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Leipziger Universitätsklinikum macht Präeklampsiemarker weltweit erstmals für Schwangere verfügbar

21.07.2009
Es ist ein Meilenstein für die Früherkennung einer der gefährlichsten Erkrankungen in der Schwangerschaft: Wissenschaftlern der Abteilung Geburtsmedizin des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) und des Instituts für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik ist es jetzt gelungen, einen 2003 entdeckten Marker für Präeklampsie in die klinische Diagnostik und Routine zu überführen. Damit ist das Universitätsklinikum Leipzig die weltweit erste Einrichtung, die den neuen Präeklampsiemarker direkt für Schwangere verfügbar gemacht hat.

"Von der Entdeckung des Proteins 2003 in den USA bis zur Verfügbarkeit für alle Schwangere 2009 durch uns war es ein arbeitsreicher, aber letztendlich erfolgreicher Weg. Ich bin darauf wirklich sehr stolz", freut sich Stepan über den Erfolg. Zu diesem gratulierte den Leipzigern auch der Entdecker des Präeklampsiemarkers, der Bostoner Professor Ananth Karumanchi. Seit 2006 besteht eine enge Kooperation zwischen der Leipziger Gruppe und den Kollegen der Harvard Universität.

Der neue diagnostische Präeklampsiemarker steht ab sofort im Zentrallabor des UKL zur Verfügung. Es handelt sich dabei um das Verhältnis zweier angiogener (die Neubildung von Blutgefäßen regulierender) Proteine, die maßgeblich an der Entstehung der Präeklampsie beteiligt sind und im mütterlichen Serum bestimmt werden. Eine Ratio größer als 85 weist auf eine Präeklampsie hin. Im Rahmen der Pilotphase werden die diagnostischen Marker sowie die Abläufe in den nächsten Wochen weiter getestet und evaluiert.

Bis zu fünf Prozent aller Schwangeren leiden unter Präeklampsie, einer Form schwangerschaftsbedingten Bluthochdrucks. "Eine Präeklampsie ist für Mutter und Kind sehr gefährlich, denn sie ist sehr viel komplexer als 'nur' hoher Blutdruck. In vielen Fällen führt die Präeklampsie zu einer Frühgeburt. Die Symptome sind krankhaft erhöhter Blutdruck, Eiweißausscheidung im Urin und Wasseransammlungen im Gewebe. Hinzu kommt eine Fehlfunktion der Plazenta, so dass das ungeborene Kind nicht ausreichend versorgt wird", erklärt Geburtsmediziner Stepan.

Jahrelang stellte die Präeklampsie in der praktischen Medizin ein großes Problem dar, denn es waren zwar die Krankheitssymptome bekannt, nicht aber die Ursachen. "Die Krankheit war kaum vorhersagbar", erläutert Stepan. "Mit dem neuen Marker können wir die Krankheit früher erkennen und die betroffenen Frauen in ein entsprechendes Betreuungsprogramm einbinden." Gleichzeitig sollte auch die Durchblutung der Gebärmutter gemessen werden. Diese legt Experte Stepan dringend jeder Schwangeren ans Herz: "Vor einer Präeklampsie kann sich keine Frau hundertprozentig schützen."

Heiko Leske | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinik-leipzig.de/

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