einem ganz neuen Wirkmechanismus erfolgte in enger Zusammenarbeit von Wissenschaft, öffentlicher Förderung und kleineren Biotech-Unternehmen.

Kontakt
Prof. Dr. Stephan Urban
DZIF-Professor für Translationale Virologie
Universitätsklinikum Heidelberg
T +49 6221 56-4902
E-Mail: stephan.urban@med.uni-heidelberg.de

Weitere Informationen:

http://www.dzif.de/ueber_uns/menschen_im_dzif/ansicht/detail/artikel/myrcludex_b... mehr zum Thema
http://www.ema.europa.eu/docs/en_GB/document_library/Annex_to_CHMP_highlights/20... PRIME Dokument

Karola Neubert | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Mikrobiologen entwickeln Methode zur beschleunigten Bestimmung von Antibiotikaresistenzen
13.02.2018 | Westfälische Wilhelms-Universität Münster

nachricht Überschreiben oder Speichern? Die Gewissensfrage zur Vergesslichkeit
13.02.2018 | PhytoDoc Ltd.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Im Focus: Demonstration of a single molecule piezoelectric effect

Breakthrough provides a new concept of the design of molecular motors, sensors and electricity generators at nanoscale

Researchers from the Institute of Organic Chemistry and Biochemistry of the CAS (IOCB Prague), Institute of Physics of the CAS (IP CAS) and Palacký University...

Im Focus: Das VLT der ESO arbeitet erstmals wie ein 16-Meter-Teleskop

Erstes Licht für das ESPRESSO-Instrument mit allen vier Hauptteleskopen

Das ESPRESSO-Instrument am Very Large Telescope der ESO in Chile hat zum ersten Mal das kombinierte Licht aller vier 8,2-Meter-Hauptteleskope nutzbar gemacht....

Im Focus: Neuer Quantenspeicher behält Information über Stunden

Information in einem Quantensystem abzuspeichern ist schwer, sie geht meist rasch verloren. An der TU Wien erzielte man nun ultralange Speicherzeiten mit winzigen Diamanten.

Mit Quantenteilchen kann man Information speichern und manipulieren – das ist die Basis für viele vielversprechende Technologien, vom hochsensiblen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Auf der grünen Welle in die Zukunft des Mobilfunks

16.02.2018 | Veranstaltungen

Smart City: Interdisziplinäre Konferenz zu Solarenergie und Architektur

15.02.2018 | Veranstaltungen

Forschung für fruchtbare Böden / BonaRes-Konferenz 2018 versammelt internationale Bodenforscher

15.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

17.02.2018 | Energie und Elektrotechnik

Stammbaum der Tagfalter erstmalig umfassend neu aufgestellt

16.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Strategien zur Behandlung chronischer Nierenleiden kommen aus der Tierwelt

16.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics