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Mikrobiom und Infektionen

17.01.2014
Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) in Hannover, München und Tübingen haben jetzt den Kooperationsvertrag für das neue Zentrum für Gastrointestinale Mikrobiom-Forschung (CEGIMIR) unterzeichnet.

Diese neue Forschungsplattform macht es möglich, die mikrobielle Vielfalt im Magen-Darm-Trakt und ihre Rolle bei Infektionen intensiver zu untersuchen. Analysemethoden und Technologien an den drei Standorten sollen gemeinsam genutzt werden.


Darmbakterium Clostridium difficile: gefährlich bei gestörtem Mikrobiom
Quelle: CDC/Lois S. Wiggs

In unserem Magen-Darm-Trakt wimmelt es von Bakterien. Das gesamte Mikrobiom, so der Überbegriff für die Gesamtheit dieser Mikroorganismen, umfasst mehr als 1000 Arten, allein in einem Milliliter Dünndarmflüssigkeit können bis zu einer Milliarde der Kleinstlebewesen zu Hause sein. Für die Wissenschaftler des DZIF, die sich mit gastrointestinalen Infektionen befassen, ist dieses Mikrobiom von größter Bedeutung. Sie wollen herausfinden, welche Rolle es bei entzündlichen Erkrankungen spielt, wie es das Immunsystem beeinflusst und wie Medikamente und Therapien die Darmflora beeinträchtigen können. Die Vernetzung im CEGIMIR könnte letztendlich auch zu neuen Biomarkern führen, die individuelle Therapien von gastrointestinalen Infektionen möglich machen.

Zu den vorhandenen Ressourcen, die gemeinsam genutzt werden, gehören hochleistungsfähige Technologien zur Sequenzierung und Analyse von Bakteriengenomen und Erreger-Wirt-Interaktionen sowie Mausmodelle, die genau definierte Bakterienstämme in sich tragen.

Partner des gegründeten CEGIMIR (Centre for Gastrointestinal Mikrobiome Research) sind die jeweiligen Abteilungen oder Institute der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), des Max von Pettenkofer-Instituts an der LMU München, der TU München und des Universitätsklinikums Tübingen. Dem Lenkungsausschuss gehören zur Zeit Professorin Bärbel Stecher, LMU München (Sprecherin), Professor Sebastian Suerbaum von der MHH und Professorin Julia-Stefanie Frick vom Universitätsklinikum Tübingen an.

Im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) entwickeln bundesweit mehr als 150 Wissenschaftler aus 32 Institutionen gemeinsam neue Ansätze zur Vorbeugung, Diagnose und Behandlung von Infektionskrankheiten.

Ziel ist die sogenannte Translation: die schnelle, effektive Umsetzung von Forschungsergebnissen in die klinische Praxis. Damit bereitet das DZIF den Weg für die Entwicklung neuer Impfstoffe, Diagnostika und Medikamente gegen Infektionen.

Karola Neubert/Janna Schmidt | idw
Weitere Informationen:
http://www.dzif.de

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