Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mittelmeerküche hält gesund und verlängert Leben

25.06.2009
Mediziner: "Nicht nur Ernährung, sondern Lebensstil"

Die als "Mittelmeerküche" bekannte Nahrungsgrundlage ist bestens dazu geeignet, Fettleibigkeit und chronische Krankheiten vorzubeugen, daneben wirkt sie sich günstig auf die Lebensdauer aus.

Das berichtet der Mediziner Paolo Borrione von der Universität Rom heute, Donnerstag, auf dem Kongress des Forums für evidenzbasierte Prävention in Baden bei Wien. Der Hämatologe verglich die Forschungsliteratur der vergangenen 15 Jahre, die zu den gesundheitlichen Auswirkungen mediterraner Kost durchgeführt wurden.

Kennzeichen der Mittelmeerküche sind frisches Gemüse, Obst, Fisch, Reis, helles Brot, Olivenöl, Knoblauch und gemäßigte Zuführung von Alkohol wie etwa Rotwein. Zahlreiche Studien zeigen, dass Bewohner der Mittelmeer-Länder wie Spanien, Frankreich und Italien seltener dick sind und länger leben, zudem ist Typ-2-Diabetes weit seltener verbreitet als etwa im Norden Europas.

Auch für die Vorsorge von Krebs, Demenz und Alzheimer zeigen sich positive Effekte. "Es ist zwar denkbar, dass auch genetische Faktoren mit eine Rolle spielen. Die Hauptursache der höheren Gesundheit dieser Länder ist jedoch eindeutig ihre Form der Ernährung", so Borrione im pressetext-Interview. Die Zusammenstellung dieser Kost habe sich über lange Zeit entwickelt und sei durch die niedrigeren Einkommen im Mittelmeerraum geprägt, weshalb man stets auf selbsterzeugte Produkte gesetzt habe.

Eine Umstellung der Ernährung auf die mediterrane Kost komme allen Altersgruppen zugute, wobei die Auswirkungen durchaus verschieden seien. "Bei Kindern und Jugendlichen beugt sie Fettleibigkeit und das metabolische Syndrom vor, bei Alten senkt es die Sterblichkeit und schützt vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen", erklärt Borrione. Gesund sei die Mittelmeerkost aus mehreren Gründen. "Unter anderem beinhaltet sie viele Omega-3-Fettsäuren, Ballaststoffe und Antioxidanten, die in Summe die Gesundheit stärken und chronische Krankheiten vorbeugen." Die aufgenommene Energie bleibe gleich, da sich die Gesamtmenge an den Fetten nicht ändere. "Doch statt gesättigten nimmt man vor allem ungesättigte Fettsäuren zu sich. Diese 'guten' Energieträger, die der Körper vollständig umsetzen kann, sind mit Treibstoff vergleichbar, den ein Auto vollständig verbrennen kann, ohne dass Rückstände im Tank zurückbleiben."

Man greife zu kurz, wenn man Mittelmeerküche nur als Zusammensetzung der Nahrung sehe, betont Borrione. "Es handelt sich dabei um eine Lebensweise. Man achtet auf regionale und saisontypische Produkte, ersetzt Chips durch kleine Essenshappen zwischendurch und Süßigkeiten durch Obst." Auch die Form der Nahrungsaufnahme spiele eine Rolle.

"Wir vergessen immer mehr, dass eine Mahlzeit auch eine Sozialform besitzt. Wer mit anderen gemeinsam isst, lässt sich mehr Zeit und genießt das Essen weit mehr. Im Gegensatz zum stets einheitlichem Fast Food kann man zudem wählen, was und wie viel man isst", so der Ernährungsspezialist. Damit ein Land aus Präventionsgründen die mediterrane Kost erfolgreich zum Standard machen könne, sei ein kompletter Kulturwandel nötig. "Wir müssen wieder mehr darüber nachdenken, was wir zu uns nehmen", so der italienische Wissenschaftler.

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://w3.uniroma1.it/medint
http://www.eufep.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise