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Kratzen unterbricht Juckreiz-Weiterleitung

06.04.2009
Hoffnung für Patienten mit chronischem Jucken

Warum Kratzen gegen Jucken hilft, haben Neurologen der University of Minnesota herausgefunden. Sie untersuchten, welche Nervenverbindungen beim Kratzen aktiv werden. Dabei sind andere Signalwege involviert als beim Schmerz.

Wenn man sich kratzt, unterbricht das im Rückenmark die Kommunikation zwischen Rücken und Zwischenhirn, so die Erkenntnis der Forscher. Dadurch erreicht die Information des Juckreizes das Gehirn nicht mehr und das quälende Gefühl verschwindet. Kratzt man sich hingegen ohne vorangegangenen Juckreiz, so wird dabei der Informationsfluss im Rückenmark nicht verändert. Das berichtet die Zeitschrift Nature Neuroscience.

Die Erkenntnis der US-Forscher könnte Patienten zugute kommen, die an bestimmten Juckreiz-Varianten leiden. Studienleiter Glen Giesler stellt einen Wirkstoff in Aussicht, der gezielt die Kommunikation der Nerven ausschalten kann, die am anhaltenden Juckreiz beteiligt sind. Dafür brauche es allerdings noch einiges an zusätzlicher Forschung, so der Neurologe.

Der Juckreiz ist eine unangenehme Sinneswahrnehmung, die das Bedürfnis auslöst, die Haut zu kratzen, zu scheuern oder zu kneten. Er tritt vorübergehend auf, um dem Menschen das Signal zu geben, Parasiten oder andere Fremdkörper von der Hautoberfläche zu entfernen. Daneben gibt es ihn in chronischer Form als Symptom von über 50 Krankheiten. Dazu gehören Dermatitis, Leber- und Gallenerkrankungen, doch auch schwangere Frauen sowie Patienten mit Magersucht, Diabetes oder Eisenmangel sind häufig von anhaltendem Juckreiz geplagt. Gegen manche Formen des Juckreizes gibt es bisher noch keine Hilfe.

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.umn.edu

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