Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kleiner Pieks mit großer Wirkung – Impfen gegen HEPATITIS A und B schützt - Europäische Impfwoche

16.04.2012
Europäische Impfwoche vom 21. bis 27. April 2012
Für viele ist es immer noch die so genannte „Gelbsucht“ oder auch eine „Schmierinfektion“. Gemeint ist die Infektion mit Hepatitis A-Viren. Dabei reicht es schon, wenn man sich nach dem Toilettengang die Hände nicht wäscht, auf einer Urlaubsreise unsauberes Wasser trinkt oder Nahrungsmittel isst, die nicht komplett durchgegart sind.

Bereits dann ist eine Infektion mit dem Hepatitis A-Virus ohne weiteres möglich. Manchmal färben sich die Haut und die Augen gelb, daher auch der Name „Gelbsucht“. Bei einem gesunden Erwachsenen verläuft diese Infektion meist folgenlos. Ist man jedoch geschwächt oder schon älter, besteht die Gefahr eines akuten Leberversagens. Auch chronisch Kranke müssen bei einer solchen Infektion mit gravierenden Folgen rechnen. „Dabei kann eine Impfung gegen Hepatitis A genau diesen Folgen vorbeugen“, sagt Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung. Geimpft werden kann gegen Hepatitis A und Hepatitis B.

Es gibt auch einen Kombinationswirkstoff, der dreimal injiziert werden muss und dann gegen Hepatitis A und B schützt. Letztere wird durch Körperflüssigkeiten wie Blut, Sperma und Scheidensekret übertragen. Auch verunreinigte Geräte undNadeln bei Piercings oder Tattoos können zu einer Infektion mit Hepatitis B führen. Das Hepatitis B-Virus ist hundertmal ansteckender als der HI-Virus.

Im Rahmen der Europäischen Impfwoche (21. bis 27. April 2012) steht der Schutz durch Impfungen im Mittelpunkt. Ein kleiner Pieks hat also eine große Wirkung. „Besonders die chronische Hepatitis B führt häufig zu weiteren Erkrankungen der Leber“, so Prof. Manns. Am Ende stehe die Leberzirrhose und der Leberzellkrebs. Mit der Impfung gegen Hepatitis B könne den steigenden Zahlen von Leberkrebspatienten Einhalt geboten werden, denn eine solche Vorbeugung sei wie eine Impfung gegen Krebs.

Weitere Informationen zur Europäischen Impfwoche finden Sie unter http://eiw.euro.who.int/.

Die Leber entgiftet den menschlichen Körper und ist gleichzeitig Depot für Vitamine, Zucker, Folsäure und Fette. Also ein Multitalent, das Einzigartiges vollbringt. Wird sie durch zum Beispiel eine Hepatitis B-Virusinfektion krank, kann sie sich chronisch entzünden und schließlich Leberzellkrebs entwickeln. Im Gegensatz zu anderen Organen, schmerzt eine kranke Leber nicht, sie leidet still und nur eine regelmäßige Überprüfung der Leberwerte z.B. durch den Hausarzt gewährleistet eine frühzeitige Diagnose von entstehenden Lebererkrankungen. In Deutschland gibt es jedes Jahr mehr als 5.000 neue Fälle von Leberzellkrebs. Das kann sich nur ändern, wenn eine Hepatitis-Virusinfektion bzw. eine andere Lebererkrankung rechtzeitig erkannt wird oder eine Infektion mit Hepatitis A oder B durch eine Impfung gar nicht erst entsteht. „Die Therapie der Hepatitis hat zwar große Fortschritte – auch durch neue Medikamente – gemacht, trotzdem bietet eine Impfung immer noch den größten Schutz vor einer Hepatitis A oder B “, sagt Prof. Manns. Ein Test der Leberwerte beim Hausarzt kann zeigen, ob die Leberwerteerhöht sind und damit eine Erkrankung vorliege. Die Deutsche Leberstiftung, die Deutsche Leberhilfe e.V. und die Gastro-Liga e. V. organisieren am 20. November 2012 den Deutschen Lebertag, um auf die Wichtigkeit der Früherkennung von Lebererkrankungen hinzuweisen: www.lebertag.org

Die Impfung gegen Hepatitis A und B erfolgt zum Beispiel mit einem Kombinationsimpfstoff in drei Schritten durch Injektionen. Die zweiteSpritze erhält man einen Monat nach der ersten Impfung. Nach sechs Monaten wird dann nochmals geimpft. Danach ist die Impfung vollständig und bietet langjährigen Schutz. Bei einigen Personen mit Immunschwäche können zusätzliche Impfungen notwendig sein. Eine Impfung gegen Hepatitis A ist zum Beispiel angezeigt bei Reisen in Länder mit geringer Hygiene und schlechter Trinkwasserversorgung. Dazu gehören unter anderem auch der Mittelmeerraum sowie Osteuropa. Ebenso ist sie wichtig für Personen, die im Gesundheitsbereich arbeiten und mit Patienten in Kontakt kommen. Die Impfung gegen Hepatitis A bietet einen Schutz, der in der Regel weitaus länger als 20 Jahre anhält.

Eine Impfung gegen Hepatitis B gehört seit 1995 zu den Standardimpfungen, die die Ständige Impfkommission (STIKO) desRobert-Koch-Institutes für Säuglinge, Kinder und Jugendliche empfiehlt. Der Impfschutz reicht dann in der Regel zehn bis 15 Jahre. Ebenso sinnvoll ist sie für Personen, die zum Beispiel regelmäßig mit Blut in Kontakt kommen, Menschen mit wechselnden Sexualpartnern oder bei denen in der Familie oder Umgebung bereits Hepatitis-Kranke leben. Die Impfung gegen Hepatitis B schützt auch vor Hepatitis D, da diese Erkrankung nur gemeinsam mit einer Hepatitis B vorkommen kann. Durch ein beschleunigtes Impfschema am Tag 0, 7 und 21 kann bei gesunden Erwachsenen der Impfschutz auch schneller erreicht werden, falls dies notwendig ist. Die Impfungen werden jeweils als aktive Impfungen mit einem Totimpfstoff gegeben, der keine lebenden Viren enthält. Der Körper bildet nach der Impfung Antikörper, die vor einer Hepatitis A bzw. B schützen. Die Impfungen sindsicher und gut verträglich. Mehrere Millionen Menschen wurden bereits geimpft.

Ansprechpartner

Deutsche Leberstiftung
Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender
Bianka Wiebner, Kaufmännische Geschäftsführerin
Carl-Neuberg-Straße 1, 30625 Hannover
presse@deutsche-leberstiftung.de
www.deutsche-leberstiftung.de
Deutsche Leberhilfe e.V.
Prof. Claus Niederau, Vorstandsvorsitzender
Achim Kautz, Geschäftsführer
Krieler Straße 100, 50935 Köln
info@leberhilfe.org
www.leberhilfe.org
Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Krankheiten von Magen, Darm und Leber sowie von Störungen des Stoffwechsels und der Ernährung (Gastro-Liga) e.V.
Prof. Dr. Peter R. Galle, Vorstandsmitglied
Friedrich-List-Straße 13, 35398 Gießen
geschaeftsstelle@gastro-liga.de
www.gastro-liga.de

Rita Wilp | idw
Weitere Informationen:
http://www.lebertag.org/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz: Nierenschädigungen therapieren, bevor Symptome auftreten
20.09.2017 | Universitätsklinikum Regensburg (UKR)

nachricht Neuer Ansatz zur Therapie der diabetischen Nephropathie
19.09.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie