Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Integrin-Blocker sollen Gehirntumore stoppen

10.06.2009
Konkrete Behandlungsmöglichkeiten aber noch in weiter Ferne

Wissenschaftler der University of Oxford wollen einen Weg gefunden haben, wie die Ausbreitung von Krebs im Gehirn gestoppt und das tödliche Ende der Krankheit verhindert werden kann. Krebszellen überfallen die Blutgefäße des Gehirns, um an all jene Nährstoffe zu gelangen, die sie für ihre Ausbreitung brauchen.

Entscheidend dafür ist ein Protein auf der Oberfläche der Krebszellen, das so genannte Integrin, das es ihnen ermöglicht, sich an die Blutgefäße anzubinden. Medikamente, die dieses Integrin blockieren, könnten laut dem in PLoS ONE veröffentlichten Bericht der Forscher auch die Ausbreitung des Krebses stoppen.

Bei einem Fünftel der Krebspatienten hat sich laut BBC die Krankheit bis ins Gehirn ausgebreitet. Gehirnmetastasen gehören zu den am meisten verbreiteten bösartigen Tumoren des zentralen Nervensystems. Sie treten zehn Mal häufiger auf als jene, die ihren Ursprung im Gehirn selbst haben. Hat der Krebs einmal das Gehirn erreicht, ist die Prognose eher schlecht. Auch bei intensivster Behandlung liegt die mittlere Überlebensdauer bei nur neun Monaten.

Das Team um Shawn Carbonell untersuchte, wie genau sich der Krebs ausbreitet. Bisher wurde allgemein angenommen, dass Tumorzellen auf den Zellen der grauen und weißen Gehirnmasse wachsen. Diese Substanz besteht aus Neuronen und Gliazellen. Jetzt wurde nachgewiesen, dass in über 95 Prozent der Fälle die Metastasen an den Wänden der Blutgefäße zu wachsen beginnen. Die Wissenschaftler konzentrierten sich auf eine Reihe verschiedener Arten von Krebszellen bei Menschen und Mäusen.

Auf diesem Weg entdeckten sie auch, dass das Entfernen des Integrin verhinderte, dass sich die Krebszellen an die Blutgefäße anbanden und zu wachsen begannen. Carbonell betonte, dass es noch ein langer Weg bis zu einer konkreten Behandlungsmöglichkeit für Gehirnmetastasen sei. Trotzdem seien die neuen Forschungsergebnisse extrem aufregend.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ox.ac.uk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Lymphdrüsenkrebs programmiert Immunzellen zur Förderung des eigenen Wachstums um
22.02.2018 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Forscher entdecken neuen Signalweg zur Herzmuskelverdickung
22.02.2018 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics