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Mannheim: Patientenhaus als Innovation in der Krankenhauslandschaft

30.10.2008
Das Universitätsklinikum Mannheim hat ein Patientenhaus errichtet, das dem gestiegenen Bedürfnis der Patienten nach Komfort Rechnung trägt.

Dort werden künftig diejenigen Patienten untergebracht, deren Bedarf an Krankenpflege dies zulässt, weil er unter dem auf einer Normalstation liegt. Die Baukosten des Gebäudes mit seinen 120 Einbettzimmern betrugen rund elf Millionen Euro.

Das Universitätsklinikum Mannheim geht bei der Unterbringung seiner Patienten neue Wege. Bei dem jetzt fertig gestellten Patientenhaus handelt es sich um weit mehr als "nur" um ein neues Gebäude - denn damit verbunden ist ein innovatives und weithin einmaliges Projekt in der Krankenhauslandschaft: Bis zu 120 Patienten werden während ihres stationären Aufenthalts in Einbettzimmern mit persönlicher Atmosphäre und Hotelstandard untergebracht.

Gedacht ist es für Patienten, deren Bedarf an pflegerischen Dienstleistungen unter dem auf einer normalen Krankenstation üblicherweise vorgehaltenen Maß liegt (Krankenhausexperten sprechen von einem Low-Care-Bereich). Stattdessen tritt der Komfort der Unterbringung stärker in den Vordergrund. Anders als im konventionellen Krankenhausablauf ist nicht nur die Unterbringung, sondern auch die Versorgung mit Essen - es wird nicht ans Bett gebracht, sondern die Patienten nehmen es in einem Restaurant ein. Morgens und abends können sie sich an einem Buffet bedienen, mittags stehen ihnen verschiedene Menüs zur Auswahl.

Die Unterbringung im Patientenhaus ist eine Leistung der Krankenkassen und erfolgt wie gehabt über Fallpauschalen. Diese Leistung können also sowohl privat wie auch gesetzlich Versicherte ohne Zuschlagszahlung in Anspruch nehmen; maßgeblich ist im Wesentlichen der medizinische und pflegerische Behandlungsbedarf, und darüber entscheidet im Einzelfall der behandelnde Arzt. Besondere Serviceangebote (zum Beispiel Freischaltung des Internetzugangs, Komfortzimmer, Übernachtung einer Begleitperson) können gegen Zuzahlung genutzt werden. Es handelt sich ausdrücklich nicht um ein so genanntes Patientenhotel, mit dem bestimmte Patientengruppen besser gestellt werden.

Das Patientenhaus steht mit seinem Service aber auch Selbstzahlern zur Verfügung. Beispiel: Eine ältere allein stehende Person wünscht, im Anschluss an einen ambulanten Eingriff noch eine Nacht in dem sicheren Gefühl verbringen, im Notfall rasch medizinische Hilfe zu erhalten und rundum versorgt zu sein.

Das mehrgeschossige Gebäude mit insgesamt 120 Einbettzimmern befindet sich in zentraler Lage auf dem Gelände des Mannheimer Universitätsklinikums. Jedes Zimmer verfügt über ein eigenes Bad und eine Ausstattung, die eher an ein Hotel als an ein Krankenhaus erinnert. Das Erdgeschoss ist die zentrale Funktionsebene des Gebäudes. Hier befindet sich der Bereich mit der Gastronomie für Patienten und externe Gäste. Die im Eingangsbereich gelegene Rezeption ist der zentrale Anlaufpunkt. Konferenzräume im obersten Stockwerk stehen für Veranstaltungen zur Verfügung.

Die Baukosten betrugen insgesamt elf Millionen Euro. Finanziert wurde dieser Betrag aus Eigenmitteln der Klinikum Mannheim GmbH - möglich wurde dies, weil das Klinikum seit einigen Jahren schwarze Zahlen schreibt. Überschüsse kann die gemeinnützige GmbH in den medizinischen Fortschritt investieren - und damit zurück in den Wirtschaftskreislauf, zum Nutzen der Patienten.

Die Bauphase verlief ausgesprochen zügig und reibungslos. Nachdem der Aufsichtsrat das Vorhaben 2006 genehmigt hatte, begannen im Februar 2007 die Bauarbeiten. Die Grundsteinlegung fand im April 2007 statt, und ein Jahr später, im April 2008 feierten die Bauarbeiter Richtfest. Nun begann der aufwändige Innenausbau, nach dessen Abschluss das Patientenhaus jetzt im Oktober 2008 eröffnet und in Betrieb genommen werden konnte.

Klaus Wingen | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinikum-mannheim.de

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