Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Künstliche Gesichtsteile aus dem Computer

27.05.2009
Deutsche Krebshilfe fördert Forschungsprojekt zur rechnergestützten Fertigung von Epithesen am UKM mit 180.000 Euro

In einem von der Deutschen Krebshilfe geförderten Forschungsprojekt wird nun in der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde des Universitätsklinikums Münster (UKM) in Kooperation mit der Abteilung für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie der Fachklinik Hornheide sowie dem Ernst von Bergmann-Klinikum in Potsdam die rechnergestützte Konstruktion und Fertigung von Epithesen („künstliche Gesichtsteile“) untersucht. Die komplizierte und aufwändige Versorgung von Patienten mit Gesichtsdefekten infolge von Tumorbehandlungen soll dadurch weiter verbessert werden.

Hintergrund des Projekts: Infolge der sich ändernden Altersstruktur der Bevölkerung und der allgemein zu beobachtenden Zunahme tumoröser Erkrankungen kommt es zu steigenden Fallzahlen bei Patienten mit teilweise schwer entstellenden Gesichtsdefekten. Es besteht die Notwendigkeit, die Betroffenen im Anschluss an den Eingriff möglichst rasch und wohnortnah prothetisch zu versorgen. Dies ist sowohl im Hinblick auf die medizinische Prognose als auch auf die Erhöhung der Lebensqualität wichtig.

Die Gestaltung der Epithese, eines künstlichen Gesichtsteils zur Versorgung von Defekten, wird dabei bislang praktisch ausschließlich in Handarbeit durchgeführt. Hier kann die Einbindung von optischen 3D-Messtechniken und CAD/CAM-Techniken einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie eine räumliche Trennung von Abformung und Epithesenfertigung ermöglicht.

An der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde des Universitätsklinikums Münster wird an einer rechnergestützten Epithesen-Konstruktion geforscht, die auf der optischen, dreidimensionalen Vermessung der Gesichtsoberfläche basiert. „Diese Technik bietet den Vorteil, dass ihre Anwendung berührungslos und ohne Strahlenbelastung erfolgt“, erklärt Privat-Dozent Dr. Dieter Dirksen, Leiter des Bereichs Werkstoffkunde und Technologie der Poliklinik am UKM.

In dem Projekt wird insbesondere auch der für das Erscheinungsbild wichtige Aspekt der optimalen Wiedergabe der Hautfarben in der Epithese untersucht. Ziel ist es, in Zukunft eine optische Abformung am Patienten auch wohnortnah durchführen zu können, während die eigentliche Epithesengestaltung weiterhin in spezialisierten Fachkliniken erfolgt. Das Projekt wird mit 180.000 Euro über die Dauer von drei Jahren von der Deutschen Krebshilfe gefördert.

Stefan Dreising | Universitätsklinikum Münster (UK
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-muenster.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

nachricht Tropenviren bald auch in Europa? Bayreuther Forscher untersuchen Folgen des Klimawandels
21.06.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften