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Mikromotoren liefern Medikamente effizienter ab

29.01.2015

Hocheffiziente Anwendung aus Zink zerstört sich nach Zustellung selbst

Winzige Motoren sind, durch Magensäure angetrieben, in der Lage, Medikamente und Nanopartikel zielgerichtet zur Magenwand zu transportieren und dort freizusetzen. Die Forscher Joseph Wang und Liangfang Zhang von der University of California, San Diego http://ucsd.edu  konnten das nun erstmals auch an einem lebenden Tier, einer Maus, testen. Die Mikromotoren sind etwa so groß wie ein Fünftel der Dicke eines menschlichen Haares und werden durch eine chemische Reaktion angetrieben.


Mikromotoren: winziger Antrieb (Foto: Jacobs School of Engineering/UC San Diego)

Raketenartiger Antrieb

"Ob man das einen Motor nennen möchte, sei einmal dahingestellt. Diese Nanopartikel sind eher Miniaturversionen einer Feststoffrakete - so ähnlich wie die, die man zu Neujahr abschießt, nur viel kleiner.

Sie werden im Magen ausgelöst (die Säure ist ein Teil der Antriebsreaktion), dringen in die Magenwand ein und können dort ein Medikament absetzen", analysiert Jannik Meyer von der Research Group Physics of Nanostructured Materials http://physnano.univie.ac.at  gegenüber pressetext.

Die Mikromotoren bestehen aus Zink, das mit der Magensäure reagiert und winzige Wasserstoffbläschen erzeugt, die die Motoren vorwärts bewegen. Diese stoßen in die Magenwand, wo sie ihre gespeicherte Ladung - im Experiment waren es Nanopartikel aus Gold - freisetzen. Die Motoren aus Zink lösten sich danach rückstandsfrei in der Magensäure der Mäuse auf.

Arbeit an Navigationsfähigkeit

Für die Ablieferung von Medizinprodukten weisen die Mikromotoren einen klaren Vorteil auf: Sie konnten mehr als drei Mal so viele Goldpartikel direkt bis zur Magenschleimhaut transportieren, als das bei normalem Schlucken der winzigen Teilchen möglich ist. Gearbeitet wird derzeit noch daran, die Navigationsfähigkeiten der Motoren zu verbessern.

"Von einem kontrolliert gesteuerten Roboter, der gezielt im Körper operiert, ist das noch weit entfernt. Dennoch könnte es sinnvolle Anwendungen geben", meint Meyer abschließend.

Marie-Thérèse Fleischer | pressetext.redaktion

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