Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Jungen Patienten die Angst vor Operationen nehmen

15.07.2010
Stress vor Narkose verzögert Genesung von Kindern

Bis zu 60 Prozent aller Kinder haben vor einem chirurgischen Eingriff Angst. Insbesondere bei der Einleitung der Narkose reagieren viele ängstlich und wehren sich manchmal. Ihre Furcht erschwert nicht nur die Arbeit des Operationsteams.

Sie kann auch die Genesung nach dem Eingriff beeinträchtigen. Eltern sind oft überfordert, wenn sie bei der Narkoseeinleitung anwesend sind. Wie stattdessen Ärzte Kindern vor einer Operation die Nervosität nehmen, ist Thema auf dem Hauptstadtkongress der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) vom 16. bis 18. September 2010 in Berlin.

Angst vor einer Operation kann viele Ursachen haben: die ungewohnte Umgebung, Schmerzen oder frühere unangenehme Erfahrungen in einer Klinik. Besonders belastet sind Kinder, die noch zu klein sind, um den bevorstehenden Eingriff und dessen Notwendigkeit zu verstehen. „Diese Angst-Situation kann zu Verweigerung und aggressivem Verhalten während der Einleitung führen“, erläutert der Kinderanästhesist Dr. med. Andreas Machotta vom Sophia Children’s Hospital in Rotterdam. „Zudem kann die Aufregung postoperative Schmerzen verstärken und sogar ein Trauma hinterlassen.”

Ärzte nutzen Broschüren oder Videos, die den Ablauf erklären, um Kinder auf eine Operation vorzubereiten. Zudem können Eltern einfache Situationen, wie das Aufsetzen einer Maske, mit ihrem Kind üben. Dabei sollten sie den jungen Patienten mehrere Tage Zeit lassen, das Erlebte aufzunehmen. Kurz vor der Operation helfen auch spezielle Tricks, die kleinen Patienten abzulenken und so ihre Nervosität zu senken. Dr. Machotta rät etwa, sie auf dem Weg zum Operationssaal bestimmte Dinge zählen zu lassen, wie Bilder, Menschen oder Monitore.

Immer häufiger kommen hierbei auch Medikamente zum Einsatz: „Angstlösende Arzneien senken Stress und minimieren nachweislich das Risiko für Probleme nach dem Eingriff“, betont Dr. Machotta im Vorfeld des Hauptstadtkongresses der DGAI. Bei ängstlichen Kindern sollten Ärzte diese Alternative nutzen. Dabei ist es jedoch unerlässlich, dass sie entsprechend ärztlich qualifiziert sind. Etliche Studien zeigen hingegen, dass die Anwesenheit der Eltern die Angst des Nachwuchses nicht verringert. Sie macht die Kinder auch nicht kooperativer „Die elterliche Präsenz bietet daher keine Alternative zu beruhigenden Medikamenten“, so das Fazit von Dr. Machotta. Eingehender erörtern Experten das Thema auf dem HAI 2010 im Internationalen Congress Centrum, ICC Berlin. Das Treffen findet vom 16. bis 18. September 2010 statt.

Quelle: Machotta, A. Das unkooperative Kind in der Einleitung. Ursachen, Risikofaktoren und Möglichkeiten zur Stressvermeidung. Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin, Schmerztherapie (2010), Vol. 45, S. 378-382

Terminhinweis

HAI 2010 – Hauptstadtkongress der DGAI für Anästhesiologie und Intensivtherapie mit Pflegesymposium

16. bis 18. September 2010, Internationales Congress Centrum, ICC Berlin

„Eltern statt Prämediaktion?“, Dr. med. Andreas Machotta
Vortrag im Rahmen der Sitzung „Das Kind im Spannungsfeld zwischen Anästhesie und Chirurgie“
Donnerstag, 16. September, 13.00 bis 14.40 Uhr
ICC Lounge, ICC Berlin, Neue Kantstraße/Ecke Messedamm, 14057 Berlin
Pressekontakt für Rückfragen:
Kathrin Gießelmann
DGAI Pressestelle
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Tel. 0711 8931-981
Fax: 0711 89 31-167
E-Mail: giesselmann@medizinkommunikation.org

| idw
Weitere Informationen:
http://www.dgai.de
http://www.hai2010.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Die neue Achillesferse von Blutkrebs
22.05.2018 | Ludwig Boltzmann Gesellschaft

nachricht Schnelltests für genauere Diagnose bei Hirntumoren
17.05.2018 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Im Focus: LZH showcases laser material processing of tomorrow at the LASYS 2018

At the LASYS 2018, from June 5th to 7th, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) will be showcasing processes for the laser material processing of tomorrow in hall 4 at stand 4E75. With blown bomb shells the LZH will present first results of a research project on civil security.

At this year's LASYS, the LZH will exhibit light-based processes such as cutting, welding, ablation and structuring as well as additive manufacturing for...

Im Focus: Kosmische Ravioli und Spätzle

Die inneren Monde des Saturns sehen aus wie riesige Ravioli und Spätzle. Das enthüllten Bilder der Raumsonde Cassini. Nun konnten Forscher der Universität Bern erstmals zeigen, wie diese Monde entstanden sind. Die eigenartigen Formen sind eine natürliche Folge von Zusammenstössen zwischen kleinen Monden ähnlicher Grösse, wie Computersimulationen demonstrieren.

Als Martin Rubin, Astrophysiker an der Universität Bern, die Bilder der Saturnmonde Pan und Atlas im Internet sah, war er verblüfft. Die Nahaufnahmen der...

Im Focus: Self-illuminating pixels for a new display generation

There are videos on the internet that can make one marvel at technology. For example, a smartphone is casually bent around the arm or a thin-film display is rolled in all directions and with almost every diameter. From the user's point of view, this looks fantastic. From a professional point of view, however, the question arises: Is that already possible?

At Display Week 2018, scientists from the Fraunhofer Institute for Applied Polymer Research IAP will be demonstrating today’s technological possibilities and...

Im Focus: Raumschrott im Fokus

Das Astronomische Institut der Universität Bern (AIUB) hat sein Observatorium in Zimmerwald um zwei zusätzliche Kuppelbauten erweitert sowie eine Kuppel erneuert. Damit stehen nun sechs vollautomatisierte Teleskope zur Himmelsüberwachung zur Verfügung – insbesondere zur Detektion und Katalogisierung von Raumschrott. Unter dem Namen «Swiss Optical Ground Station and Geodynamics Observatory» erhält die Forschungsstation damit eine noch grössere internationale Bedeutung.

Am Nachmittag des 10. Februars 2009 stiess über Sibirien in einer Höhe von rund 800 Kilometern der aktive Telefoniesatellit Iridium 33 mit dem ausgedienten...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Mikroskopie der Zukunft

22.05.2018 | Medizintechnik

Designerzellen: Künstliches Enzym kann Genschalter betätigen

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics