Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Leitlinien für die Zahnimplantologie: DGI will den sicheren Therapiekorridor beschreiben

02.09.2010
Unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Implantologie e.V. (DGI) beginnen im September 16 Fachgesellschaften und Verbände mit der Erarbeitung von Leitlinien zu vier wichtigen Fragestellungen der Zahnimplantologie.

Themen sind neben Maßnahmen zum Strukturerhalt des Kieferkammes und den Indikationen für die 3-D-navigierte Implantatinsertion, die Bewertung von Knochenersatzmaterialien sowie Indikationen für festsitzende Versorgungen im zahnlosen Oberkiefer. Präsentiert werden sollen die Leitlinien unter anderem auf dem 24. Kongress der DGI am 27. November 2010 in Hamburg.

"Angesichts der rasanten Entwicklung der Implantologie profitieren Zahnärzte und ihre Patienten davon, wenn neue Verfahren in einem strukturierten Prozess auf den Prüfstand kommen und ihr Stellenwert und ihre Bedeutung kritisch bewertet werden", erklärt Prof. Dr. Dr. Hendrik Terheyden, Kassel, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Implantologie e. V. (DGI). Darum veranstaltet die DGI zusammen mit 15 anderen Fachgesellschaften und Verbänden wissenschaftliche Konsensuskonferenzen.

„Wir wollen bei den jetzt ausgewählten Themen grundsätzlich prüfen, inwieweit der Nutzen der jeweiligen Maßnahme von der wissenschaftlichen Literatur gut untermauert ist, ob es Grauzonen gibt und in welchen Fällen der Nutzen eines Verfahrens noch nicht ausreichend belegt ist“, beschreibt Professor Terheyden die allgemeine Zielvorgabe. Konkret geht es um Antworten auf vier Fragen: Welche Knochenersatzmaterialien sind in welchen Einsatzgebieten in der Implantologie wissenschaftlich belegt? Ist eine herausnehmbare Versorgung auf Implantaten im zahnlosen Oberkiefer besser als festsitzender Zahnersatz? Wann ist eine 3D-Diagnostik und eine navigierte Implantatinsertion sinnvoll? Sind Maßnahmen zum Strukturerhalt des Kieferkammes nach Zahnextraktion vor einer Implantatversorgung effektiv? Denn wahrscheinlich ist, dass die einzelnen Maßnahmen in vielen Fällen gerechtfertig, in manchen aber eher nicht erforderlich sind. „Dazwischen gibt es einen Korridor, den wir definieren müssen“, sagt Professor Terheyden, „damit bei der individuellen Therapieentscheidung die vorhandenen Spielräume auch ausgenutzt werden können.“

Ende September werden die beteiligten Gesellschaften und Verbände die ersten Entwürfe der Leitlinien diskutieren. Überwacht wird der Prozess von der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlich Medizinischen Fachgesellschaften e. V. (AWMF), nach deren Regelwerk die Leitlinien erstellt werden.

Damit das Spektrum der Therapieoptionen auch für Patienten transparent wird, gehört eine abschließende Maßnahme zur Leitlinien-Entwicklung dazu: Stets wird am Ende auch eine Patientenversion erstellt.

Pressekontakt:

Pressestelle
Deutsche Gesellschaft für Implantologie e.V.
Barbara Ritzert · ProScience Communications –
Die Agentur für Wissenschaftskommunikation GmbH
Andechser Weg 17 82343 Pöcking
Fon: +49 8157 9397-0 Fax: +49 8157 9397-97
e-mail: ritzert@proscience-com.de

Barbara Ritzert | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgi-ev.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn
19.01.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wie der Nordatlantik zum Wärmepirat wurde

23.01.2017 | Geowissenschaften

Immunabwehr ohne Kollateralschaden

23.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

23.01.2017 | Physik Astronomie