Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kurzzeittherapie bei medizinisch unklaren Körperbeschwerden

03.05.2010
Psychologisches Institut bietet verhaltenstherapeutisches Behandlungsprogramm für Patienten mit medizinisch unklaren Körperbeschwerden an

Unter medizinisch unklaren Körperbeschwerden versteht man körperliche Missempfindungen, für die trotz sorgfältiger ärztlicher Diagnostik keine eindeutige organische Ursache gefunden werden kann. Fachleute sprechen hier von somatoformen Beschwerden, die alle Körperteile betreffen können.

Die häufigsten Missempfindungen sind Schmerzen im Rücken, im Kopf, in den Gelenken oder im Bauch (Magen-Darm-Beschwerden) sowie Schwindel, Schweißausbrüche, Herz- und Atembeschwerden. Auch Lähmungserscheinungen, Hautirritationen, Seh- und Hörprobleme können auftreten.

Besonders problematisch sind in der Regel nicht nur die körperlichen Beschwerden selbst sondern häufig auch ihre Begleiterscheinungen wie z.B. Stimmungsschwankungen, Konzentrationsprobleme und Beeinträchtigungen im sozialen Leben. Im Rahmen eines Forschungsprojekts bietet die Poliklinische Institutsambulanz für Psychotherapie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz betroffenen Menschen eine verhaltenstherapeutisch orientierte Kurzzeittherapie an. Hierfür werden noch Teilnehmerinnen und Teilnehmer gesucht.

Die Körperbeschwerden unklarer Herkunft sind sehr weit verbreitet. Studien haben gezeigt, dass fast jeder fünfte Patient einen Arzt aufsucht, ohne dass dieser die Symptome des Patienten mit einer körperlichen Ursache erklären könnte.

Das Auftreten von vorübergehenden körperlichen Missempfindungen ist nicht ungewöhnlich. Wenn die Beschwerden jedoch zunehmend das Leben bestimmen und einschränken, der Betroffene sich viele Sorgen um seine Gesundheit und die möglichen Folgen der Beschwerden macht, immer häufiger zum Arzt geht oder Medikamente einnimmt, um die Beschwerden zu lindern, dann kann eine psychotherapeutische Behandlung helfen. Wichtig ist dabei zu berücksichtigen, dass eine Psychotherapie bei somatoformen Beschwerden nicht primär auf die Heilung dieser Symptome zielt, sondern Unterstützung dabei bieten soll, die Beschwerden besser zu bewältigen und die Lebensqualität zu steigern.

Neue wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass insbesondere eine verhaltenstherapeutische Behandlung medizinisch unklarer Körperbeschwerden gute Erfolgsaussichten hat. Es konnte nachgewiesen werden, dass die behandelten Patienten im Vergleich zu unbehandelten Patienten durch ihre somatoformen Beschwerden deutlich weniger belastet waren und ihre Lebensqualität sowie ihr Funktionsniveau im Alltag bedeutsam verbessert werden konnte. Die Poliklinische Institutsambulanz für Psychotherapie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz bietet seit 2007 eine solche verhaltenstherapeutische Behandlung im Rahmen eines Forschungsprojekts an. Den Betroffenen stehen Behandlungsplätze für qualifizierte Kurzzeittherapie zur Verfügung.

Im Mittelpunkt des Behandlungsangebots, das 20 Einzelsitzungen umfasst, stehen die Besprechung eines individuell angepassten Störungsmodells für die körperlichen Beschwerden, die Vermittlung wirksamer Strategien, um mit den körperlichen Beschwerden besser umgehen zu können, sowie unterstützende Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität. Die Behandlung erfolgt im Rahmen eines Forschungsprojekts auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand. Die Kosten werden von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen. Bei Therapiebeginn wird ein Antrag auf Kostenübernahme bei der zuständigen Krankenkasse gestellt.

Die Behandlung findet in der Poliklinischen Institutsambulanz für Psychotherapie der Universität Mainz in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof statt. Die Einrichtung verfügt über große Erfahrung bei der Behandlung von psychischen Problemen mit Krankheitswert und arbeitet auf diesem Gebiet seit vielen Jahren eng mit zahlreichen Haus- und Fachärzten der Region zusammen. Allein im vergangenen Jahr wurden in der Institutsambulanz nahezu 1000 Patienten von ca. 50 Diplom-Psychologen behandelt. Wichtige Behandlungsschwerpunkte umfassen neben den somatoformen Störungen auch Essstörungen, soziale Ängste, Krankheitsängste, arbeitsplatzbezogene Störungen sowie chronische, störende Ohrgeräusche (Tinnitus).

Betroffene, die an körperlichen Beschwerden leiden, für die der Arzt keine eindeutige medizinische Ursache diagnostizieren konnte, und die sich für eine verhaltenstherapeutische Behandlung ihrer Beschwerden interessieren, können sich direkt an die Poliklinische Institutsambulanz wenden: Telefonnummer 06131 39-39100, Stichwort „SOMA“.

Kontakt und Informationen:
Poliklinische Institutsambulanz für Psychotherapie
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Wallstraße 3
55122 Mainz
Tel.: 06131 39-39100 (Bitte Stichwort „SOMA“ nennen)
Dipl.-Psych. Ann Christin Krämer
Therapeutische und wissenschaftliche Mitarbeiterin
Tel.: 06131 39-39210
E-Mail: kraemea@uni-mainz.de
Dipl.-Psych. Maria Kleinstäuber
Therapeutische und wissenschaftliche Mitarbeiterin
Tel.: 06131 39-39201
E-Mail: kleinsta@uni-mainz.de

Petra Giegerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.psychotherapie-mainz.de/
http://www.uni-mainz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Therapieansätze bei RET-Fusion - Zwei neue Inhibitoren gegen Treibermutation
26.06.2017 | Uniklinik Köln

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Designte Proteine gegen Muskelschwund

29.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Benzin und Chemikalien aus Pflanzenresten

29.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Hochleitfähige Folien ermöglichen großflächige OLED-Beleuchtung

29.06.2017 | Energie und Elektrotechnik