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Insulinwirkung ist Schlüssel für Alterungsprozesse

20.04.2009
Das Hormon Insulin, dessen Ausfall beziehungsweise ungenügende Wirkung zur Zuckerkrankheit Diabetes mellitus führt, spielt eine wichtige Rolle bei Alterungsprozessen.

Gentechnische Veränderungen der Insulinwirkung in Tierexperimenten verlängerten das Leben der Tiere. Sehr ähnliche Auswirkungen hat das Ernährungsverhalten, so Professor Dr. med. Jens Brüning vom Institut für Genetik der Universität zu Köln. Achten Menschen bereits in jungen Jahren auf ihr Gewicht, erhöhen sie ihre Chancen auf ein langes und gesundes Leben.

Studien an gentechnisch veränderten Mäusen verdeutlichen die Rolle des Insulins bei Alterungsprozessen: Forscher hatten das Insulinrezeptorsubstrat-1 (IRS-1), das die Insulinwirkung vermittelt, aus dem Erbgut der Tiere entfernt - mit deutlichen Auswirkungen: Die Nager lebten nicht nur länger. Sie erkrankten auch später als andere Tiere an typischen Alterserscheinungen wie grauem Star oder Hautveränderungen. "Die Tiere bleiben bis ins hohe Alter körperlich aktiv, sie sind gesund und erkranken nicht an Diabetes", erläutert Professor Brüning.

Die Ergebnisse eröffnen neue Strategien zur Behandlung von Alterskrankheiten: das Altern beeinflussen und Erkrankungen verhindern anstatt weiterhin einzelne Erkrankungen wie Krebs, Alzheimer oder Osteoporose getrennt und unter Einsatz einer Vielzahl von Medikamenten zu behandeln. Derzeit ist es nicht möglich, IRS-1 beim Menschen auszuschalten. Sehr ähnliche Auswirkungen habe jedoch die Begrenzung der täglichen Aufnahme von Kalorien. "Wer von jungen Jahren an Diät hält und Übergewicht vermeidet, darf nicht nur darauf hoffen, länger zu leben, sondern im Alter auch gesund zu bleiben", meint Professor Brüning.

Der Genetiker setzt an diesem Punkt an: Zukünftige Studien sollen die Zusammenhänge zwischen Hormonen und Altersvorgängen sowie die Möglichkeiten, diese durch Ernährung zu beeinflussen, untersuchen. Dadurch könnten große Fortschritte in der Medizin erreicht werden. Über aktuelle Forschungsergebnisse und geplante Studien informierte Professor Brüning auf dem 52. Symposion der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie im März 2009 in Gießen.

| idw
Weitere Informationen:
http://www.endokrinologie.net

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