Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Leberoperationen werden sicherer

29.07.2009
Charité-Forscher präsentieren erste Erfolge des LiMAx-Tests

Wissenschaftler der Charité - Universitätsmedizin Berlin können jetzt mit Hilfe des selbst entwickelten LiMAx-Tests, der die Leberfunktion exakt messen kann, ein Leberversagen vorhersagen.

Die Arbeitsgruppe von Dr. Martin Stockmann aus der Klinik für Allgemein-, Visceral- und Transplantationschirurgie am Campus Virchow-Klinikum beschreibt in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Annals of Surgery* wie ihnen dieser Erfolg gelungen ist.

Wenn ein Patient oder eine Patientin an einem Lebertumor erkranken, dann hilft eine Operation. Eine lebensbedrohliche Komplikation eines solchen Eingriffs stellt immer noch das Versagen dieses komplexen Organs dar. "Es war bis jetzt nur schwer möglich die Enzymleistung der Leber zu messen, die bei einer Schädigung vermindert sein kann", sagt Dr. Stockmann. "Ein mögliches Leberversagen nach einem chirurgischen Eingriff kann durch die exakte Messung mit dem LiMAx-Test schon vor der Operation erkannt werden."

Die Forscher untersuchten im Rahmen der Studie 64 Patienten vor und nach einer großen Leberoperation mit dem LiMAx-Test. Sie erhielten bei der Messung ein eigens für diesen Test entwickeltes Mittel, das in der Leber verarbeitet wird. Das Abbauprodukt wurde dann in der Ausatemluft gemessen. Zusätzlich wurden die Patienten mit anderen bekannten Leberfunktionstests untersucht. "Es zeigte sich, dass nur der LiMAx-Test in Kombination mit einer Volumenberechnung der Leber in der Lage ist, das Ergebnis der Operation vorherzusagen", erklärt Dr. Stockmann.

Eine exakte Leberfunktionsmessung vor dem geplanten Eingriff kommt allen Patienten zugute, aber insbesondere Personen mit vorgeschädigter Leber oder einem großen Tumor profitieren davon. Je nach Ergebnis des LiMAx-Tests können auch verschiedene Therapiealternativen eingesetzt werden, so beispielsweise bei zu kleiner Leber die eine sogenannte Pfortaderembolisation, die eine größere Leberentfernung erlauben kann, oder andere interventionelle Verfahren wie die innere Bestrahlungstherapie. Das Risiko eines späteren Leberversagens wird dadurch verhindert.

"Es wird erstmals möglich den Patienten die für sie optimalen Therapieoptionen anzubieten und somit Leberoperationen deutlich sicherer zu machen", sagt Dr. Stockmann. In der Charité wird dieses Vorgehen von Prof. Peter Neuhaus bereits erfolgreich im klinischen Alltag umgesetzt.

*Stockmann et al. Prediction of Postoperative Outcome After Hepatectomy With a New Bedside Test for Maximal Liver Function Capacity. In: Annals of Surgery 2009; 250:119-125. doi: 10.1097/SLA.0b013e3181ad5fca

Kontakt:
Dr. Martin Stockmann
Prof. Peter Neuhaus
Klinik für Allgemein-, Visceral- und Transplantationschirurgie
Campus Virchow-Klinikum
Charité - Universitätsmedizin Berlin
t: +49 30 450 552 001

Kerstin Endele | idw
Weitere Informationen:
http://www.charite.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn
19.01.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flashmob der Moleküle

19.01.2017 | Physik Astronomie

Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn

19.01.2017 | Medizin Gesundheit

Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile

19.01.2017 | Verfahrenstechnologie