Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Dem Mangel an Vitamin B12 und Folat auf der Spur

03.04.2013
Vitamine sind für uns von essentieller Bedeutung. Ein Mangel kann ernste Folgen mit sich bringen: Bei älteren Menschen steigt etwa das Risiko, an Demenz zu erkranken, wenn sie nicht genug Vitamin B12 zu sich nehmen.

Bei Schwangeren kann ein Zuwenig an Folsäure, die auch zu den B-Vitaminen zählt und als Folat im Körper ihre Wirkung entfaltet, zu Komplikationen führen. Welche Rolle diese B-Vitamine in unserem Körper spielen, untersuchen Wissenschaftler der Saar-Uniklinik um Professorin Rima Obeid und Susanne Kirsch-Dahmen vom Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin. Zusammen mit anderen Forschern diskutieren sie auf einem Symposium am 12. April in Homburg über deren Bedeutung.

Vitamin B12 ist an vielen wichtigen Prozessen in unserem Körper, wie der Zellteilung oder der Blutbildung, beteiligt. Steht Vitamin B12 nicht in ausreichender Menge zur Verfügung, kann es auf Grund dessen zu Folatmangel und zu dauerhaften gesundheitlichen Problemen kommen. „Gerade ältere Menschen und Vegetarier nehmen oft nicht genug Vitamin B12 über die Nahrung zu sich“, weiß Professorin Rima Obeid vom Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin am Uniklinikum in Homburg.

„So erhöht sich zum Beispiel bei Älteren das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden oder an Demenz zu erkranken, deutlich.“ Die Wissenschaftler des Universitätsklinikums untersuchen in ihren Studien unter anderem diagnostische Marker, um Mangelerscheinungen aufzuklären, zu behandeln oder ihnen sinnvoll vorzubeugen. „Oft reicht es nicht aus, einfach nur auf eine gesunde Ernährung zu achten, sondern man muss auch Nährungsergänzungsmittel einnehmen“, berichtet die Wissenschaftlerin.

Die Homburger Forscher beschäftigen sich außerdem mit der Bedeutung von Folsäure. Damit diese im Körper wirken kann, muss sie erst in Folat umgebaut werden. „Folat liegt im Körper in vielen unterschiedlichen Varianten vor“, erklärt Susanne Kirsch-Dahmen, Biologin am Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin. „Bei manchen Menschen sorgt beispielsweise ein Gendefekt dafür, dass ein bestimmtes Enzym nur noch wenig Folat umbauen kann.“ Kirsch-Dahmen entwickelt neue Diagnosemethoden, um Folat-Spiegel bei Patienten effizienter zu bestimmen. Diese Verfahren ermöglichen es den Forschern, festzustellen, ob eine Störung im Stoffwechsel vorliegt. Wie auch bei Vitamin B12 kann sich zu wenig Folat ernsthaft auswirken, wie die Biologin weiß: „In der Schwangerschaft kann es beispielsweise zum sogenannten Neuralrohrdefekt beim ungeborenen Kind kommen. Hierbei können das Gehirn oder die Wirbelsäule schwer geschädigt sein.“

Darüber hinaus interessieren sich die Wissenschaftler der Universität des Saarlandes auch für Homocystein – eine Aminosäure, die in Fachkreisen seit langem als Risikofaktor für eine Reihe von Erkrankungen gilt. „Ein Mangel an Vitamin B12 und/oder Folat führt zu einem erhöhten Homocystein-Spiegel“, erklärt Kirsch-Dahmen. In der Folge kann es unter anderem zu Bluthochdruck, Thrombosen oder einem Schlaganfall kommen, aber auch zu Komplikationen bei Schwangeren führen. In zahlreichen Studien haben die Forscher des Instituts in den vergangenen Jahren die Bedeutung von Homocystein näher untersucht und so dazu beigetragen, die Rolle der Aminosäure bei vielen Krankheiten besser zu verstehen.

Die Homburger Wissenschaftlerinnen diskutieren am 12. April beim Symposium „Lipide und Vitamine“ mit Kollegen aus Deutschland und Frankreich über die Bedeutung von Vitamin B12 und Folsäure. Darüber hinaus geht es bei der Tagung etwa auch um die Rolle von Omega-3-Fettsäuren und Cholesterin. Die Veranstaltung findet anlässlich des 70. Geburtstags von Professor Wolfgang Herrmann statt. Herrmann war langjähriger Direktor des Instituts für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin. Seine Forschungsarbeiten zu Vitamin B12, Folat und Homocystein sind weltweit auf große Anerkennung gestoßen. Die Tagung findet im Hörsaal der Frauenklinik am Universitätsklinikum in Homburg ab 11 Uhr statt.
Fragen beantworten:

Prof. Rima Obeid
Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin
Tel.: 06841 16 30711
E-Mail: rima.obeid(at)uks.eu

Dipl.-Biol. Susanne Kirsch-Dahmen
Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin
Tel.: 06841 16 30707
E-Mail: su.kirsch(at)uks.eu

Melanie Löw | Universität des Saarlandes
Weitere Informationen:
http://www.uks.eu
http://www.uni-saarland.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn
19.01.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise