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Kampf gegen die Alterssichtigkeit: Laserbehandlung könnte helfen

05.02.2009
Der Verlust des menschlichen Auges, sich an verschiedene Blickentfernungen anzupassen bezeichnet man als Alterssichtigkeit oder Presbyopie.

Hauptursache dafür ist die Abnahme der Elastizität der Augenlinse mit zunehmendem Alter. Durch feine, präzise Schnitte in der Augenlinse, wollen Wissenschaftler am Laser Zentrum Hannover(LZH), die Flexibilität der Augenlinse wieder herstellen.


Extrahierte Linse mit acht Gleitebenen, die von einem Femtosekundenlaser eingebracht wurden.

Millionen Menschen leiden unter der Alterssichtigkeit, auch Presbyopie genannt. Presbyopie bezeichnet der Verlust des menschlichen Auges, sich an verschiedene Blickentfernungen anzupassen. Als Hauptursache für die Presbyopieentwicklung gilt die Abnahme der Elastizität der Linse mit zunehmendem Alter.

Bisherige Therapien konnten die Elastizität der Augenlinse nicht erhöhen. Daher wurde am Laser Zentrum Hannover (LZH) gemeinsam mit dem Laserforum in Köln und der Augenklinik Bonn erste Studien durchgeführt, bei dem die die Flexibilität der Linse wieder hergestellt werden soll.

Untersuchungen der vergangenen Jahre am LZH haben gezeigt, dass durch das Erzeugen von Gleitebenen innerhalb der Linse eine Wiederherstellung der Linsenelastizität erfolgt.

Um die Gleitebenen zu generieren, werden feine Schnitte in der Augenlinse mit sehr präzisen Lasern gemacht, so genannte Femtosekundenlaser (fs-Laser). Da sich Größe und Position der Linse von Patient zu Patient unterscheiden, erfolgt eine Kontrolle zur Platzierung der Schnittebenen mittels Optischer Kohärenztomographie (OCT).

Insgesamt konnten am LZH an mehr als 200 extrahierten Schweineaugen und über 40 humanen Autopsie-Linsen in vitro erfolgreich eine Laserbehandlung vorgenommen werden. Schnittkonfiguration und Laserparameter wurden dabei optimiert, um glatte Schnitte mit möglichst effizienter Beeinflussung der Biomechanik der Linse zu erhalten. Darüber hinaus wurden auch Tierlinsen in vivo behandelt.

Untersuchungen zeigen, dass durch die eingebrachten Schnittmuster erwartungsgemäß zunächst eine Lichtstreuung entsteht. Im Verlaufe der Zeit nimmt diese jedoch ab. Untersuchungen zu längerfristigen Komplikationen, insbesondere die Eintrübung der Linse sind noch nicht abgeschlossen, sind aber zurzeit positiv zu bewerten.

Die Fasern der Augenlinsen von Menschen sind prinzipiell ähnlich in Struktur und Größe zu den untersuchten Tierlinsen. Ob entsprechende fs-Laser-Schnitte auch in der Augenlinse des Menschen ohne Kataraktbildung möglich sind, muss durch weitere Studien geklärt werden. Zusammenfassend sind die bisherigen Ergebnisse so ermutigend, das zumindest die berechtigte Hoffnung auf eine Therapie der Presbyopie mit fs-Laserpulsen besteht.

Kontakt:
Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH)
Michael Botts
Hollerithallee 8
D-30419 Hannover Tel.: +49 511 2788-151
Fax: +49 511 2788-100
E-Mail: m.botts@lzh.de
Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) ist eine durch Mittel des niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr unterstützte Forschungs- und Entwicklungseinrichtung auf dem Gebiet der Lasertechnik.

Michael Botts | idw
Weitere Informationen:
http://www.lzh.de
http://www.laser-zentrum-hannover.de/de/publikationen/pressemitteilungen.php

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