Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kunstprotein zerstört Tumor

11.12.2008
Omomyc unterbindet Wirkung anderer krebsfördernder Proteine

Forscher an dem zum Nationalen Forschungsrat CNR gehörenden Istituto di Biologia e Patologia Molecolari haben ein Kunstprotein entwickelt, das eine Rückbildung von Tumoren bewirkt. Das in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der San Francisco State University entdeckte "Omomyc" ist bei Laborversuchen mit an Lungenkrebs erkrankten Mäusen erfolgreich getestet worden.

"Das bekanntermaßen an der Entstehung der meisten Tumore beteiligte Protein 'Myc' ist von der Krebsforschung aus therapeutischer Sicht bisher nicht hinreichend beachtet worden, da es maßgeblich an der Bildung von Bindegewebe beteiligt ist", erklärten die CNR-Mitarbeiter Sergio Nasi und Laura Soucek. Die Befürchtung sei deshalb, dass seine Ausschaltung schlimme Folgen auch für gesunde Zellen und somit für den gesamten Organismus haben könne. "Da sich das Myc mit dem Schwesterprotein Max zu einen Komplex vereint und die Tätigkeit zahlreicher Gene reguliert, haben wir nach Möglichkeiten gesucht, diesen Vorgang zu unterbinden. Gelungen ist uns dies, indem wir vier verschiedene Aminosäuren an kritischen Stellen des Proteins ausgetauscht und damit einen effizienten Inhibitor geschaffen haben."

"Omomyc verhindert nicht nur die Vereinigung von Myc mit Max, sondern verwandelt Myc von einem krebserzeugenden in ein krebsvernichtendes Molekül", so die beiden italienischen Wissenschaftler weiter. "Das von uns entwickelte Verfahren zur Produktion von Omomyc hat sowohl bei gesunden als auch bei mit Lungenkrebs befallenen Labormäusen funktioniert." Auch wenn die Ausschaltung von Myc bei gesunden Tieren die Entwicklung schnell regenerierbarer Gewebe - beispielsweise der Haut - verlangsame, seien keinerlei negative Auswirkungen auf die körperliche Verfassung der Tiere festgestellt worden.

Außerdem sei die Entstehung dieser Nebeneffekte reversibel, wenn man das Omomyc absetzt. In Gegenwart des Kunstproteins jedenfalls werde nicht nur die Entstehung von Lungenkrebs unterbunden, sondern dieser sogar im fortgeschrittenen Stadium bis zu seinem völligen Verschwinden zurückgedrängt. Mit der Entdeckung der italo-amerikanischen Forschergruppe ergeben sich neue Hoffnungen auf für den menschlichen Organismus weniger schädliche Krebstherapien. Einzelheiten zu der Untersuchung sind in der Fachzeitschrift "Nature" veröffentlicht worden.

Harald Jung | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ibpm.cnr.it
http://www.sfsu.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie