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Motor für Metastasen bei Lungenkrebs: Würzburger Forscher haben den Rezeptor TrkB unter Verdacht

25.01.2013
Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs haben nur geringe Heilungschancen.

Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass sich beim Lungenkrebs zum Zeitpunkt der Diagnose oftmals bereits Metastasen vom Primärtumor in der Lunge abgesiedelt haben.

Gegenwärtig gibt es keine wirksame Therapie zur Prävention oder Bekämpfung solcher Metastasen. Dr. Rudolf Götz und sein Team am Universitätsklinikum Würzburg untersuchen einen Mechanismus, der für die Metastasierung verantwortlich sein könnte. Im Visier haben sie einen Rezeptor, der an der Zelloberfläche ausgeprägt wird: den „Tyrosinkinase-Rezeptor“ (TrkB) und das angelagerte Molekül namens „BDNF“.

Beim Lungenkrebs sind die Tumorzellen im frühen Stadium der Erkrankung noch miteinander verbunden. Den „Klebstoff“ zwischen den Zellen bilden spezialisierte Moleküle wie zum Beispiel das E-Cadherin. Forscher vermuten, dass die Absiedelung von Tumorzellen aus dem Primärtumor dadurch zustande kommt, dass zunächst der Kontakt der Krebszellen untereinander aufgelöst wird und die Krebszellen beweglich werden und wandern können.

Von Nervenzellen weiß man, dass der Tyrosinkinase-Rezeptor (TrkB) und sein Ligand BDNF eine Rolle bei der Wanderung und beim Überleben der Zellen spielen. Außerdem wird TrkB bei Bronchialtumor-Patienten mit schlechten Heilungschancen im Lungentumorgewebe und in dessen Metastasen in den Lymphknoten produziert. Daher vermutet Dr. Götz, dass TrkB bei Lungenkrebs auch ein entscheidender Faktor bei der Auflösung der Zellkontakte und damit bei der Metastasierung sein könnte.

In Zellkulturexperimenten untersuchen die Würzburger Forscher nun, ob durch die Expression von TrkB in menschlichen Lungentumorzellen auch die Expression des Zell-Adhäsionsmoleküls E-Cadherin abgeschwächt wird und dadurch der Zellkontakt der Tumorzellen untereinander aufgelöst wird. „Wir hoffen, dass unsere Experimente eine Achillesferse metastasierender Lungentumorzellen offen legen und sich dadurch ein neuer therapeutischer Ansatz ergibt“, fasst Dr. Götz das Ziel des Projekts zusammen.

Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit rund 120.000 Euro. Stiftungszweck ist die Förderung der medizinischen Forschung, insbesondere von Projekten im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden insgesamt über 190 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Kontakt (Projektleitung):
PD Dr. rer. nat. Rudolf Götz
Universitätsklinikum Würzburg, Institut für Klinische Neurobiologie
E-Mail: Goetz_R1@klinik.uni-wuerzburg.de
Telefon: +49 (0)931-201- 44008

Sylvia Kloberdanz | idw
Weitere Informationen:
http://www.wilhelm-sander-stiftung.de

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