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Kampf dem Untergewicht im Sport

02.12.2010
IOC-Arbeitsgruppe mit Grazer Forscher an der Spitze

Sie fliegen federleicht über den Schanzentisch. Sie tanzen gleichsam schwerelos übers Eis. Hinter der sportlichen Leichtigkeit kann sich aber auch ein schwerwiegendes Problem verbergen: Untergewicht bei SportlerInnen.

Prof. Dr. Wolfram Müller vom interuniversitären Zentrum für Bewegungswissenschaften und sportmedizinische Forschung der Karl-Franzens-Universität und der Medizinischen Universität Graz hat mit seiner Forschungsarbeit auf dieses Thema aufmerksam gemacht. Auch das Internationale Olympische Komitee (IOC) ist über die Entwicklung besorgt und hat nun eine Arbeitsgruppe zum Thema "Körperaufbau, Gesundheit und Leistungsfähigkeit“ eingerichtet und Müller mit der Leitung beauftragt.

Die internationale ExpertInnenrunde richtet den Fokus auf jene Sportarten, bei denen das Körpergewicht eine entscheidende Rolle spielt. „Voraussetzung für jedes Training und in der Folge für optimale Leistung ist es, Krankheiten und Verletzungen beim Sport zu vermeiden“, erklärt Müller. Das zu erreichen, ist eine zentrale Aufgabe der Medizinischen Kommission des IOC. Doch die Gesundheit der AthletInnen ist in einer Reihe von Sportarten durch den gegenwärtigen Trend zu massiven Gewichtsverlusten ernsthaft bedroht.

Inhalte
Die Arbeitsgruppe setzt sich daher mit folgenden Inhalten auseinander:
- Identifikation medizinischer Probleme, die auf ungesunden Praktiken fußen und zu extremem Untergewicht, kurzfristigem Gewichtsverlust, Dehydration oder ähnlichen Folgen führen

- Aufzeigen von Forschungsbedarf – mit dem Ziel, eine wissenschaftliche Grundlage zu entwickeln, auf der Strategien zur Verbesserung des Gesundheitszustandes von AthletInnen begründet werden können

- Erarbeitung von Vorschlägen für praktische Maßnahmen, um gesundheitliche Probleme wegen problematischer Körperzusammensetzung und medizinisch bedenklicher Gewichtsreduktionspraktiken zu eliminieren

- Suche nach Kriterien und Methoden, mit denen die Risiken für die SportlerInnen bewertet werden können

Sportarten
Drei Gruppen von Sportarten werden genauer unter die Lupe genommen:
- Ästhetische Sportarten, wie etwa rhythmische und akrobatische Gymnastik, Eiskunstlauf, Wasserspringen und Synchronschwimmen
- Gewichtsklassen-Sportarten, wie Ringen, Judo, Boxen, Leichtgewichtrudern und Taekwondo

- Gravitationssportarten, in denen das Gewicht ein Leistungsfaktor ist, wie zum Beispiel Langstreckenlauf, Triathlon, Straßenradfahren, Schispringen oder Hochsprung.

Kontakt:
Univ.-Prof. Dr. Wolfram Müller,
Zentrum für Bewegungswissenschaften und sportmedizinische Forschung Graz
Tel.: +43 (0)316/380-3903
E-Mail: wolfram.mueller@uni-graz.at

Gudrun Pichler | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-graz.at
http://www.olympic.org/en/content/The-IOC/Commissions/Medical/?articleNewsGroup=-1&articleId=104170

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