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Mit künstlicher Haut schwierige Wunden heilen

13.10.2010
RUB-Forschergruppe des Bergmannsheil an EU-Projekt beteiligt
Hautersatz mit eigener Gefäßstruktur

Natürliche Haut mit eigenem Blutgefäßsystem aus körpereigenen Zellen nachzüchten – das ist Ziel der Arbeitsgruppe „Molekulare Onkologie und Wundheilung“ von Prof. Dr. Lars Steinsträßer (Universitätsklinikum für Plastische Chirurgie, Bergmannsheil der RUB).

Die Gruppe ist beteiligt an einem neuen Forschungsverbund, in dem sich 17 nationale und internationale Partner zusammen gefunden haben, um Therapien für großflächige Problemwunden zu entwickeln.

Das Projekt unter der Federführung des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik (Leitung: Dr.-Ing. Arnold Gillner) verfügt über ein Budget von elf Millionen Euro. 7,8 Millionen Euro davon fließen aus Mitteln der EU-Kommission an Wissenschaftler in Deutschland, England, Frankreich, Finnland, der Schweiz und Italien.

Künstliche Haut mit eigenem Versorgungssystem

Die Forscher suchen nach einem geeigneten Hautersatz, mit dem sich Problemwunden behandeln lassen. Vor allem Patienten mit großflächigen Verletzungen nach Unfall oder Verbrennung können mit den üblichen Verfahren der Hautverpflanzung häufig nicht versorgt werden, weil das nötige Gewebe fehlt. Solches Ersatzgewebe wollen die Projektpartner künstlich nachzüchten (sog. Tissue Regeneration).

Dazu wollen sie ein neues Trägersystem (Matrix) entwickeln, dass sich mit körpereigenen Zellen besiedeln lässt und den Aufbau natürlicher Haut nachbilden kann. Dabei soll das künstliche Material eine innere Gefäßstruktur entwickeln: Ziel ist es, eine bessere Blutversorgung des Gewebes zu erreichen, als es sonst bei künstlich gezüchteter Haut der Fall ist. Weitere Anforderung: Das Material dieser Matrix muss körperlich gut verträglich, also vollständig biokamptibel sein. Deshalb wirken an dem Projekt neben Medizinern auch Biologen, Chemiker und Ingenieure mit.

„Die bisherigen Versuche, künstliches Zuchtgewebe für die Wundbehandlung und Defektdeckung nach Trauma und Tumorerkrankung zu entwickeln, waren bislang nicht sehr überzeugend“, erklärt Prof. Steinsträßer. „Umso mehr hoffen wir, dass wir mit diesem Forschungsprojekt der Europäischen Union in die Lage kommen, die Gewebezüchtung von Hautäquivalenten zu verbessern und somit innovative Therapieoptionen zum Nutzen des Patienten an die Hand zu bekommen.“

Weitere Informationen

Prof. Dr. med. Lars Steinsträßer, Heisenberg-Professor für Molekulare Onkologie und Wundheilung, Universitätsklinik für Plastische Chirurgie und Schwerbrandverletzte, Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil GmbH, Bürkle-de-la-Camp-Platz 1, 44789 Bochum, Tel.: 0234/302-3442, E-Mail: lars.steinstraesser@ruhr-uni-bochum.de

Redaktion: Meike Drießen

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

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