Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Minimal-invasiver Herzklappenersatz

28.11.2008
Die Klinik für Thorax- und Kardiovaskuläre Chirurgie und die Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Angiologie des Universitätsklinikums Düsseldorf setzen seit November ein minimal-invasives Verfahren zum Ersatz der Aortenklappe am Herzen ein. Es kommt vor allem Hochrisiko-Patienten zugute.

Der Eingriff geschieht am schlagenden Herzen, der Einsatz der Herz-Lungenmaschine, die während einer Herzoperation die Kreislauffunktionen übernimmt, kann vermieden werden. Auch die Öffnung des Brustbeins ist mit diesem minimal-invasiven Verfahren verzichtbar. Für Patienten, bei denen ein Eingriff am offenen Herzen nicht möglich ist, stellt dieses Verfahren die einzige Alternative zu medikamentösen Therapien dar.

Der so genannte transapikale oder transfemorale Herzklappenersatz wurde in ersten Machbarkeitsstudien im Jahr 2005 in Deutschland eingesetzt und ist seit dem Jahr 2007 zertifiziert. Die Erfahrungen damit sind gut. Im Universitätsklinikum Düsseldorf wurden inzwischen drei Patienten durch ein Ärzteteam aus Herzchirurgen und Kardiologen auf diese Weise erfolgreich behandelt.

Mit dem Katheter wird über einen Schnitt am seitlichen Brustkorb durch die Spitze des Herzens hindurch eine neue Aortenklappe in die Klappenebene geschoben. Als weiterer Zugangsweg ist, wie bei der diagnostischen Herzkatheteruntersuchung, der Zugang über die Leistenarterie möglich. Die alte Herzklappe wird mittels eines Katheterballons gesprengt. Die neue Klappe kann dann mithilfe des Ballons entfaltet werden. Die für dieses Verfahren speziell hergestellte Bioprothese der Aortenklappe besteht aus Rinderherzbeutelgewebe. Die Kosten für den minimal-invasiven Eingriff liegen, vor allem aufgrund des speziellen Implantats deutlich höher, als beim konventionellen Herzklappenersatz. Daher bleibt der Eingriff zur Zeit Hochrisikopatienten vorbehalten, bei denen ohne Herzklappenersatz keine gesundheitliche Verbesserung zu erzielen ist.

Kontakt: Prof. Dr. Peter Feindt, Klinik für Thorax- und Kardiovaskuläre Chirurgie, Universitätsklinikum Düsseldorf, Tel.: 0211 / 81-18332

Dr. Stephan Steiner, Klinik für Kardiologie, Tel.: 0211 / 81-18820

Susanne Dopheide | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinik-duesseldorf.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Abstoßung von Spenderorganen: Neue Biomarker sollen Komplikationen verhindern
15.12.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

nachricht Antibiotikaresistenzen durch Nanopartikel überwinden?
15.12.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Im Focus: First-of-its-kind chemical oscillator offers new level of molecular control

DNA molecules that follow specific instructions could offer more precise molecular control of synthetic chemical systems, a discovery that opens the door for engineers to create molecular machines with new and complex behaviors.

Researchers have created chemical amplifiers and a chemical oscillator using a systematic method that has the potential to embed sophisticated circuit...

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltrekord: Jülicher Forscher simulieren Quantencomputer mit 46 Qubits

15.12.2017 | Informationstechnologie

Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke

15.12.2017 | Verfahrenstechnologie

Forscher vereinfachen Installation und Programmierung von Robotersystemen

15.12.2017 | Energie und Elektrotechnik