Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mitteldeutsche Sepsis Allianz: Vereint im Kampf gegen Sepsis

15.03.2012
Als deutschlandweit erstes regionales Netzwerk vereint die Mitteldeutsche Sepsis Allianz alle Beteiligten in der Prävention, der Früherkennung, der Therapie und der Nachsorge der Sepsis und der betroffenen Patienten.

Initiator der Allianz ist das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum für Sepsis und Sepsisfolgen CSCC am Universitätsklinikum Jena.

„Sepsis ist ein Notfall, jede Stunde Verzögerung in der Erkennung und Behandlung kostet Leben“, fasst Professor Konrad Reinhart die Triebkraft für sein wissenschaftliches Wirken zusammen. Als Präsident der „Global Sepsis Alliance“ hat der Intensivmediziner am Universitätsklinikum Jena jetzt eine Mitteldeutsche Sepsis Allianz ins Leben gerufen, um die gesamte Versorgungskette vom Hausarzt über den Rettungsdienst, den Kliniken der Akutversorgung bis hin zur Nachsorge in Reha-Einrichtungen und wieder beim Hausarzt zu integrieren und zu optimieren. Beteiligt sind über 50 Akut-Krankenhäuser und Reha-Kliniken mit Schwerpunkt in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt, aber auch gesundheitspolitische Institutionen wie Ärztekammern, kassenärztliche Vereinigungen und Landesministerien.

Dr. Hartmut Schubert, Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit, betont: „Sepsis kann nur mit vielen Partnern wirksam bekämpft werden. Wir müssen gemeinsam alles daran setzen, die Hygiene in medizinischen Einrichtungen zu verbessern und multiresistente Keime zu bekämpfen. Das sind wir den Bürgerinnen und Bürgern schuldig, die ein Recht auf hochwertige medizinische ambulante und stationäre Versorgung haben. Deshalb wirkt das Thüringer Gesundheitsministerium aus Überzeugung an der Mitteldeutschen Sepsis-Allianz mit.“

Im Rahmen des Versorgungsnetzwerkes Mitteldeutsche Sepsis Allianz soll eine tragfähige Kommunikationsplattform entstehen, die einen effektiven Behandlungsablauf ermöglicht und die Grundlage für einheitliche Versorgungs- und Verlegestandards bildet. Zur Verbesserung der Behandlungsqualität wird ein Konzept für die Aus-, Fort- und Weiterbildung aller in die Behandlung einbezogenen Berufsgruppen erarbeitet. Das MEDUSA-Projekt des CSCC, an dem 43 Kliniken in Deutschland teilnehmen, und das auf die schnellere Primärversorgung septischer Patienten zielt, wird hier einen wichtigen Beitrag leisten.

„Ein besonderes Augenmerk soll auf der Prävention der Sepsis und der Vermeidung und Früherkennung von nosokomialen Infektionen liegen“, ergänzt Prof. Dr. Frank M. Brunkhorst. Der Professor für klinische Sepsisforschung leitet im CSCC die ALERTS-Studie am Jenaer Universitätsklinikum, die deutschlandweit größte Präventionsstudie für Krankenhausinfektionen.

Die Mitteldeutsche Sepsis Allianz wird im stationären und ambulanten Bereich Krankenhäuser und Ärzte aller Versorgungsstufen bei der Umsetzung anerkannter Behandlungsstandards und bei der Überführung neuester Erkenntnisse aus der Forschung in die tägliche Praxis unterstützen. „Wir haben die Initiative für diese Allianz gestartet, um die Kluft, die noch zu oft zwischen den Erkenntnissen aus der Sepsisforschung und der Patientenbehandlung klafft, nachhaltig zu überbrücken“, so Professor Reinhart.

Kontakt:
Prof. Dr. Konrad Reinhart
Zentrum für Sepsis und Sepsisfolgen CSCC, Universitätsklinikum Jena
Tel. 03641/9323101
E-Mail: Konrad.Reinhart[at]med.uni-jena.de
Hintergrund:
Sepsis, im Deutschen oft nicht ganz korrekt als „Blutvergiftung“ bezeichnet, entsteht durch die komplexe Abwehrreaktion des Körpers auf Infektionen, die zum Ausfall von Organen, zu Schock und in hoher Prozentzahl zum Tod führt. Sie ist mit ca. 60.000 Todesfällen pro Jahr eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Die Zahl der Menschen, die jährlich an Sepsis versterben, ist damit vergleichbar mit den Todesfällen in der Folge von Herzinfarkt. Bedauerlicherweise hat sich in den letzten 10 Jahren weltweit die Zahl der Sepsisfälle mehr als verdoppelt.

In dem vom BMBF geförderten Zentrum für Sepsis und Sepsisfolgen CSCC am Universitätsklinikum Jena erforschen Wissenschaftler und Ärzte neue Strategien zur Diagnose und Therapie der Sepsis und erarbeiten neue Ansätze im gesamten Behandlungspfad septischer Patienten - von der Risikobeurteilung bis zur poststationären Langzeitbetreuung und Rehabilitation. Damit soll die Sterblichkeit der Sepsis verringert, eine Erhöhung der Lebensqualität nach Sepsis und eine Minimierung der direkten und indirekten Behandlungskosten erreicht werden.

Dr. Uta von der Gönna | idw
Weitere Informationen:
http://www.cscc.uniklinikum-jena.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Herzerkrankungen: Wenn weniger mehr ist
30.03.2017 | Universitätsspital Bern

nachricht Stoßlüften ist besser als gekippte Fenster
29.03.2017 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nierentransplantationen: Weisse Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung

30.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zuckerrübenschnitzel: der neue Rohstoff für Werkstoffe?

30.03.2017 | Materialwissenschaften

Integrating Light – Your Partner LZH: Das LZH auf der Hannover Messe 2017

30.03.2017 | HANNOVER MESSE