Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bei Innovationen für Gesundheit und Medizin oft „Umsetzungsstottern“

10.01.2014
Institut Arbeit und Technik regt „Innovationsmonitoring Gesundheitswirtschaft“ an

Gesundheit und Medizin in Deutschland stehen möglicherweise vor einer großen Innovationswelle – allerdings nur, wenn es gelingt, die vorhandenen wissenschaftlichen und technischen Potenziale zu finanzierbaren Angeboten weiterzuentwickeln.

Mit beachtlichem Aufwand werden Grundlagen für Innovationen geschaffen, bei der strategischen Ausrichtung und bei der breitflächigen Nutzung der Ergebnisse aus Forschung, Entwicklung und Erprobung könnte jedoch mehr geschehen. Das zeigt eine Studie des Instituts Arbeit und Technik (IAT / Westfälische Hochschule) im soeben erschienenen Handbuch Innovationen.

Die IAT-Forscher Stephan von Bandemer, Elke Dahlbeck, Michaela Evans und PD Dr. Josef Hilbert gehen darin der Frage nach, ob und wie die Gesundheitswirtschaft in Deutschland in der Lage ist, die von der Forschung erhofften und für die Branche absehbaren Innovationschancen auch tatsächlich wahrzunehmen – zum Vorteil für die Gesundheit und Lebensqualität der Menschen, als Unterstützung für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Gesundheitswirtschaft wie zur Erhöhung der Effizienz bei der Verwendung der Gesundheitsausgaben.

Untersucht wurden zwei ausgewählte Innovationsfelder: Bei dem immer bedeutsamer werdenden Gestaltungsfeld Arbeit und Qualifizierung findet sich jedoch eine nur wenig strategisch ausgerichtete Innovationslandschaft, in der das Zusammenspiel zwischen Qualifikationsentwicklung und Arbeitsgestaltung zu kurz kommt, so das Resümee der Forscher.

Und auch bei der Suche nach neuen Produkten, Dienstleistungen und Verfahren zeigt sich ein ähnliches Bild: Zwar kann sich Deutschland als Forschungs- und Entwicklungsstandort international durchaus sehen lassen, es fällt hier jedoch überdurchschnittlich schwer, neue Produkte, Dienstleistungen und Verfahren einzuführen.

Das IAT regt deshalb ein theorie- und datengestütztes „Innovationsmonitoring Gesundheitswirtschaft“ an, auf dessen Basis beurteilt werden soll, wie es um die Innovationsperformanz der deutschen Gesundheitswirtschaft im internationalen und im branchenübergreifenden Vergleich bestellt ist.

Trends, Chancen, aber gerade auch Gestaltungsprobleme könnten so transparenter gemacht werden. Damit könnte deutlich gemacht werden, wo Innovationsumsetzungen stocken, und der Anreiz bei den Verantwortlichen erhöht werden, die Arbeit in ihren Entscheidungsprozessen zu beschleunigen. Die Innovationsplattform Gesundheitswirtschaft, die Anfang 2013 vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMBF) gestartet wurde, könnte ein zentraler Baustein für ein solches Innovationsmonitoring sein.

Die Gesundheitsbranche gilt seit Jahren als „heimliche Heldin“ des Arbeitsmarktes und große Chance für den wirtschaftlichen Strukturwandel in Deutschland: Hier arbeiteten 2011 rund 5,3 Millionen Beschäftigte, die Mehrheit im „Kern“ der Gesundheitswirtschaft, also in den personalintensiven Bereichen des klassischen Gesundheitswesens und in der Altenhilfe.

In den letzten Jahren ist die Gesundheitswirtschaft auch ein wichtiger Träger für Beschäftigungszuwächse gewesen. Mit einem Zuwachs in Höhe von 11,4 Prozent liegt die Entwicklung in der Gesundheitswirtschaft zwischen 2007 und 2011 deutlich über der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von 5,6 Prozent.

Weitere Informationen:
Stephan von Bandemer, Durchwahl: 0209/167-1363, E-Mail: bandemer@iat.eu; Elke Dahlbeck, Durchwahl: 0209/1707-331, E-Mail: dahlbeck@iat.eu; Michaela Evans, Durchwahl: 0209/1707-1707-121, E-Mail: evans@iat.eu; PD Dr. Josef Hilbert, Durchwahl: 0209/1707-120, E-Mail: hilbert@iat.eu

Aktuelle Publikation: Stephan von Bandemer/ Elke Dahlbeck/ Michaela Evans/ Josef Hilbert 2013: Innovationen in der Gesundheitswirtschaft. In: Mai, Manfred (Ed.)2013, Handbuch Innovationen, Interdisziplinäre Grundlagen und Anwendungsfelder, Heidelberg, S. 269 – 299.

Claudia Braczko | idw
Weitere Informationen:
http://www.iat.eu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neurorehabilitation nach Schlaganfall: Innovative Therapieansätze nutzen Plastizität des Gehirns
25.09.2017 | Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.

nachricht Die Parkinson-Krankheit verstehen – und stoppen: aktuelle Fortschritte
25.09.2017 | Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Posterblitz und neue Planeten

25.09.2017 | Veranstaltungen

Hochschule Karlsruhe richtet internationale Konferenz mit Schwerpunkt Informatik aus

25.09.2017 | Veranstaltungen

Junge Physiologen Tagen in Jena

25.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Verbesserte Kohlendioxid-Fixierung dank Mikrokompartiment

25.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Internationales Forscherteam entdeckt kohärenten Lichtverstärkungsprozess in Laser-angeregtem Glas

25.09.2017 | Physik Astronomie

LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

25.09.2017 | Messenachrichten