Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Leukämie-Medikament hilft bei Multipler Sklerose

23.10.2008
Alemtuzumab schneidet deutlich besser ab als Interferon-beta

Ein Medikament, das eigentlich für die Behandlung von Leukämie entwickelt wurde, könnte auch bei Multipler Sklerose (MS) sehr wirksam sein. Alemtuzumab scheint laut Wissenschaftlern der University of Cambridge das Fortschreiten der Krankheit bei Patienten in frühen Erkrankungsstadien von schubförmig immer wieder auftretender MS zu stoppen.

Die im New England Journal of Medicine veröffentlichte Studie hält es auch für denkbar, dass das Medikament eine bereits bestehende Schädigung wieder rückgängig machen kann. Zu bedenken seien allerdings auch die potenziell schweren Nebenwirkungen. Die Wissenschaftler selbst betonen, dass sich ihr Forschungsprojekt noch in einem frühen Stadium befindet.

Alemtuzumab gehört zu den so genannten monoklonalen Antikörper und wurde Ende der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts in Cambridge entwickelt. Lange wurde es für die Behandlung von Leukämie eingesetzt. Seine Wirkung beruht auf der Zerstörung der kanzerösen weißen Blutkörperchen des Immunsystems. Die aktuelle drei Jahre laufende Studie mit 334 bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht behandelten MS-Patienten zeigte, dass das Medikament die Anzahl der Krankheitsschübe um 74 Prozent mehr verringern konnte als Interferon-beta. Alemtuzumab verringerte im direkten Vergleich auch das Risiko einer zunehmenden körperlichen Beeinträchtigung um 71 Prozent.

Einige der Teilnehmer an der Studie erlangten laut BBC Fähigkeiten wieder, die eigentlich als für immer verloren gegolten hatten. Sie waren am Ende der drei Jahre körperlich deutlich weniger beeinträchtigt. Bei der vergleichsweisen Einnahme von Interferon-beta verschlechterte sich der Zustand im gleichen Zeitraum. Gehirn-Scans machten sichtbar, dass sich unter Alemtuzumab die Größe der Gehirne erhöhte. Die Gehirne der Patienten der Kontrollgruppe schrumpften im Laufe der Zeit. Die Wissenschaftler nehmen an, dass das Medikament dem geschädigten Gehirngewebe ermöglicht, sich selbst zu regenerieren. Sie betonen aber auch, dass weitere Forschungsprojekte erforderlich sind, bevor über einen groß angelegten Einsatz nachgedacht werden könne.

pressetext.austria | Michaela Monschein
Weitere Informationen:
http://www.cam.ac.uk
http://content.nejm.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn
19.01.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flashmob der Moleküle

19.01.2017 | Physik Astronomie

Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn

19.01.2017 | Medizin Gesundheit

Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile

19.01.2017 | Verfahrenstechnologie