Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wenn das Lid zur Last wird - Augenlidkorrekturen am Universitätsklinikum Dresden

02.08.2011
Eine altersbedingte Erschlaffung der elastischen Fasern der Haut und des Unterhautgewebes kann mehr als nur ein ästhetisches Problem in Form von Falten an Ober- und Unterlid werden: Mögliche Folgen gedehnter Augenlider sind ein eingeschränktes Gesichtsfeld sowie ein Druck- und Fremdkörpergefühl.

Diese Symptome können ein trockenes Auge begünstigen oder verstärken. Ein kurzer, zumeist ambulant vorgenommener Eingriff kann diese Probleme beseitigen. Mit jährlich rund 200 Eingriffen dieser Art verfügen die Chirurgen der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden über große Erfahrung.

Von der hier praktizierten Lidchirurgie profitieren auch Patienten, deren Augenlider nach Unfällen oder Tumoroperationen rekonstruiert werden müssen. Positiver Nebeneffekt der Korrektur erschlaffter und medizinisch störender Lider: Die Patienten wirken nach der OP meist jünger, weil die Haut um die Augen dann wesentlich straffer ist.

Bis zu 15 Millimeter des erschlafften Augenlids entfernen die Lidchirurgen, um die Beschwerden ihrer Patienten zu lindern oder ganz zu beheben. Sie führen den Schnitt in der natürlichen Lidfalte des Oberlids sowie in den Wimpern des Unterlids, so dass der Eingriff so gut wie keine sichtbaren Spuren hinterlässt. In der Regel reicht bei dieser OP eine örtliche Betäubung aus, die Patienten können die Klinik nach wenigen Stunden verlassen und müssen nur bis zum darauf folgenden Morgen einen Verband tragen. Nach zehn bis 14 Tagen ist die Behandlung mit dem Ziehen der Fäden abgeschlossen.

„Damit die Krankenkassen die Kosten für eine Lidkorrektur übernehmen, müssen harte medizinische Kriterien erfüllt sein – das ist vor allem eine messbare Einschränkung des Gesichtsfelds“, erklärt Dr. Falk Sommer, der als Oberarzt an der Uni-Augenklinik für die Lidchirurgie verantwortlich ist. Diese Einschränkungen werden mit einem speziellen Messverfahren diagnostiziert. Patienten können ein übermäßig erschlafftes Oberlid selbst feststellen, wenn sie ihre Oberlider oder Wimpern sehen können. Doch diese Beobachtung ersetzt die gängigen Diagnoseverfahren nicht. Andere Indikationen für kassenfinanzierte Operationen sind Lidfehlstellungen oder Verwachsungen.

Weitere von den Krankenkassen nicht anerkannte Symptome einer übermäßigen Erschlaffung der Lider – das sind vor allem ein starkes Fremdkörper- oder Druckgefühl der Augen sowie deren Trockenheit – lassen sich durch eine korrigierende OP ebenfalls deutlich verringern, so dass sich immer mehr Betroffene dafür entscheiden, den 20- bis 40-minütigen Eingriff selbst zu bezahlen. Allerdings sollten sie dabei nichts überstürzen: „Ich empfehle, die Lider einzeln zu operieren und dazwischen sechs bis acht Wochen Zeit vergehen zu lassen“, erklärt Dr. Sommer. So lässt sich das geringe Risiko einer Komplikation weiter minimieren. Treten beispielsweise bei der Wundheilung Probleme auf, ist nur ein Auge betroffen, so dass die Sehfähigkeit des Patienten auf dem nicht operierten Auge weiterhin gesichert bleibt. Einen positiven Nebeneffekt der operativen Korrektur medizinisch störender Augenlider bemerken auch Außenstehende: Die Patienten wirken danach in der Regel im Gesicht jünger, weil die Haut um die Augen wesentlich straffer ist.

Neben den Korrekturen von Verwachsungen, Fehlstellungen oder Erschlaffungen der Lider operieren die Augenärzte des Uniklinikums auch Patienten, deren Augenlider nach Unfällen oder Tumoroperationen rekonstruiert werden müssen. Zum Teil rekonstruieren die Chirurgen ganze Augenlider, wobei es nicht nur darum geht, die Funktion wiederherzustellen, sondern auch ein ästhetisch ansprechendes Ergebnis zu erzielen.

Kontakt
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde
Dr. Falk Sommer
Tel. 0351/ 4 58 5102
E-Mail: falk.sommer@uniklinikum-dresden.de

Holger Ostermeyer | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinikum-dresden.de/aug

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein
02.12.2016 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

nachricht Epstein-Barr-Virus: von harmlos bis folgenschwer
30.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie