Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Lymphdrüsenkrebs: Hamburger Forscher sehen neuen Ansatzpunkt zur Entwicklung einer Immuntherapie

20.10.2011
Trotz deutlicher Verbesserungen der Therapie des Multiplen Myeloms, einer bestimmten Art von Lymphdrüsenkrebs, erleiden über 90% der Betroffenen nach einem anfäglichen Therapieerfolg einen Rückfall.

Verantwortlich dafür sind in den meisten Fällen „Schläferzellen“, sogenannte Myelom-Stammzellen, im Knochenmark. Diese lassen sich durch eine Chemotherapie nicht auslöschen. Immuntherapeutische Ansätze könnten zumindest einigen Patienten Heilungschencen eröffnen. Die Arbeitsgruppe um PD Dr. Djordje Atanackovic am Uniklinikum Hamburg-Eppendorf hat ein Molekül auf der Oberfläche von Tumorzellen identifiziert, dass sich als Zielstruktur zur Entwicklung einer solchen Immuntherapie eignen könnte.

Voraussetzung zur Entwicklung einer Immuntherapie ist die Identifizierung von Strukturen an der Oberfläche von Tumorzellen, über die das Immunsystem die bösartigen Zellen erkennen kann. Das Team um PD Dr. Djordje Atanackovic hat kürzlich ein solches Oberflächenmolekül entdeckt. Gefunden haben es die Forscher auf bösartigen Zellen von Patienten mit Multiplem Myelom. Besonders vielversprechend ist, dass der als CD229 bezeichnete Rezeptor nicht nur von ausgereiften Tumorzellen, sondern auch von unreifen Myelom-Stammzellen im Knochenmark ausgeprägt zu werden scheint. Eine Immuntherapie, zum Beispiel mit Hilfe eines CD229-spezifischen Antikörpers, hätte somit das Potential, auch die im Knochenmark des Patienten lauernden „Schläferzellen“ auszulöschen.

Das Forscherteam will nun überprüfen, inwieweit sich das CD229-Molekül als Zielstruktur für immuntherapeutische Ansätze beim Multiplen Myelom tatsächlich eignet. Zunächst soll ermittelt werden, bei wie vielen der Myelompatienten das CD229-Molekül auf den im Knochenmark ansässigen Tumorzellen vorkommt und wie umfangreich es dort ausgebildet wird. Desweiteren wollen die Hamburger Mediziner die Funktion von CD229 klären – insbesondere ob diese sogar darin besteht, Überleben, Wachstum und Ausbreitung der bösartigen Zellen zu fördern. Abschließend soll im Reagenzglas untersucht werden, ob es gelingt, durch eine Antikörper-vermittelte Immuntherapie, die gegen CD229 gerichtet ist, Myelomzellen zu eliminieren.

Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit rund 150.000 Euro. Stiftungszweck ist die Förderung der medizinischen Forschung, insbesondere von Projekten im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden insgesamt über 190 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Kontakt (Projektleitung):
PD Dr. med. Djordje Atanackovic
Leiter des Tumorimmunologisches Forschungslabors am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Telefon: +49 (0)40 7410 -551952
E-Mail: d.atanackovic@uke.uni-hamburg.de

Sylvia Kloberdanz | idw
Weitere Informationen:
http://www.wilhelm-sander-stiftung.de
http://www.uke.de/kliniken/medizinische-klinik-2/index_48351.php

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Methode der Eisenverabreichung
26.04.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Bestrahlung bei Hirntumoren? Eine neue, verlässlichere Einteilung erleichtert die Entscheidung
26.04.2017 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie