Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Leichter Hirnschlag ist akute Schlaganfall-Gefahr

03.06.2009
Rasches Erkennen von Symptomen der Durchblutungsstörung wichtig

Leichte Störungen der Hirndurchblutung bedeuten ein hohes Risiko, innerhalb von 24 Stunden einen schweren Schlaganfall zu erleiden. Das berichten Neurologen der Universität Oxford im Fachmagazin Neurology.

Sie verglichen die Daten von 1.200 Patienten, die einen leichten Schlaganfall erlitten hatten. Jeder Zehnte erlitt innerhalb einer Woche einen schweren Schlaganfall, die Hälfte dieser Gruppe bereits innerhalb der ersten 24 Stunden nach dem flüchtigen Auftreten von Durchblutungsstörungen.

Die Forscher werten das als dringenden Hinweis dafür, dass auch Symptome eines sehr kleinen Schlaganfalls ernst genommen werden müssen und Betroffene eine schnelle Behandlung brauchen. Denn jeder zweite der wiederkehrenden Schlaganfälle ruft bleibende Lähmungen hervor oder verläuft tödlich.

Das Risiko eines Schlaganfalls nach dem Auftreten geringfügiger Symptome ist lange Zeit auch von der Medizin unterschätzt worden. "Leichte Schlaganfälle werden oft nicht erkannt. Doch das Risiko, nach einem leichten Gehirnschlag in den Folgetagen einen schweren Schlaganfall zu erleiden, ist weitaus höher als nach einem schweren Schlaganfall", betont Wilfried Lang, Präsident der Gesellschaft für Schlaganfall-Forschung im pressetext-Interview.

Da eine rechtzeitige Spitalsbehandlung von Menschen mit flüchtigen Durchblutungs-Störungen das Risiko des schweren Schlaganfalls halbieren kann, sei laut dem Neurologen die unverzügliche stationären Einlieferung der Betroffenen wichtig.

Tritt eine Durchblutungsstörung auf, entscheidet daher das rechtzeitige Erkennen der Symptome über das weitere Schicksal des Betroffenen. Die wichtigsten Anzeichen für den leichten Schlaganfall sind eine halbseitige Schwäche an Arm, Bein, Gesicht oder Mundwinkel oder Gefühlsstörungen. "Manchmal kommt es zur Taubheit einer ganzen Körperhälfte, die deutlich stärker ist als das gelegentliche Fingerkribbeln beim Aufwachen", erklärt Lang. Hinweise sind auch Sehstörungen auf einer Körperseite oder Sprachstörungen. "Menschen verstehen die Sprache vorübergehend nicht oder verwenden falsche Wörter, obwohl sie richtig denken. Oft werden sie dabei fälschlich als verwirrt eingestuft." Nach zehn Minuten sind diese Anzeichen meist wieder vorbei.

Zwar treten drei Viertel aller Schlaganfälle bei Personen ab 65 Jahren auf, doch hat einer von zwölf Betroffenen das 45. Lebensjahr noch nicht erreicht. "Je jünger der Patient, umso weniger werden die Anzeichen ernst genommen oder überhaupt registriert. Das verhindert oft Maßnahmen, die Leben retten können", so Lang. Doch auch Ältere würden sich oft vor der Spitalseinlieferung scheuen, da sie denken, es sei bereits alles in Ordnung. Denn flüchtige, kleine Durchblutungsstörungen verursachen keine Schmerzen wie etwa ein Herzanfall.

Auslöser für einen leichten Schlaganfall sind Gerinnsel im Blut, die die Gehirngefäße verstopfen. "Dieser Verschluss löst sich innerhalb einiger Minuten, wodurch die erneute Durchblutung möglich ist. Doch oft stecken an anderer Stelle weitere, größere Gerinnsel im Blut, die weit größere Schäden anrichten können, sobald sie ins Gehirn gelangen." Sobald Menschen in ein Schlaganfall-Zentrum eingeliefert werden, wird ein Ultraschallbild des Gehirns, der Gehirn-zuführenden Blutgefäße und des Herzens gemacht. "Die ärztlichen Maßnahmen richten sich danach, welche Ursache man dabei feststellt", so der Wiener Neurologe gegenüber pressetext.

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.clneuro.ox.ac.uk
http://www.schlaganfall-info.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht In Deutschland wächst die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus
23.02.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt
22.02.2017 | Klinikum der Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie