Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Intraoperative Strahlentherapie bei Brustkrebs übertrifft Erwartungen der Mediziner

03.07.2009
Niedrige Rückfallraten am deutschlandweit führenden Leitzentrum in Mannheim

Die Fünf-Jahres-Ergebnisse der Intraoperativen Bestrahlung (IORT) beim Brustkrebs übertreffen die Erwartungen der Mediziner. Diese hatten gehofft, mit dem innovativen Verfahren Ergebnisse zu erzielen, die denen der konventionellen Methode zumindest vergleichbar sind.

Doch statt der "normalen" Rückfallrate von rund 3 bis 5 Prozent in den ersten fünf Jahren nach der Operation, wird nach der Intraoperativen Bestrahlung nur bei 1,5 Prozent der Patientinnen erneut ein Tumor in der Brust entdeckt. Damit hat die Methode nicht nur den Vorteil, dass sie die herkömmliche Strahlentherapie um eine Woche verkürzt, weil ein Teil der Bestrahlung bereits während der Operation verabreicht wird, sie ist darüber hinaus offensichtlich sogar wirksamer als die herkömmliche Therapie.

Diese Erkenntnisse stammen aus der Universitätsmedizin Mannheim. Professor Dr. Frederik Wenz, Direktor der Universitätsklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie, wendet die Methode, mit der die postoperative Strahlentherapie ganz oder teilweise eingespart werden kann, bereits seit Jahren in enger Kooperation mit der Universitäts-Frauenklinik konsequent und erfolgreich an. Am zertifizierten Brustzentrum der Universitätsmedizin Mannheim, unter der Leitung von Professor Dr. Marc Sütterlin, wird geeigneten Patientinnen diese Behandlung angeboten.

Die Universitätsmedizin Mannheim ist mit den beiden beteiligten Kliniken Leitzentrum der Intraoperativen Bestrahlung beim Brustkrebs in Deutschland. Die IORT mittels Zeiss Intrabeam ist von Professor Wenz vor rund sieben Jahren in Deutschland eingeführt worden. Am Zentrum der Mannheimer Universitätsmedizin besteht damit bundesweit die längste Erfahrung mit der Methode und nach wie vor werden hier die meisten Patientinnen mit dieser innovativen Therapiemethode behandelt. Die Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie ist außerdem führend in der Forschung, was sich in den hohen Publikationszahlen zur IORT bei Brustkrebs widerspiegelt. Darüber hinaus wird hier eine große Studie zur IORT koordiniert, an der sich in Deutschland neun Zentren beteiligen - weltweit sind es 24 Zentren.

Was unterscheidet die IORT von der konventionellen Therapie? Bei der IORT wird noch während der Operation, nachdem der Tumor entfernt wurde, mithilfe eines mobilen Bestrahlungsgerätes eine Strahlenbehandlung durchgeführt. Das dafür verwendete Gerät zeichnet sich dadurch aus, dass die Strahlung mit hoher Präzision direkt im Tumorbett appliziert werden kann. Dies erspart den Patientinnen die Strahlentherapie des Tumorbettes über einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen, die konventionell im Anschluss an Operation und Strahlentherapie der gesamten Brust angewandt wird.

Die Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie und die Frauenklinik haben zum Freitag, 3. Juli 2009, zum 3. Deutschen Intrabeam-Meeting eingeladen. Internationale Spezialisten treffen sich bereits zum dritten Mal in Mannheim, um hier ihre Erfahrungen zur IORT aus ihren Zentren zusammenzutragen und zu diskutieren (http://www.umm.de/2566.0.html?&tx_seminars_pi1[showUid]=112).

Dr. Eva Maria Wellnitz | idw
Weitere Informationen:
http://www.umm.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Anzeichen einer Psychose zeigen sich in den Hirnwindungen
26.04.2018 | Universität Basel

nachricht Revolutionär: Ein Algensaft deckt täglichen Vitamin-B12-Bedarf
23.04.2018 | Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Why we need erasable MRI scans

New technology could allow an MRI contrast agent to 'blink off,' helping doctors diagnose disease

Magnetic resonance imaging, or MRI, is a widely used medical tool for taking pictures of the insides of our body. One way to make MRI scans easier to read is...

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Konferenz zur Marktentwicklung von Gigabitnetzen in Deutschland

26.04.2018 | Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Der lange Irrweg der ADP Ribosylierung

26.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Belle II misst die ersten Teilchenkollisionen

26.04.2018 | Physik Astronomie

Anzeichen einer Psychose zeigen sich in den Hirnwindungen

26.04.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics