Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Krebsvielfalt in einer Erkrankung nachgewiesen

18.11.2013
Wissenschaftler werten Datenbank aus - Strukturvergleich mit Baum

Ein einzelner Tumor kann aus vielen einzelnen Krebserkrankungen bestehen, die alle eine andere Behandlung benötigen, so das Institute of Cancer Research. Das Team um Mel Greaves hat ein neues Verfahren zur Feststellung der Vielfalt innerhalb einer Erkrankung entwickelt.

Die Wissenschaftler stellten außergewöhnliche Unterschiede zwischen Krebszellen fest. Sie halten es für denkbar, dass die neuen zielgerichteten Medikamente versagen, da sie nicht das ganze mutierte Gewebe abtöten können.

Unkontrollierbare Zellteilung

Ein Tumor nimmt mit einer einzelnen Zelle seinen Anfang, die beginnt, sich zu mutieren und unkontrolliert zu teilen. In der Folge mutieren die Krebszellen weiter und werden aggressiver, breiten sich im Körper aus und entwickeln Resistenzen gegen Medikamente. Dieser Vorgang ist chaotisch und führt zu einem vielfältigen Tumor, der Krebszellen enthält, die auf unterschiedliche Art und Weise mutiert sind.

Die Forscher untersuchten die Vielfalt von Krebserkrankungen bei fünf Kindern mit Leukämie. Sie verglichen die Mutationen in einzelnen Krebszellen mit einer Datenbank, in der bereits bekannte Mutationen gelistet waren. Die in Genome Research http://genome.cshlp.org veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass die Patienten an zwischen zwei und zehn genetisch unterschiedlichen Leukämien litten.

Laut Greaves verfügt jeder Patient über einen völlig neuen "Baum", leidet nicht an einem Krebs, sondern an verschiedenen Krebsarten. "Das ist ein wirklicher Fortschritt, diese außergewöhnlich komplexe Vielfalt erkennen zu können. Er hilft zu erklären, warum es so schwierig ist, fortgeschrittene Erkrankungen zu behandeln", unterstreicht Greaves die Bedeutung der Forschungsergebnisse.

Eine Krebserkrankung kann mit der Struktur eines Baumes verglichen werden. Die ersten Mutationen, der Stamm sozusagen, ist bei allen Krebszellen gleich. Dann breitet sich der Tumor aber aus. Das bedeutet, dass eine Behandlung, die nur auf einen Ast oder eine Unterart des Krebses abzielt, den Krankheitsverlauf zwar verlangsamen, aber nicht stoppen kann.

Hochspezialisierte Therapien

"Das Abschneiden der Äste ist einfach, aber das Fällen des Baumes sehr schwer", sagt Charles Swanton vom University College London Cancer Institute http://ucl.ac.uk/cancer . Für die aktuelle Studie wurde Leukämie untersucht, die über weniger Vielfalt verfügt als andere Arten von Krebs. Andere Tumore wie Melanome könnten möglicherweise über Hunderte Äste verfügen.

Fachmann Greaves zufolge ist es aufgrund dieser Forschungsergebnisse von entscheidender Bedeutung, Therapien zu entwickeln, die auf den Baumstamm selbst und nicht nur die Äste abzielen. Laut dem Forscher könnte es auch sinnvoll sein, sich auf das Umfeld des Krebses zu konzentrieren.

"Wenn sich der Krebs wie andere Arten in einem Lebensraum verändert, warum sollten wir dann nicht auf diesen Lebensraum abzielen, also auf die Blutgefäße, die für den Sauerstoff zuständig sind oder Entzündungen." Zusätzlich gehe es darum, Krebserkrankungen früh zu erkennen, bevor sie zu vielfältig für eine Behandlung geworden sind.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.icr.ac.uk

Weitere Berichte zu: Cancer Krebserkrankung Krebsvielfalt Krebszelle Lebensraum Leukämie Mutation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

nachricht Vorhersage entlastet das Gehirn
13.01.2017 | Philipps-Universität Marburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau