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MHH erhält eine Million Euro für Reinraumlabor

24.08.2009
Finanzierung durch Land Niedersachsen und Regionalförderung der EU / Translation von Forschungsergebnissen wird beschleunigt

Das Land Niedersachsen und die Europäische Union fördern den Bau eines Reinraumlaboratoriums der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) mit rund knapp einer Million Euro.

"Mit dem neuen Reinraumlabor schließen wir eine Lücke bei der Translation unserer Forschungsergebnisse", betont MHH-Präsident Professor Dr. Dieter Bitter-Suermann, "die Entwicklungen unserer Wissenschaftler sollen damit schneller zum klinischen Einsatz kommen."

In dem sterilen Labor werden unter anderem Prüfmuster von Entwicklungen - insbesondere aus der regenerativen kardiovaskulären Medizin - erstellt, die für eine gesetzliche Zulassung unverzichtbar sind. "Spitzenmedizin ist darauf angewiesen, dass Implantate und andere Medizinprodukte schnell und sicher auf ihre Praxistauglichkeit und Qualität überprüft werden können.

Mit dem neuen Labor kann die Medizinische Hochschule genau das künftig noch besser leisten. Davon profitieren Patienten und die Hochschulmediziner", sagt Lutz Stratmann, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur. Das Projekt wird vom Land über den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) der EU gefördert.

Professor Dr. Axel Haverich, Koordinator des Exzellenzclusters REBIRTH zu Regenerativer Medizin und Direktor der MHH-Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie, freut sich über den Förderbescheid. "Damit schließen wir ein weiteres Glied in der Kette vom Labor ans Krankenbett'. Wir haben an der MHH bereits Implantate in der kardiovaskulären und thorakalen Chirurgie entwickelt, für deren klinische Entwicklung wir derartige Prüfmuster in höchster Qualität zwingend brauchen." Die MHH baut das neue Labor im Medical Park. Es entsteht auf einer Fläche von etwa 250 Quadratmetern. Es wird drei Arbeitsräume umfassen, in denen biologische Implantate unter den kontrollierten, dem Arzneimittelrecht entsprechenden Bedingungen hergestellt werden können.

Ein weiterer Raum erfüllt die Sicherheitsanforderungen des Medizinproduktegesetzes. Allein für die Überwachungstechnik müssen gut fünf Kilometer Kabel verlegt werden. In Reinräumen wird die Luft überwacht und die Anzahl und Größenverteilung, aber auch die Qualität der darin schwebenden Partikel. Die beim Bau verwendeten Materialien müssen extrem widerstandsfähig sein, da sie mit ständig wechselnden Reinigungsmitteln desinfiziert werden. So können Resistenzen verhindern werden, denn schließlich hat die Sicherheit des Patienten immer oberste Prioriät.

Stefan Zorn | idw
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de/

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