Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Keine Angst vor Darm- und Magenspiegelung: Unter Narkose verläuft eine Endoskopie stressfrei

19.08.2013
Der Gedanke an eine endoskopische Untersuchung, etwa eine Magen- oder Darmspiegelung, erzeugt bei vielen Menschen Unbehagen.

Beruhigungsmittel können diese Ängste nehmen, wie Viszeralmediziner betonen. Denn dank Sedierung könne die Untersuchung für den Patienten völlig stress- und schmerzfrei durchgeführt werden, berichten Experten vor der Fachtagung „Viszeralmedizin 2013“, die im September in Nürnberg stattfindet. Das geringe Komplikationsrisiko bei endoskopischen Untersuchungen zeigen zwei aktuelle Studien.

Untersuchungen mit dem Endoskop sind wichtig und aufschlussreich: Bei einer Koloskopie beispielsweise, der Untersuchung des Dickdarms, erkennt der Arzt Vorstufen von Darmkrebs und kann diese, anders als bei vielen anderen Vorsorgeuntersuchungen, auch sofort entfernen. Dennoch fürchten viele Menschen sie.

„Dabei machen es moderne Sedierungsverfahren heute möglich, dass Patienten mit Beginn der Untersuchung einschlafen und unmittelbar mit dem Ende wieder aufwachen, ohne die Prozedur miterlebt zu haben oder als unangenehm in Erinnerung zu behalten,“ sagt Professor Dr. med. Karel Caca, Vorsitzender der Sektion Endoskopie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Hat der Patient ein Beruhigungsmittel erhalten, ermögliche dies auch dem Endoskopieteam ein ruhiges, zielgerichtetes Arbeiten.

Das Komplikationsrisiko im Zusammenhang mit Sedierungen ist gering, wie zwei aktuelle Studien ergeben haben: Bei der Auswertung von 388 404, beziehungsweise 191 142 endoskopischen Untersuchungen ergaben sich in nur 0,01 beziehungsweise 0,00042 Prozent der Fälle sedierungsassoziierte Komplikationen. Diese traten zumeist bei Notfallendoskopien, oder aber bei Patienten mit hohen Risiken, wie etwa mehreren Vorerkrankungen, auf.

Professor Caca, der auf dem Kongress „Viszeralmedizin 2013“ zum Thema referiert, verweist auf eine Leitlinie der DGVS zur Sedierung bei Endoskopien. Darin sei unter anderem festgeschrieben, dass bei der Untersuchung eine Person ausschließlich für die Überwachung des Patienten zuständig sei. Außerdem muss das Personal im Umgang mit den verschiedenen Narkosemitteln geschult sein. „Die Sedierung in der Endoskopie ist sicher“, betont der Ärztliche Direktor der Klinik für Innere Medizin, Gastroenterologie, Hämato-Onkologie, Diabetologie und Infektiologie in Ludwigsburg.

Eine Endoskopie dauert in der Regel nicht länger als 20 oder 30 Minuten. Patienten sollten ihren Arzt vorher auf jeden Fall über mögliche Allergien und Vorerkrankungen informieren. Für die Spiegelung von Speiseröhre und Magen ist keine größere Vorbereitung nötig. Betroffene sollten aber zwölf Stunden vorher nichts gegessen und sechs Stunden vorher nichts getrunken haben. Vor einer Koloskopie wird einige Tage lang leichte Kost empfohlen. Am Tag vor der Untersuchung muss abgeführt werden – je sauberer der Darm, umso mehr sieht der Gastroenterologe. Dazu erhält der Patient ein in mehrere Liter Flüssigkeit aufgelöstes Abführmittel. Anschließend ist nur noch Trinken erlaubt.

Der Kongress „Viszeralmedizin 2013“ findet vom 11. bis 14. September 2013 in Nürnberg statt. Internisten, Chirurgen und Endoskopiker diskutieren dort gemeinsam Behandlungsstrategien bei Erkrankungen des Bauchraums.

Literaturquellen:
- A. Behrens, J. Labenz, A. Schuler et al.: Wie sicher ist die Sedierung in der gastrointestinalen Endoskopie? Eine multizentrische Auswertung von 388 404 Endoskopien und Auswertung der Daten aus prospektiv geführten Komplikationsregistern von Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft leitender Gastroenterologen im Krankenhaus (ALGK). Z Gastroenterol. 2013;51: 432 – 436

- T. Frieling, J. Heise, C. Kreysel et al.: Sedation-Associated Complications in Endoscopy – Prospective Multicentre Survey of 191142 Patients. Z Gastroenterol. 2013; 51: 568 – 572

Terminhinweise:

Viszeralmedizin 2013
11. bis 14. September 2013, NCC Ost Nürnberg
Eröffnungs-Pressekonferenz
Termin: Mittwoch, 11. September 2013, 11.00 bis 12.00 Uhr
Ort: NCC Nürnberg (NCC-Ost), Raum Prag, Messezentrum, 90471 Nürnberg
Kongress-Pressekonferenz
Termin: Freitag, 13. September 2013, 10.45 bis 11.45 Uhr
Ort: NCC Nürnberg (NCC-Ost), Raum Prag, Messezentrum, 90471 Nürnberg
Kontakt für Journalisten:
Pressestelle Viszeralmedizin 2013
Juliane Pfeiffer, Irina Lorenz-Meyer
Pf 30 11 20
70451 Stuttgart
Tel: 0711 8931-693, Fax: 0711 8931-167
pfeiffer@medizinkommunikation.org

Juliane Pfeiffer | idw
Weitere Informationen:
http://www.viszeralmedizin.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Aktuelle Therapiepfade und Studienübersicht zur CLL
20.10.2017 | Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V.

nachricht Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt
18.10.2017 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise