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Lebensbedrohlichen Gefäßrissen vorbeugen: Kontrastmittelultraschall erkennt Lecks in Adern

04.06.2012
Vier bis acht Prozent der über 65-jährigen Männer entwickeln ein sogenanntes Aortenaneurysma, eine Aussackung der Hauptschlagader im Bauch.
Um einem lebensbedrohlichen Gefäßriss vorzubeugen, setzen Gefäßchirurgen häufig Gefäßprothesen ein. Doch nicht immer bleiben diese Stents dauerhaft dicht: oftmals dringt nach einiger Zeit wieder Blut in den Gefäßsack ein. Mit einer kontrastmittelgestützten Ultraschalluntersuchung (CEUS) spüren Ärzte die gefährlichen Lecks jetzt frühzeitig auf. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) stellen das Verfahren auf einer Pressekonferenz am 6. Juni 2012 in Berlin vor.

„Bei der Frage nach einem undichten Gefäßstent ist der Ultraschall mit Kontrastmittel empfindlicher als Computer- oder Magnetresonanztomografie“ erklärt DEGUM-Experte Professor Dr. med. Thomas Fischer aus Berlin. „Mit modernen Techniken lassen sich die Bilder des Kontrastmittel-Ultraschalls sogar mit den übersichtlichen CT oder MRT-Bildern koppeln und so die Vorteile beider Verfahren vereinen“, berichtet der Leiter des Ultraschall-Forschungslabors am Institut für Radiologie und Leiter des interdisziplinären Ultraschall-Zentrums der Charité. Die Entwicklung des Kontrastmittelultraschalls habe insbesondere die Gefäßdiagnostik deutlich verbessert: „Mit CEUS können wir die Mikro- und die Makrozirkulation, also sowohl kleinste Kapillaren als auch große Schlagadern, sicher darstellen“, erklärt Fischer.

Zu den gefährlichsten Gefäßveränderungen zählen Ablagerungen in den großen Gefäßen im Hals, die Kopf und Gehirn mit Blut versorgen. Denn diese „Plaques“ können sich lösen und einen Schlaganfall verursachen. Auch dagegen können Ärzte mit CEUS inzwischen früh vorgehen: Zeigen sich Kontrastbläschen im Plaque, gilt dieser als instabil. Ihn engmaschig zu beobachten und gegebenenfalls zu behandeln, sei sehr wichtig. Denn instabile Plaques können jeden Moment brechen, ein Blutgefäß im Gehirn blockieren und zum Schlaganfall führen.

Auch bei kleinsten Gefäßen, etwa in der Niere, sei der Kontrastmittel-Ultraschall erfolgreich im Einsatz. Die Möglichkeit, kleinste Gefäße sichtbar zu machen, nutzen die Forscher auch, um winzige neue Krebsherde aufzuspüren. Im Rahmen einer Pressekonferenz am 6. Juni in Berlin diskutieren Experten der DEGUM über Vorteile und Grenzen des kontrastmittelgestützten Ultraschalls. Unter anderem erläutern die Referenten, inwieweit das Verfahren bei Notfällen angewendet wird und wie überhaupt die Bedeutung des Ultraschalls künftig zunehmen wird – etwa als diagnostisches Verfahren schon im Krankenwagen.

Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM):
Termin: Mittwoch, 6. Juni 2012, 11.00 bis 12.00 Uhr
Ort: Tagungszentrum im Haus der Bundespressekonferenz, Raum 3, Schiffbauerdamm 40, 10117 Berlin

Ob Leber- oder Nierenkrebs, Gefäßriss oder Notfall –
Kontrastmittelultraschall verbessert die Diagnostik

Themen und Referenten:

Warum brauchen wir Kontrastultraschall und welche Rolle spielt das Verfahren aus Sicht der DEGUM jetzt und in Zukunft?
Professor Dr. med. Dieter Nürnberg, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM), Chefarzt, Medizinische Klinik B/Schwerpunkt Gastroenterologie, Ruppiner Kliniken GmbH, Neuruppin

Niere, Milz und Pankreas – Krebs mittels Kontrastultraschall erkennen und gezielt behandeln
Dr. med. Hans-Peter Weskott
Vorstandsmitglied der DEGUM, Leiter Zentrale Sonografie Abteilung, Klinikum Siloah, Klinikum Region Hannover

Leberkrebs – welche Rolle spielt Kontrastultraschall im Vergleich zur radiologischen Bildgebung mit Röntgen und Co?
Professor Dr. med. Thomas Albrecht, FRCR
Chefarzt am Institut für Radiologie und Interventionelle Therapie, Vivantes Klinikum Neukölln, Berlin

Verkalkte Adern, Gefäßrisse und undichte Stents: Wie verbessert Kontrastultraschall die Gefäßdiagnostik?
Univ.-Professor Dr. med. Thomas Fischer
Leiter US-Forschungslabor Radiologie und Leiter Arbeitsbereich Ultraschalldiagnostik am Institut für Radiologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin

Ihr Pressekontakt für Rückfragen:
Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)
Pressestelle
Anna Voormann
Julia Hommrich
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-423/ -552
Fax: 0711 8931-167
hommrich@medizinkommunikation.org

Anna Julia Voormann | idw
Weitere Informationen:
http://www.degum.de/

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