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Mit Intervalltherapie zum Normalgewicht - neues Behandlungskonzept bei Magersucht und Bulimie

21.08.2013
Schwer erkrankte Menschen mit Essstörungen werden in der Asklepios Klinik Nord - Ochsenzoll jetzt mit einer Intervalltherapie behandelt.

In mehreren Phasen, die auch eine engmaschige ambulante Betreuung umfassen, wird nicht nur das Gewicht gesteigert und stabilisiert, sondern auch Rückfällen besser vorgebeugt.

Essstörungen wie die Anorexia Nervosa (Magersucht) oder Bulimie (Ess-/Brechsucht) sind schwer zu behandeln. Denn mit einer stationären Behandlung mit Steigerung des Körpergewichts und Normalisierung des Essverhaltens ist es oft nicht getan. Zurück im häuslichen Alltag droht der Rückfall in alte Verhaltensweisen. „Neue Studien zeigen, dass nach der Entlassung sehr schnell wieder ein gestörtes Essverhalten auftreten kann“, sagt Prof. Dr. Claas-Hinrich Lammers, Ärztlicher Direktor der Asklepios Klinik Nord – Ochsenzoll und Chefarzt der Klinik für Affektive Erkrankungen. „Mit unserem neuen Therapiekonzept wollen wir diese Rückfälle verhindern.“

Diplom-Psychologin Silka Hagena hat hierzu ein verhaltenstherapeutisches Konzept für eine Intervallbehandlung entwickelt. Zunächst wird wie bisher mit einer stationären Behandlung das Körpergewicht gesteigert und der Gesamtzustand stabilisiert. Vor der Entlassung werden die Patienten mit einem Essensplan vorbereitet. Es folgt eine vierzehntägige Belastungserprobung zu Hause mit dem Ziel, das Gewicht zu halten. „Gerade in dieser Phase benötigen die Patienten besonders viel Unterstützung durch E-Mails, regelmäßige Essprotokollen und eine ambulanten Gruppentherapie“, erklärt Hagena.

Nahtloser Übergang von der stationären Behandlung in die ambulante Psychotherapie

Während einer zweiten und ggf. dritten stationären Behandlungsphase ist das Ziel ein normales Körpergewicht bzw. ein normaler Body-Mass-Index. Es folgt eine weitere häusliche Belastungserprobung mit Stabilisierung des höheren Körpergewichts in Eigenregie – aber weiter mit ambulanter Unterstützung. Diese engmaschige Begleitung in einem integrierten Versorgungskonzept erhöht für schwer erkrankte Essgestörte die Chancen auf langfristige Gesundung und Stabilität. Denn die schwierige Phase zwischen der stationären Behandlung und einer ambulanten Psychotherapie können sie so besser überbrücken.

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Dr.med. Franz Jürgen Schell | idw
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