Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Lunge: Einfluss der Umgebungsluft unterschätzt

06.09.2011
Expertenappell zu mehr Verantwortung für das Atemorgan

Ständige Umwelteinflüsse sind ein wichtiger Faktor für Asthma, COPD, Lungenkrebs und andere Krankheiten der Lunge, werden jedoch meist übersehen. Das betonen die österreichischen Pneumologen (ÖGP) anlässlich ihres Jahreskongresses am heutigen Dienstag in Wien. Ziel der Experten ist ein besserer Wissensstand der Bevölkerung über die Gesundheit der Lunge. "Die Lunge kommt mit der Umwelt viel stärker als jedes andere Organ in Kontakt. Sie wird jedoch viel zu wenig wahrgenommen", betont ÖGP-Vizepräsidentin Sylvia Hartl im pressetext-Interview.


Begehbare Lunge: Gefahr schmutziger Luft kaum bewusst (Foto: organmodelle.de)

300 Mio. Liter Luft

300 Mio. Liter Luft atmet eine Lunge im Lauf eines Menschenlebens und versorgt alle anderen Organe mit dem lebensnotwendigen Sauerstoff. Was unsichtbar in der Luft mitschwebt, kann zur Bedrohung werden. "Dazu gehören Staub, Zigarettenrauch, Pollen und Allergene, jedoch auch Ozon, Giftgase und Stickoxide sowie Infektionserreger wie Viren und Sporen von Schimmelpilzen. Schadstoffe der Luft können auch andere Organe schädigen und sogar zu Krebs führen, etwa wenn ultrafeine Partikel eingeatmet werden, die Lungenbläschen durchdringen und ins Blut gelangen", so Hartl.

Um die Lungengesundheit ist es schlecht bestellt. Die Krankheits- und Todeszahlen steigen: Etwa an Raucherlunge (COPD) leiden allein in Österreich rund eine Mio. Menschen, davon 400.000 in schwerem Stadium. Bereits sechs bis acht Prozent der Kinder leiden an Asthma, und auch Lungenentzündung oder Lungenkrebs sind laut Hartl weiter im Anstieg. "Bei vielen Erkrankungen wird empfindliches Lungengewebe für immer zerstört. Viele haben aufgrund unbehandelter Infekte eine verkleinerte Lunge - darunter oft auch Kinder."

Krankheit meist übersehen

Das Bewusstsein für die gesunde Lunge ist jedoch noch immer sehr gering. Europas Jugend gehört etwa noch immer zum Spitzenfeld der Raucher weltweit und speziell bei Frauen steigt der Raucherinnenanteil weiter. "Zugleich werden auch Warnsignale der Lunge wie Keuchen, Kurzatmigkeit, Sekret oder eitriger Schleim oft übersehen oder bagatellisiert, da die Atemwege kaum Schmerzreize auslösen. Wird die Lunge einmal als limitierend wahrgenommen, ist man mit Sicherheit bereits krank", betont die Expertin.

Sehr viele Erkrankungen der Lunge wären vermeidbar durch Achten auf saubere Luft, bewusste Vermeidung von Schadstoffen und frühe Abklärung von Symptomen, betont Hartl. Auch gesunder Lebensstil und Sport hat eine Schutzwirkung für die Lunge. Demnächst startet in Österreich eine Lungengesundheitsstudie, die 10.000 Menschen von Kindes- bis ins Erwachsenenalter begleiten soll. Dazu macht in Wien derzeit ein begehbaren Lungenmodell die Funktionsweise der gesunden Lunge verständlich und zeigt Folgen von Schädigungen zeigen - "um die Verantwortung des Einzelnen für seine Lunge zu stärken", wie Hartl darlegt.

Johannes Pernsteiner | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.ogp.at

Weitere Berichte zu: Asthma COPD Lunge Lungenkrebs Organ Schadstoff Umgebungsluft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise