Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Millionen-Förderung für Projekt zur Rolle von Vitamin D für Herz-Kreislauf-System

30.06.2010
Die Arbeitsgruppe Humanernährung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) koordiniert ein Verbundprojekt, in dem die beteiligten Wissenschaftler die Rolle von Vitamin D für die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems erforschen.

Darüber hinaus wollen sie innovative Strategien für die Nahrungsmittelproduktion entwickeln, um die Vitamin-D-Versorgung der Bevölkerung zu verbessern sowie den nachhaltig wirtschaftenden Sektor Binnenfischerei und Aquakultur zu stärken. Das Bundministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das am 1. Juli 2010 startende Projekt insgesamt mit rund 1,4 Millionen Euro.

Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt und trägt den Titel „Vitamin D und kardiovaskuläre Gesundheit - von experimenteller und epidemiologischer Evidenz zu innovativen Lebensmitteln". Neben der Arbeitsgruppe Humanernährung unter der Leitung von Prof. Dr. Gabriele Stangl ist an der MLU auch die Arbeitsgruppe Lebensmittelchemie beteiligt, die Prof. Dr. Marcus Glomb leitet. Weitere Projektpartner sind das Deutsche Institut für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke, das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg und das Institut für Binnenfischerei in Potsdam-Sacrow. Als Industriepartner sind die Fischerei Müritz-Plau GmbH in Waren an der Müritz und die Chromsystems Instruments & Chemicals GmbH in München dabei.

„Die unzureichende Versorgung mit Vitamin D gehört in Deutschland zu den bedeutendsten Ernährungsproblemen mit hohem gesundheitlichem Risiko", sagt Projektkoordinatorin Gabriele Stangl. „Neuere Daten lassen vermuten, dass eine verminderte Vitamin-D-Zufuhr nicht nur die Knochengesundheit beeinträchtigt, sondern auch die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigt. In Deutschland existieren derzeit allerdings nur wenige konzertierte Aktionen, die sich der Erforschung von Vitamin D und seiner Rolle für die kardiovaskuläre Gesundheit widmen sowie innovative Lösungsansätze zur Verbesserung der Vitamin-D-Versorgung aufzeigen."

Fisch sei derzeit die Hauptquelle des Vitamins D in unserer Nahrung. „Da Empfehlungen zu höherem Verzehr von Fisch aus Wildbeständen ökologisch kaum mehr vertretbar sind, können Fische aus der Binnenfischerei, besonders der Aquakultur, eine umweltverträgliche und nachhaltige Alternative darstellen." Der Kenntnisstand zum Vitamin-D-Gehalt von Binnenfischen sei aber unzureichend. Vermutlich enthielten diese Fische deutlich weniger Vitamin D. „Daher sollen innovative biotechnologische Konzepte zur Erhöhung des Vitamin-D-Gehaltes erarbeitet werden."

Mit dem neuen Verbundprojekt wollen die beteiligten Wissenschaftler der Vitamin D-Forschung in Deutschland einen starken Impuls geben. „Wenn es gelingt, Fisch aus Binnengewässern im Vitamin-D-Gehalt zu erhöhen, könnte die Vitamin-D-Versorgung der Bevölkerung durch ein natürliches Lebensmittel aus ökologisch nachhaltiger Produktion verbessert werden", führt Gabriele Stangl aus. „Gleichzeitig wäre dies ein Beitrag zur Senkung kardiovaskulärer Risikofaktoren. Und mit der ernährungsphysiologischen Aufwertung von inländisch erzeugten Fischprodukten würde auch der gesamte Wirtschaftszweig Binnenfischerei und Aquakultur ökonomisch gestärkt werden.

Ansprechpartnerin:
Prof. Dr. Gabriele Stangl
Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften
Telefon: 0345 55 22 707

Carsten Heckmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-halle.de
http://www.ernaehrungswissenschaften.uni-halle.de/mitarb/professur_human_ernaehr

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Innovative Antikörper für die Tumortherapie
20.02.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Nervenschmerzen zukünftig wirksamer behandeln
20.02.2017 | Universität Zürich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

Physikerinnen und Physiker diskutieren in Bremen über aktuelle Grenzen der Physik

21.02.2017 | Veranstaltungen

Kniffe mit Wirkung in der Biotechnik

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit den Betriebsräten Sozialpläne

21.02.2017 | Unternehmensmeldung

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zur Sprache gebracht: Und das intelligente Haus „hört zu“

21.02.2017 | Messenachrichten