Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Karzinome im Gallengang früher erkennen: Klinikum rechts der Isar entwickelt Hightech-Verfahren für präzisere Diagnostik

09.09.2009
Die Ärzte der II. Medizinischen Klinik am Klinikum rechts der Isar (Ärztlicher Direktor Prof. Roland Schmid) setzen seit einiger Zeit als weltweit erste ein neues Verfahren zur besseren Diagnostik von Gallengangskarzinomen ein, das sie selbst mitentwickelt haben.

Nun ziehen sie ein erstes Fazit: Mit der neuen präzisen Methode können sie in vielen Fällen eine Krebserkrankung diagnostizieren, die früher zunächst unerkannt geblieben wäre.

Das Gallengangskarzinom (Cholangiokarzinom) ist ein bösartiger Tumor der Gallenwege. Es handelt sich zwar um einen eher seltenen Tumor, die Erkrankungsrate ist in den letzten Jahrzehnten jedoch deutlich angestiegen. Klinische Symptome sind erhöhte Leberwerte, Ikterus (Gelbfärbung der Haut), Schmerzen und Gewichtsverlust.

Die Tumoren können in der Leber (intrahepatisch) oder in den außerhalb der Leber liegenden (extrahepatischen) Gallengängen auftreten. Bisher konnte das Gallengangskarzinom nur durch eine Gewebeuntersuchung eindeutig diagnostiziert werden. Für die Entnahme von geeignetem Gewebe ist in der Regel eine Operation nötig, da die Tumoren meist nur schwer zugänglich sind.

An der II. Medizinischen Klinik des Klinikums rechts der Isar wurde weltweit erstmalig ein neues Verfahren eingeführt, das die Diagnostik dieser Karzinome deutlich verbessert: Über eine miniaturisierte Glasfaser mit einer Linse an der Spitze erfolgt eine sogenannte konfokale Lasermikroskopie.

Hierbei wird das Gewebe mit dem Laser untersucht, ein Rasterbild zeigt eine mikroskopische Darstellung des Gewebes, ohne dass hierfür Proben entnommen werden müssen. Vor der Untersuchung wird ein Farbstoff gespritzt (Fluoreszein), anschließend können durch die miniaturisierte Faser selbst verengte Gallengangsstrukturen und schwer zugängliche Regionen erreicht und optisch dargestellt werden. Veränderungen im Blutfluss sowie in der Gewebestruktur können dokumentiert werden.

Prof. Alexander Meining, der verantwortliche Mediziner, ist mit den bisherigen Erfahrungen sehr zufrieden: "Bisher haben wir am Klinikum rechts der Isar knapp 60 Patienten mit auffälligen Verengungen des Gallengangs mit dieser Methode untersucht. Bei insgesamt 25 Patienten haben wir dabei bösartige Veränderungen diagnostiziert. Interessant war für uns vor allem, dass wir bei 8 Patienten mit Hilfe der Lasermikroskopie einen bösartigen Tumor entdeckt haben, der bei der feingeweblichen Untersuchung der entnommenen Proben nicht erkennbar war. Mit der neuen Methode können wir somit schonend, schnell und präzise eine gesicherte Diagnose stellen, ohne dafür operieren zu müssen."

Gemeinsam mit Wissenschaftlern der University of Colorado (Denver, USA) arbeitet Prof. Meining derzeit an einer multizentrischen Studie zur weiteren Evaluation dieser vielversprechenden Methode.

Tanja Schmidhofer | idw
Weitere Informationen:
http://www.med.tu-muenchen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Wachablösung im Immunsystem: wie Dendritische Zellen ihre Bewaffnung an Mastzellen übergeben
16.11.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Wie Lungenkrebs zur Entstehung von Lungenhochdruck führt
16.11.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bakterien als Schrittmacher des Darms

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Ozeanversauerung schädigt Miesmuscheln im Frühstadium

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die gefrorenen Küsten der Arktis: Ein Lebensraum schmilzt davon

22.11.2017 | Geowissenschaften