Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mikroalbuminurietest nun auch im Vorsorgepaket der gesetzlichen Kassen enthalten

23.04.2009
Mit dem Mikroalbuminurietest ist nun ein sensitiver Test zur Früherkennung von nachlassender Nierenfunktion im Vorsorgeangebot enthalten

Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) gibt bekannt, dass der Mikroalbuminurie-Test, ein effektiver und sensitiver Test zur Früherkennung von nachlassender Nierenfunktion, nun auch im Vorsorgeangebot der gesetzlichen Kassen enthalten ist und von Hausärzten deutschlandweit bei den kassenärztlichen Vereinigungen abgerechnet werden kann (Ziffer 32135).

Damit ist ein Meilenstein in der Vorsorge von Nierenerkrankungen erreicht, für den sich die Fachgesellschaft seit langem eingesetzt hat.

Bislang war nur der weniger sensitive "Albuminurie-Test" in den Vorsorgepakten ("35+Check-Up") enthalten, der lediglich einen Albuminuriewert von >200 mg/Liter erfasst. "Das kann man kaum als echte Früherkennung werten, denn schon 10-fach niedrigere Albuminverluste im Urin weisen auf einen beginnenden Nierenschaden hin. Und gerade in der Frühphase der Nierenschädigung haben wir Nephrologen noch echten Handlungsspielraum und können einer weiteren Nierenschädigung meist effektiv begegnen und so eine terminale Niereninsuffizienz oftmals ganz abwenden", erläutert Prof. Dr. Jan Galle (Lüdenscheid), Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie. Der nun abrechenbare Mikroalbuminurietest erfasst bereits einen Albuminuriewert von 20-200 mg/Liter und ist damit bis um den Faktor 10 sensibler. "Damit ist eine vernünftige Früherkennung möglich", so Galle.

Albumin ist ein Eiweiß, das von den Nieren eigentlich zurückgehalten werden sollte. Ist viel von diesem Eiweiß im Urin enthalten, zeigt das an, dass die Filterfunktion der Nieren nicht mehr richtig funktioniert, weist also eine Nierenschädigung nach. Um eine Nierenschädigung frühzeitig zu diagnostizieren, ist daher dieser sensible Test - es handelt sich ebenfalls um einen einfachen Urin-Streifentest - notwendig.

Eine Alternative bot bis dato nur die direkte Albuminbestimmung aus dem Sammelurin, welche erstattet wurde, aber sehr viel aufwändiger ist als ein Streifentest. Sie kam daher kaum routinemäßig zur Früherkennung zum Einsatz, sondern wurde in erster Linie zur Abklärung bei einem konkreten Verdacht auf eine chronische Nierenerkrankung durchgeführt.

Mit dem Mikroalbuminurie-Streifentest ist nun eine unkomplizierte, routinemäßige Früherkennung beim Hausarzt möglich, die sicher und zuverlässig ist und weder mit Risiken noch Schmerzen oder Zusatzkosten für den Patienten verbunden ist.

Wie notwendig eine verbesserte Früherkennung ist, zeigt die immer noch steigende Inzidenz von chronischen Nierenerkrankungen in unserer Gesellschaft, die im engen Zusammenhang mit den im letzten Jahrzehnt dramatisch gestiegenen Diabetes- und Hypertonieerkrankungen steht. "Das Problem ist nach wie vor, dass Nierenerkrankungen viel zu spät entdeckt und behandelt werden - mit dramatischen Folgen sowohl für die Betroffenen als auch für das Gesundheitsbudget", kommentiert Galle. "Früh erkannte Nierenerkrankungen können unter nephrologischer Betreuung zum Stillstand gebracht bzw. kann ihr Fortschreiten deutlich verlangsamt werden. Wir hoffen daher, dass die Hausärzte den nun auch abrechenbaren Mikroalbuminurie-Test im Rahmen der Vorsorge routinemäßig bei ihren Patienten durchführen und Patienten mit auffälligen Befunden an einen Nephrologen überweisen."

Patienten über 35 Jahre sollten den Mikroalbuminurie-Test alle zwei Jahre durchführen lassen, Risikopatienten (Diabetiker, Hypertoniker, auch ältere Menschen) mindestsens jährlich, so lautet die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie.

Für weitere Informationen oder Interviewanfragen an Prof. Galle wenden Sie sich bitte an die DGfN Pressestelle:

Dr. Bettina Albers
albersconcept | Jakobstrasse 38 | 99423 Weimar
Tel. 03643/ 776423 | Fax 03643/ 776452

Dr. Bettina Albers | idw
Weitere Informationen:
http://www.nierengesellschaft.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Gentherapie für seltene Bluterkrankung
18.12.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Abstoßung von Spenderorganen: Neue Biomarker sollen Komplikationen verhindern
15.12.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Carmenes“ findet ersten Planeten

Deutsch-spanisches Forscherteam entwirft, baut und nutzt modernen Spektrografen

Seit Januar 2016 nutzt ein deutsch-spanisches Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen den modernen Spektrografen „Carmenes“ für die Suche nach...

Im Focus: Fehlerfrei ins Quantencomputer-Zeitalter

Heute verfügbare Ionenfallen-Technologien eignen sich als Basis für den Bau von großen Quantencomputern. Das zeigen Untersuchungen eines internationalen Forscherteams, deren Ergebnisse nun in der Fachzeitschrift Physical Review X veröffentlicht wurden. Die Wissenschaftler haben für Ionenfallen maßgeschneiderte Protokolle entwickelt, mit denen auftretende Fehler jederzeit entdeckt und korrigiert werden können.

Damit die heute existierenden Prototypen von Quantencomputern ihr volles Potenzial entfalten, müssen sie erstens viel größer werden, d.h. über deutlich mehr...

Im Focus: Error-free into the Quantum Computer Age

A study carried out by an international team of researchers and published in the journal Physical Review X shows that ion-trap technologies available today are suitable for building large-scale quantum computers. The scientists introduce trapped-ion quantum error correction protocols that detect and correct processing errors.

In order to reach their full potential, today’s quantum computer prototypes have to meet specific criteria: First, they have to be made bigger, which means...

Im Focus: Search for planets with Carmenes successful

German and Spanish researchers plan, build and use modern spectrograph

Since 2016, German and Spanish researchers, among them scientists from the University of Göttingen, have been hunting for exoplanets with the “Carmenes”...

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Carmenes“ findet ersten Planeten

18.12.2017 | Physik Astronomie

Fehlerfrei ins Quantencomputer-Zeitalter

18.12.2017 | Physik Astronomie

Konsortium erhält 2 Millionen Euro Förderung für neue MR-kompatible elektrophysiologis

18.12.2017 | Medizintechnik