Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Infektionen? - Nein Danke!: Aktion zur Infektionsvorbeugung bei chronisch kranken Kindern

21.04.2009
Bereits harmlose Infektionen können für chronisch kranke Kinder, die viel im Krankenhaus sind, lebensbedrohlich sein.

Ziel des Projektes "Hygiene-Tipps für Kids im Krankenhaus" ist es, den Kindern und deren Familien konkrete Anleitungen für infektionsvorbeugendes Verhalten zu geben. Dazu stellt jetzt das Institut für Hygiene und öffentliche Gesundheit des Universitätsklinikums Bonn allen Kinderkrankenhäusern Informationsmaterialien wie Poster und Broschüren zur Verfügung.

Gerade chronisch kranke Kinder, deren körpereigenes Abwehrsystem geschwächt ist, müssen vor Infektionen geschützt werden. Krankheitserreger wie Bakterien, Viren oder auch Pilze gibt es überall - an den Händen, in der Luft, im Staub oder auf Spielzeug. "Zwar können wir nicht jede Infektion verhindern. Doch bislang sind die kleinen Patienten selbst und ihre Familien in diesem Zusammenhang nicht ausreichend als aktive Partner angesprochen worden", sind sich die Projekt-Koordinatoren Dr. Jürgen Gebel und Carola Ilschner vom Bonner Universitäts-Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit einig.

Viele Krankheitserreger werden über die Hände übertragen. Im Krankenhaus reicht das Händewäschen allein nicht aus, sondern die Hände müssen desinfiziert werden. Dazu gibt die neue Broschüre "Hygiene-Tipps für Kids im Krankenhaus" wertvolle Hinweise und erklärt die richtige Technik. Weitere Themen sind unter anderem die Verwendung von Einmalhandschuhen und Mundnasenschutz, Lebensmittelhygiene, Verhalten der Kinder zu Hause, die Clownsvisite im Krankenhaus und Tierkontakte.

Vorsicht mit Meister Lampe und Co.

Auf der einen Seite sind Haustiere - vor allem Hunde und Katzen - als Spielkameraden positiv für das chronisch kranke Kind. Oft ist das Haustier bereits vor Krankheitsbeginn ein geliebtes Familienmitglied. Auf der anderen Seite sind einige Infektionskrankheiten auf Kontakt mit Tieren zurückzuführen. Gerade Jungtiere machen in den ersten Lebensmonaten zahlreiche Infektionskrankheiten durch und scheiden in dieser Zeit Krankheitserreger in hohen Mengen aus. "Unter einer intensiven Chemotherapie ist das Immunsystem so stark geschwächt, dass Tierkontakte nur unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt sind", sagt Privatdozent Dr. Arne Simon, Oberarzt für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie am Zentrum für Kinderheilkunde des Universitätsklinikums Bonn. So ist für Kinder mit Krebserkrankungen nach dem Füttern oder Streicheln ihrer Haustiere die Händedesinfektion Pflicht. Auch darf das Tier nicht geküsst, mit ins Bett genommen oder in der Küche gefüttert werden. Selbst kleine Kratzwunden müssen sofort desinfiziert werden. Den Vogelkäfig oder die Katzentoilette dürfen die Patienten auf keinen Fall selbst saubermachen.

Keine Reptilien oder biologisches Tierfutter

Ein spezielles Problem sieht Simon, der das Projekt "Hygiene-Tipps für Kids im Krankenhaus" wissenschaftlich berät, unter anderem in exotischen Tieren. Reptilien wie Leguane und Schildkröten sind besonders häufig Ausscheider von Salmonellen. Sie können bis zu fünf verschiedene Arten in sich tragen, ohne selbst zu erkranken. "Reptilien sind für Familien mit kranken Kindern keine geeigneten Haustiere", betont Simon.

Zudem warnt er vor rohem Fleisch und getrockneten Schlachtabfällen. Denn dieses Tierfutter ist oft mit Bakterien wie Campylobacter spp. oder Yersinien kontaminiert, die bei immungeschwächten Säuglingen und Kleinkindern lebensbedrohliche Darmerkrankungen mit Fieber, Erbrechen und blutigen Durchfällen auslösen können. Problematisch ist vor allem, wenn diese Bakterien durch mangelnde Hygiene in Lebensmittel geraten. Yersinien können sich auch bei Kühlschranktemperaturen vermehren.

Kein Stopp für Spaßmacher

Klinikclowns besuchen im Krankenhaus chronisch kranke Kinder, um sie ein wenig abzulenken und aufzuheitern. "Die Klinikclowns bereichern unseren Stationsalltag. Die Kinder genießen diese Besuche sehr", sagt Simon. Damit die Spaßmacher, die von Patient zu Patient gehen, keine Krankheitserreger übertragen, lassen sie sich speziell schulen. Bei jedem Kind passen sie sich individuell den erforderlichen Hygienemaßnahmen an. Zudem unterstützt die Clownsvisite e. V. die Aktion "Hygiene-Tipps für Kids im Krankenhaus", die auch spezielles Schulungsmaterial für Klinikclowns zur Verfügung stellt.

Die Aktion wird von allen führenden pädiatrischen und krankenhaus-hygienischen Fachgesellschaften und -verbänden mitgetragen und insbesondere von der Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene e.V. (DGKH) sowie einer Reihe von Industriepartnern finanziell unterstützt.

Kontakt für die Medien:
Privatdozent Dr. Arne Simon
Oberarzt für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie
Zentrum für Kinderheilkunde am Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0228/287-33254
E-Mail: arne.simon@ukb.uni-bonn.de

Dr. Inka Väth | idw
Weitere Informationen:
http://www.ihph.de/hygiene-kids/
http://www.uni-bonn.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Im Focus: Wissenschaftler beleuchten den „anderen Hochtemperatur-Supraleiter“

Eine von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) geleitete Studie zeigt, dass Supraleitung und Ladungsdichtewellen in Verbindungen der wenig untersuchten Familie der Bismutate koexistieren können.

Diese Beobachtung eröffnet neue Perspektiven für ein vertieftes Verständnis des Phänomens der Hochtemperatur-Supraleitung, ein Thema, welches die Forschung der...

Im Focus: Tests der Quantenmechanik mit massiven Teilchen

Quantenmechanische Teilchen können sich wie Wellen verhalten und mehrere Wege gleichzeitig nehmen, um an ihr Ziel zu gelangen. Dieses Prinzip basiert auf Borns Regel, einem Grundpfeiler der Quantenmechanik; eine mögliche Abweichung hätte weitreichende Folgen und könnte ein Indikator für neue Phänomene in der Physik sein. WissenschafterInnen der Universität Wien und Tel Aviv haben nun diese Regel explizit mit Materiewellen überprüft, indem sie massive Teilchen an einer Kombination aus Einzel-, Doppel- und Dreifachspalten interferierten. Die Analyse bestätigt den Formalismus der etablierten Quantenmechanik und wurde im Journal "Science Advances" publiziert.

Die Quantenmechanik beschreibt sehr erfolgreich das Verhalten von Partikeln auf den kleinsten Masse- und Längenskalen. Die offensichtliche Unvereinbarkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

Anbausysteme im Wandel: Europäische Ackerbaubetriebe müssen sich anpassen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Einblicke in die Welt der Trypanosomen

16.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Maschinensteuerung an Anwender: Intelligentes System für mobile Endgeräte in der Fertigung

16.08.2017 | Informationstechnologie

Komfortable Software für die Genomanalyse

16.08.2017 | Informationstechnologie