Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Magdeburger Spitzenforscher planen Exzellenzcluster im Bereich Neurowissenschaften und Immunologie

03.05.2010
Universität Magdeburg bewirbt sich bei dritter Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder

Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OVGU) wird sich an der dritten Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder beteiligen. Bereits bestehende universitäre Spitzenforschung auf den Gebieten der Neurowissenschaften und der Immunologie soll künftig in einem Exzellenzcluster gebündelt werden, um neue Erkenntnisse in den Bereichen der Hirnforschung und Entzündungsforschung zu gewinnen. Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg hat dazu in diesen Tagen eine Absichtserklärung an die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) auf den Weg gebracht.

Die Universität Magdeburg bewirbt sich damit um eine Exzellenzförderung für den Zeitraum von 2012 bis 2017, die zwischen 3 und 8 Millionen Euro jährlich betragen kann. Damit stellt sich die Magdeburger Alma Mater einem harten bundesweiten Wettbewerb mit den renommiertesten deutschen Universitäten.

„Wir werfen alles ins Rennen, was wir an Exzellenz haben“, so Rektor, Prof. Dr. Klaus Erich Pollmann. „Die Uni Magdeburg ist inzwischen so gut aufgestellt, dass eine Beteiligung an dem Wettbewerb für uns selbstverständlich war. Es ist aber auch klar, dass die Bereitschaft zur Beteiligung an der Exzellenzinitiative voraussetzt, dass das Land Sachsen-Anhalt diese Initiative nachdrücklich unterstützt“, so Pollmann weiter.

Der geplante Exzellenzcluster „Adaptions- und lernabhängige Individualität in Gehirn und Immunsystem“ wird erforschen, wie das Zentralnervensystem und das Immunsystem sich gegenseitig beeinflussen und wie individuelle, (also für jeden Menschen einzigartige) Reaktionsweisen in den beiden Systemen entstehen. Wissenschaftler wollen der Frage nachgehen, welchen Einfluss persönliche Umwelt-Erfahrungen sowohl auf Lernprozesse und Verhalten als auch auf die Funktion des Immunsystems nehmen. Hierdurch sollen neue Erkenntnisse über die Entstehung sowie den individuellen Verlauf und, noch bedeutsamer, die individuelle Therapie von Krankheiten gewonnen werden.

„Das Magdeburger Konsortium verfügt über umfangreiche Vorleistungen und kooperative Erfahrungen in der verhaltensorientierten Hirnforschung und der Erforschung der Funktionen des angeborenen und adaptiven Immunsystems. Im Zusammenschluss beider Bereiche wollen wir in dem Exzellenzcluster untersuchen, inwieweit das Nervensystem und das Immunsystem vergleichbar organisiert sind und wie sie sich mit veränderten individuellen Umwelten auseinandersetzen“, so Professor Eckhart Gundelfinger, einer der designierten Sprecher. „Dieses Wissen würde es künftig erlauben, Anfälligkeiten für Krankheiten voraussagen zu können, und völlig neue persönlich ausgerichtete Therapieansätze ermöglichen“, fügt sein Sprecherkollege Professor Burkhart Schraven hinzu.

Bereits jetzt sind die Forschungsschwerpunkte Neurowissenschaften und Immunologie an internationaler Spitzenforschung beteiligt. Mit dem kürzlich gegründeten Demenzzentrum der Helmholtz-Gemeinschaft und dem neurobiologisch ausgerichteten Forschungszentrum Center for Behavioral Brain Sciences einerseits sowie den systembiologischen Forschungszentren MaCS (Magdeburg Center of Systems Biology) und Center for Dynamic Systems andererseits, existieren bereits Exzellenzschwerpunkte, die durch den geplanten Cluster konzeptionell zusammengeführt würden. Dies würde die Produktivität und die internationale Sichtbarkeit jedes einzelnen Forschungsschwerpunktes enorm verstärken.

Mit diesem Cluster wird die Universität Magdeburg sich zu ihren Forschungsstärken bekennen. 25 hervorragend ausgewiesene Wissenschaftler aus 6 Fakultäten, dem Leibniz-Institut und Max-Planck-Institut werden ein Thema von gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Relevanz gemeinsam erforschen.

EXZELLENZCLUSTER
Exzellenzcluster sollen an deutschen Universitätsstandorten international sichtbare und konkurrenzfähige Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen etablieren und eine wissenschaftlich gebotene Vernetzung und Kooperation ermöglichen. Diese Cluster sind wichtiger Bestandteil der strategischen und thematischen Planung einer Universität, die ihr Profil deutlich schärft und Prioritätensetzung verlangt. Sie sollen darüber hinaus für den wissenschaftlichen Nachwuchs exzellente Ausbildungs- und Karrierebedingungen schaffen.

Die Antragsskizzen für die neuen Projekte der Spitzenforschung müssen bis Anfang September diesen Jahres vorgelegt werden. Die Besten werden dann zu einer vollständigen Präsentation ihrer Ideen eingeladen. Im Sommer 2012 wird dann eine gemeinsame Kommission aus Vertretern der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Wissenschaftsrates der Bundesregierung die Anträge bewerten. Die gemeinsame Kommission gibt Empfehlungen an den Bewilligungsausschuss weiter, dem neben den Mitgliedern der Kommission auch die für Wissenschaft zuständigen Minister des Bundes und der Länder angehören. Der Ausschuss entscheidet schließlich, welche Universitäten mit welchen Vorhaben und Einrichtungen bis Ende 2017 mit insgesamt 2,7 Milliarden Euro gefördert werden. Die Mittel kommen zu 75 Prozent vom Bund und zu 25 Prozent vom Land.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Eckhart D. Gundelfinger, Leibniz-Institut für Neurobiologie, Tel. 0391-6263-227, E-Mail: gundelfi@ifn-magdeburg.de oder:

Prof. Dr. med. Burkhart Schraven, Institut für Molekulare und Klinische Immunologie, Medizinische Fakultät, Otto-von-Guericke-Universität, Tel. 0391-67-15800, E-Mail: burkhart.schraven@med.ovgu.de

Katharina Vorwerk | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-magdeburg.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht In Deutschland wächst die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus
23.02.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt
22.02.2017 | Klinikum der Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie